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So ein Lenz: In Reininghaus fließt wieder Bier

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Drei Monate hat Jana Gigerl als Gastro-Pionierin mit ihrem Kiosk „Lenz in Reininghaus“ den Alltag im neuen Stadtteil bereichert. Jetzt ist Winterpause und Zeit für eine Zwischenbilanz. 

von Clara Elisabeth Wehinger und Sophie Purkharthofer

Schon immer hat sich Jana Gigerl für die Gastronomie interessiert, früher auch schon einmal in einem Café am Lendplatz gearbeitet. Vor fünf Jahren hat sie sich dann gemeinsam mit Franz Reiter und Simon Hauzenberger selbstständig gemacht und das Markcafé „Lenz am Lend“ übernommen, die frühere “Süße Luise”.  Eigentlich war sie mit dem Standort am Lendplatz sehr zufrieden und gar nicht auf der Suche nach einem weiteren Lokal. Denn Jana Gigerl und ihre zwei Co-Gründer betreiben mit einer weiteren Kollegin auch „Die Hummel“ in der Mariahilferstraße. Die Wende kam dieses Jahr: „Wir sind in gutem Kontakt mit dem Stadtteilmanagement von Reininghaus. Sie haben den Kontakt zu uns aufgenommen und gefragt, ob wir Interesse haben, den Kiosk in Reininghaus zu übernehmen“, erzählt Gigerl. 

Der Kiosk am Rande des Reinighausparks sei von Beginn an gut angenommen worden. Das kulinarische Angebot im Viertel ist derzeit noch überschaubar. Außer einer Martin-Auer-Filiale und der „Löffel.Liebe“, dem Vollwert-Lokal von Waltraud Kleindl, gibt es keine Gastronomie im Viertel. „Ich war extrem überrascht, wie viel bei der Eröffnung los war, wie groß das Interesse war“, erzählt Gigerl lachend. Auch über die vielen bekannten Gesichter vom „Lenz am Lend“ hat sie sich gefreut. Aufgefallen sind ihr auch die vielen Hundebesitzer:innen, die hier täglich vorbeikommen. Der Kiosk, der vom Büro Hohensinn gestaltet und bereits Ende 2021 fertiggestellt wurde, lockt auch durch sein auffälliges Design. Die verspiegelte Fassade wird sogar bei Stadtführungen präsentiert.

Die Kiosk-Theke im „Lenz in Reininghaus“ – Foto: Clara Wehinger

Croissants, Pinsa & Bier

Was die Kulinarik am Kiosk angeht, beobachte man noch, was nachgefragt wird. “Manche Kund:innen wünschen sich ein größeres Speiseangebot”, so Gigerl. Bis jetzt sind die italienische Brotspezialität „Pinsa“, eine Mischung aus Focaccia und Pizza,  sowie Croissants und Kuchen die einzigen Speisen. Überrascht hat sie jedenfalls , wieviel Bier die Leute trinken. „Das liegt wohl daran, dass wir die einzige Zapfanlage in der Gegend haben.” Bestellt wird vor allem, wenig überraschend, Bier der Marke Reininghaus, das mit dem Viertel durch eine mehr als 150-jährige Geschichte verbunden ist.

Nicht nur beim Bier setzt das Team Lenz auf Regionalität, auch die anderen Produkte sollten möglichst aus der Gegend stammen. „Am Lendplatz haben wir einen sehr großen Bauernmarkt, der jeden Tag geöffnet ist. Für das „Lenz am Lend“ können wir dort alle Waren, die wir benötigen, verpackungsfrei kaufen“, erzählt Jana Gigerl. Das funktioniere in Reininghaus nicht, hier ist nur am Freitagnachmittag Bauernmarkt. Momentan werden auch die Produkte für Reininghaus am Lendplatz gekauft. Säfte und Marmelade produziert das Team Lenz selbst. 

Tomaten-Mozzarella-Pinsa mit Ruccola – Foto: Clara Wehinger

Projekt zum Mitwachsen 

Seit dem 20. November hat der Kiosk nun Winterpause, im Februar 2024 geht´s dann wieder los. Für den kommenden Winter wünscht sich Gigerl dennoch jetzt schon mehrere Projekte, möglicherweise auch in Kooperation mit der Stadt Graz. „Wir hätten gerne für nächstes Jahr einen Adventmarkt am Kiosk.” Gigerl freut sich, dass ihr Kiosk mit dem neuen Stadtteil mitwachsen kann. Schade findet sie, dass es bis jetzt nur wenige Gewerbetreibende hier gibt. Ihr ist aber bewusst, dass sich das Viertel noch in Entwicklung befindet, umso gespannter blickt sie auf die Zukunft. 

 

Titelbild: Jana Gigerl und Co-Gründer Franz Reiter vor dem neuen Kiosk in Reininghaus – Foto: Stadt Graz/Fischer



 





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