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Musikalisch unterwegs auf der elektronischen Spielwiese

in KULTUR von

Unter dem Namen „electronic playground“ veranstaltet der Grazer Impro Klub im Café Wolf eine elektronisch improvisierte Konzertreihe. Die Annenpost hat mitgespielt.

von: Karoline Pilich und Anna Stoppacher

Das Licht im Café Wolf ist an diesem Abend rot gedimmt und spiegelt sich in der Discokugel an der Decke. Jede Menge Menschen haben hierher zum „Electronic Playground“ gefunden, und auf einem Tisch liegt auch schon das elektronische Spielzeug aus, das im Zentrum dieses Abends stehen soll.

Die Atmosphäre im Café Wolf. – Foto: Anna Stoppacher

Schon viele Jahre kommt der Grazer Impro Klub, kurz GIK, in das Café Wolf, um dort jeden zweiten Dienstag im Monat eine Impro-Session zu veranstalten. “Das Besondere ist dieser intime Rahmen, der Raum, all das ergibt diesen schönen Raumklang im Café”, sagt Rainer BinderKrieglstein. Er ist Musiker, kuratiert die Sessions und ist bemüht, die verschiedensten Künstler:innen ins Café Wolf zu holen. Dabei haben alle Gäste die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Instrumenten, ob elektronisch oder nicht, einzubauen und selbst zu Musikern zu werden.  

Elektronischer Spielplatz  

Seit Mitte November versucht sich der GIK mit etwas ganz Neuem: Die Impro-Session wird zum “electronic playground” und somit auf ein rein elektronisches Level gebracht. Wer möchte, kann sich an Synthesizern, Drum-Computern und selbst mitgebrachten Klangerzeugern ausprobieren. Wer nicht weiß, was zu tun ist, bekommt einen Crashkurs von den Profis und legt dann gleich los.  

Wir gehören zu letzteren: Nach einer kurzen Einführung durften auch wir uns auf einer Drum-Machine austoben. Von Nervosität war keine Spur, bloß ein wenig Sorge, die Beats könnten bei manch einem Gast einen Tinnitus auslösen. Doch nachdem wir einige Knöpfe gedrückt und Regler gedreht hatten, waren wir voll und ganz bei der Sache und hatten großen Spaß dabei, das Publikum und uns mit elektronischer Musik zu unterhalten. 

Grundsätzlich kommen die Gäste in verschiedenen Sets mit den Experten des GIKs zusammen und spielen gemeinsam elektronische Musik. Einmal am Spielplatz angekommen, sind Schalter, Kabel und Knöpfe das einzig Wichtige. Der Teil des Publikums, der nur zuhören möchte, lauscht gespannt und lässt sich von teilweise schrillen, schrägen und futuristischen Klängen berieseln und inspirieren. Nach einer Viertelstunde leuchtet ein Signal auf und ein begeisterter Applaus folgt. Rainer Binder-Krieglstein betont: “Der ‚electronic playground‘ ist dafür da, Dinge auszuprobieren, schiefgehen kann es eigentlich gar nicht.” 

Vielfalt an Synthesizern und Drum-Computern. -Foto: Anna Stoppacher

Das Annenviertel im Café Wolf 

Das Café soll ein Ort sein, an dem mit Musik kommuniziert wird. Dadurch, dass kein Eintritt verlangt wird, ist es für jeden zugänglich, der Lust hat, Teil der Musik zu werden. Rainer Binder-Krieglstein meint außerdem, dass das Publikum immer von der Veranstaltung abhängt, je nach Event kommen andere Leute. “Gäste kommen durch Musiker, da wir auch viele nicht-österreichische Künstler kennen”, erzählt der Musiker und fügt hinzu, dass das Publikum divers sei. 

“Da geht noch mehr”, mit diesem Vorsatz werden auch im nächsten Jahr die Impro-Sessions im Café Wolf stattfinden, dann allerdings immer am zweiten Mittwoch im Monat. “Vielleicht bekommt der “electronic playground” auch seinen eigenen Tag”, erzählt Binder-Krieglstein mit einem Lächeln. Das allerdings hänge davon ab, ob es zum anderen Programm passe und natürlich auch ein wenig davon, wie die Musik beim Publikum ankommt. 

 

electronic playground

Die nächste Impro-Session des Grazer Impro Klubs findet am 12.12.2023 im Café Wolf statt. Es gibt keine stilistischen Vorgaben, mitzubringen ist nur die Freude am Musizieren. Grazer Impro Klub: Neben dem Café Wolf trifft sich der GIK auch im Forum Stadtpark am letzten Montag des Monats. Die Improvisation steht auch hier im Vordergrund.

 

Titelbild: Team des Grazer Impro Klubs – Foto: Anna Stoppacher

Mein Name ist Karoline Pilich. Ich habe an der GIBS Graz maturiert, war dann ein Jahr als Au Pair in Spanien und studiere jetzt Journalismus und PR an der FH Joanneum.

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