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Kunst am Bau und ein Bussi aus Wien

in KULTUR von

14 Kunststudierende aus Wien – die Gruppe Bussi – haben vergangene Woche den Bauplatz Reininghausgründe zum Schauplatz ihrer Performances gemacht.

Von: Veronica Holl,  Leila Hüller und Sarah Kirchmayer

Kunst macht Spaß: das sollen jedenfalls die Bilder und Videos vermitteln, mit denen die Gruppe Bussi ihre Kreativreise zwischen 26. und 29. September durch Eggenberg und das Areal der Reininghausgründe auf Instagram dokumentiert hat. Ein Video zeigt die KünstlerInnen, wie sie lärmend auf einer fahrbaren Bühne, bewaffnet mit Schlagzeug und E-Piano, durch die Straßen ziehen. Für ein Foto wurde eine Häkelaktion auf einer Brache in der Reininghausstraße gestartet. Auf anderen Beiträgen schaufeln Bussi-Mitglieder Sand, zersägen Zimmerpflanzen, oder plakatieren Statements gegen die Gentrifizierung (“Ohne uns”). Bunte Farbkleckse auf der Baustelle bilden auch Transparente mit den Aufschriften  “Covid-19 sagt Nein”, oder “Smart shitty city bang bang”. Außerdem hat die wilde Gruppe aus vor Ort gefundenen Materialien farbenfrohe Skulpturen erzeugt.

Das gelbe Haus wird von Bussi erobert- Foto: Gruppe Bussi

 

Farbe soll ins Annenviertel

 

Zu Gast in Graz war die Gruppe Bussi auf Einladung der Kuratoren des Projekts „Die Stadt & Das gute Leben“, ein Projekt, das sich Camera Austria für das Kulturjahr 2020 ausgedacht hat. Paul Petritsch und Nicole Six, die den Ausstellungsraum der Camera Austria für dieses Projekt in einen offenen “Echoraum” umgewandelt haben, kennen die KünstlerInnenvereinigung von der Universität für Angewandte Kunst, wo die beiden lehren, und einige Bussi-Mitglieder studieren. “Bei den Veranstaltungen von Bussi entsteht immer ein Gefühl der Gemeinschaft. Sie wollen Optimismus und Freude verbreiten, deswegen auch der Gruppenname Bussi,” sagt Six im Gespräch.

Foto: Gruppe Bussi

Kunst für alle

 

“Wir hatten großen Spaß und die Gruppendynamik wurde gestärkt”, sagt ein Mitglied der Bussis, das, wie die anderen auch, lieber anonym bleiben möchte, am Tag vor der Rückreise nach Wien. Gegründet wurde die Gruppe Bussi von acht Kunststudierenden nach dem Lockdown im März, in erster Linie um die neu gewonnene Freizeit zu füllen. Heute geht es den KünstlerInnen um so viel mehr: Selbstverwirklichung, Kreativität und vor allem Freude, wie sie bei einem Treffen in der Tennenmälzerei erzählen.

 

Die Vision von Bussi ist es, öffentlich zugängliche “Volksateliers” zu schaffen, in denen sich alle, die das wollen, künstlerisch entfalten können. “Kunst soll für alle zugänglich sein. Das ist natürlich schwer zu erreichen, aber wir gehen mit unserer Arbeit einen Schritt in die richtige Richtung”, so Bussi. Mit ihren Aktionen möchte die Gruppe andere dazu anregen, persönliche Grenzen auszutesten, das Weltgeschehen distanzierter und kritischer zu betrachten, und vor allem tägliche Routinen zu hinterfragen. Wer sich der Gruppe anschließen möchte, ist bei Bussi übrigens stets willkommen – mittlerweile hat sich die Gruppenanzahl bereits verdoppelt.

 

Ob sich die KünstlerInnengruppe in Zukunft wieder in Graz sehen lässt? Laut Nicole Six wird sie bereits Ende dieses Monats ein weiteres Mal Unruhe stiften. Wir freuen uns auf jeden Fall auf das nächste Bussi!

Slideshow: Bussis für Eggenberg

Bussi_1
Die bunte Skater Rampe
Just do it
Wir sind wütend wir haben Banner gemacht.
Smart shitty city bang bang
Life is strange
Love, Banksy
Pinke Graffiti Katze
Bussi_1 Die bunte Skater Rampe Just do it Wir sind wütend wir haben Banner gemacht. Smart shitty city bang bang Life is strange Love, Banksy Pinke Graffiti Katze
[Titelbild: Gruppe Bussi]

 

 

Leidenschaftliche Köchin und Esserin, Rock Musik Liebhaberin, Film und Serien Junkie und Tee Trinkerin, die gerne einmal in die Welt der Literatur abtaucht.

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