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Mit Backflips und Willenskraft ans Ziel

in Allgemein/SPORT von

In der Skatepark-Hauptsaison wagen sich wieder Klein und Groß auf BMX oder Scooter an verschiedenste Tricks. Einer davon ist Tamás Kunecz. Der BMXler im Gespräch über seine vielfältige Arbeit, den Volksgarten und darüber, was man braucht, um auf zwei Rädern Erfolge zu erzielen. 

Wenn Tamás Kunecz nicht gerade als Trainingstherapeut tätig ist, für Veloblitz Dokumente transportiert oder mit seinen Freunden Videos dreht, trifft man ihn höchstwahrscheinlich im Skatepark an. Tamás, der sich, um Missverständnisse zu vermeiden, lieber Tomi nennt, ist aus Szombathely, einer Stadt in Ungarn. 

Sport-Allrounder

Sportlich hat er schon so ziemlich alles ausprobiert. Vom Laufrad über das Go-Kart bis hin zum Skateboard. Im Endeffekt war es dann doch das Fahrrad, das Tomi am meisten begeisterte. Schon als Kind konnte ihn niemand davon abhalten, mit dem Rad über Ziegelsteine, Holzbretter und Bäche zu springen. Nachdem er in einem Skatepark tricksende BMXler gesehen hatte, war es soweit: ”Da habe ich gewusst, ja, das ist etwas für mich! Zwei Wochen später habe ich mit meinem ersparten Geld mein erstes BMX gekauft,” erzählt er. 

In Österreich besuchte er zunächst zwei Jahre eine Hauptschule im Burgenland und absolvierte danach die Matura. In Graz schloss er das Studium der Sportwissenschaften mit dem Master ab. Mittlerweile ist der BMXler vielseitig beschäftigt. Als Fahrradbote bei Veloblitz transportiert er neben Dokumenten für unterschiedliche Betriebe auch Blutproben von Krankenhaus zu Krankenhaus. “50 Kilometer an einem Tag ist dabei eigentlich wenig”, sagt er schmunzelnd. Der Spaß komme dabei dennoch nicht zu kurz, bestätigt er. Hauptberuflich ist Tomi als Trainingstherapeut bei der kardiologischen Reha des PRO Kompetenzzentrum Graz tätig und führt unter anderem Belastungstests durch. Das Zentrum befindet sich in der Eggenberger Allee. 

Immer auf der Suche nach neuen Rampen und Herausforderungen. Foto: Roland Banko

Zu wenig Platz im Volksgarten-Skatepark

“Den finde ich leider nicht so super für das BMX-Fahren“, sagt der 28-Jährige über den Skatepark im Volksgarten. Einerseits sei der Park im Vergleich zu anderen in Graz, wie beispielsweise der Grünanger, sehr klein. Andererseits merke man seiner Ansicht nach, dass die Rampen und Curbs eher “von und für Skateboarder:innen” gebaut wurden. Er findet, dass die Obstacles besser an BMX-Räder angepasst werden müssten. Tomi erzählt, dass man mit der Radgabel beim Springen bei einer Rinne stecken bleiben könne, die Hindernisse müssten außerdem etwas höher gebaut sein. “Da springst du nicht gerne drauf, wenn du weißt, dass vielleicht wieder etwas passiert. Dabei habe ich dann immer ein schlechtes Gefühl.”

Motivation und menschliche Pushmittel

In Tomis Heimatstadt existiert kein Skatepark mehr und somit auch kein “BMX-Leben”, wie er es nennt. “Ich finde, man braucht Skateparks, damit man eine Community hat”, fügt er hinzu. “Wenn ich mit Leuten unterwegs bin, pushen wir uns gegenseitig und man traut sich auch Tricks, die man nicht macht, wenn niemand da ist.” Aus eigener Erfahrung heraus kann er bestätigen, wie wichtig es ist, im Falle einer Verletzung jemanden dabei zu haben, der helfen kann. 

Auf die Frage, ob Skateparks auch im Winter eine Anlaufstelle für ihn sind, antwortet der BMXler: “Bei fünf Grad geht es noch, wenn es aber Minusgrade hat, bin ich eher nicht im Skatepark.” 

Beim Backflippen in Ungarn. Foto: Roland Banko

Keine halben Sachen

“Für mich gibt es kleinere Ziele, die ich erreichen will, aber davon leben ist für mich, glaube ich, unmöglich.” Das Radfahren, speziell mit dem BMX, soll aber trotzdem sein größtes Hobby bleiben. Immerhin besitzt er im Moment vier Fahrräder, die bei ihm je nach Lust und Laune regelmäßig zum Einsatz kommen. Einen neuen Trick zu erlernen oder Videos zu drehen gehört zu den Challenges, die Tomi immer wieder begegnen. Seiner Meinung nach brauche es mehr als den Wunsch, etwas zu schaffen. Geduld und Wille seien gefragt, denn manchmal brauche es über 100 Versuche, bis ein Trick filmreif ist. “Du musst zeigen, dass du es wirklich schaffen möchtest. Und nicht nur halb.“ 

 

Titelbild: Tomi während eines “Barspins”, eine Lenkerdrehung. – Foto: Roland Banko 

 

Mein Name ist Karoline Pilich. Ich habe an der GIBS Graz maturiert, war dann ein Jahr als Au Pair in Spanien und studiere jetzt Journalismus und PR an der FH Joanneum.

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