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Die Speis im Stadtteil: Foodcoop EggenLend

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Regionale, fair produzierte Produkte für alle. Das ist das Anliegen der Foodcoop EggenLend. Der Verein lädt all jene ein, die unbedachtem Konsum entgegenwirken und dabei regionale Landwirt:innen unterstützen wollen. Seit der Gründung der Foodcoop ist ein Jahr vergangen. Nun wird es Zeit für eine Zwischenbilanz.

von Clara Elisabeth Wehinger und Alisa Schwarz

Nur eine Minute Gehweg von der Bim-Haltestelle Georgigasse entfernt, weisen zwei begrünte Hochbeete den Weg ins Stadtteilzentrum EggenLend. Der verwinkelte Raum ist seit einem Jahr Sitz der Foodcoop-Gemeinschaft EggenLend. Auf einem kunterbunten Sofa in einer Nische des Raums sitzen Stephan Pabst und Wolfgang Kogler aus der Gründungsgruppe des Konsumvereins. 

Gute Lebensmittel für alle

Stephan Pabst hatte bereits während seines Studiums in Wien erste Berührungspunkte mit Foodcoops. “Für mich war das einfach immer das ideale Modell, direkt in der Nachbarschaft einzukaufen und mit Menschen mit ähnlichen Interessen in Kontakt zu treten”, meint der studierte Agrarwissenschaftler. Auch Wolfgang Kogler fand schnell Gefallen an der Idee einer Foodcoop. „Mir sind wertvolle Lebensmittel total wichtig. Ich möchte gerne wissen, wo sie wachsen. Und ich möchte, dass so viele Leute wie möglich von guten Lebensmitteln und den guten Herstellungsprozessen profitieren können“, erklärt er.  

Gute Lebensmittel für alle – das Ziel der Foodcoop EggenLend. Foto: Foodcoop EggenLend

Nicht nur die Verbraucher:innen profitieren

Mit dem Foodcoop-Konzept können Konsument:innen mit den Bauern und Bäuerinnen, durch direkten Handel, faire Preise vereinbaren. Durch die bewusste Auswahl an Produzent:innen möchte die Foodcoop diese nicht nur unterstützen, sondern auch Greenwashing entgegenwirken. “Unser Anliegen ist es, dass man gute Lebensmittel für möglichst viele Menschen im Stadtteil bereitstellt“, erklärt Kogler. Pabst beschreibt es so: “Im Grunde ist es wie eine Speis im Stadtteil. Und da lassen sich alle ihre bestellten Produkte hinliefern.“ Mitglieder der Foodcoop bestellen im Vorhinein auf einem Online-Portal und holen diese anschließend im Stadtteilzentrum ab. Durch ein Schlüssel-Safe-System ist die Abholung für Mitglieder rund um die Uhr möglich.  

Gemeinschaft für alle

Eine Handelsgemeinschaft, in der sich alle Mitwirkenden einbringen und in der jede:r immer zu Wort kommen kann, bringt viele Vorteile. Etwa werden die Preise sehr transparent gehalten. Beim Bestellen wird man direkt über die Kilopreise informiert. Natürlich sind die Produkte nicht so günstig wie bei Großkonzernen, dafür werden Qualität und faire Bezahlung großgeschrieben. Die Coop bietet auch Raum für Austausch und gemeinsame Projekte. Ein besonderer Fokus liegt auf der Ernährung und dem Bewusstsein für Lebensmittel. Im letzten Jahr wurde im Rahmen des Projekts “Kulturküche” gemeinsam gekocht, auch Kino- und Spieleabende sind immer wieder geplant, um die Gemeinschaft zu stärken. Aktives Engagement ist eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Foodcoop. Nur so kann der Verein alle organisatorischen und anderweitigen Aufgaben bewältigen. 

Eindrücke des Projekts ”Kulturküche” im vergangenen Jahr. Foto: Foodcoop EggenLend

Ruf nach Partizipation

Jeden zweiten Mittwoch im Monat gibt es ein Treffen mit allen Mitgliedern. “Wir haben noch nicht so viele Mitglieder, wir freuen uns, wenn wir mehr werden. Aktuell sind wir zwölf Mitglieder, die bestellen mal mehr oder weniger”, verrät Kogler. Vor allem die Tatsache, dass man sich im Verein bei organisatorischen Dingen einbringen soll, schrecke manche Menschen vor einer Mitgliedschaft ab. Zurzeit versorgt die Foodcoop EggenLend ihre Mitglieder mit drei Produzent:innen – Pabst und Kogler hoffen aber auf ein Wachstum innerhalb des Vereins. “Wenn wir 60 Mitglieder haben, voll super. Da wäre ein guter Betrieb möglich, dann macht es wirklich Sinn. Und da kann man sich dann auch um mehr Produzenten bemühen”, fügt Kogler hinzu. 

Infobox

Im Verein Foodcoop EggenLend ist jeder erwünscht. Im gemeinsamen Dialog im Stadtteilzentrum werden potenzielle Mitglieder in die Thematik eingeführt und bestehende Mitglieder auf den neuesten Stand gebracht. Die Treffen finden in 14-tägigem Abstand statt.

Titelbild: Wolfgang Kogler, Narine Harutyunyan (Freiwillige im Rahmen vom Freiwilligendienst des Europäischen Solidaritätskorps im Stadtteilzentrum EggenLend) und Stephan Pabst vor dem Stadtteilzentrum EggenLend. Foto: Clara Elisabeth Wehinger

 

 

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