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Der Straßentrommler vom Lendwirbel

in LENDWIRBEL von

Der Trommler Konrad Prettner ist auch dieses Jahr wieder beim Lendwirbel dabei und lädt am Donnerstag, den 2. Mai, um 16 Uhr zu seinem Trommel-Workshop am Südtirolerplatz ein. Wie der Perkussionist zu seiner Passion fand und seit acht Jahren Wirbel in das Straßenfest bringt.

Inmitten des jährlich stattfindenden Lendwirbels steht ein Mann, der den Takt des Festes seit acht Jahren untermalt. Mit Trommeln ausgerüstet findet man Konrad Prettner auch dieses Jahr am Straßenfest. Er will Besucher: innen die Kunst der Perkussion, das Spielen von Schlaginstrumenten, näherbringen.

Trommeln lernen

In den Workshops für Anfänger: innen wird üblicherweise mit der afrikanischen Djembe musiziert – hüfthohe, kelchförmige Trommeln, die zwischen die Beine geklemmt werden. „Ich unterrichte unter dem Motto „What you can say, you can play.“ Das heißt, ich arbeite ohne Noten, weil nicht jeder Noten lesen kann“, erklärt Prettner. Es werden Sätze gelernt, die dann genauso wie man sie spricht, gespielt werden. Aus „One Banana“ wird beim Spielen also „One ba-na-na“ – Schlag, Pause und drei schnelle Schläge. So spielt man von Anfang an Rhythmen, die man sich durch den Einsatz von Sätzen leichter merken kann. „Ich muss sagen, ich habe durch die Workshops auch selbst extrem viel gelernt“, meint Prettner. „Spielen kann man bald, aber das auch weitergeben, das ist eine ganz eigene Sache.“

Prettners Weg zum Trommeln

Um die Kunst des Trommelns weitergeben zu können, braucht es Erfahrung und Leidenschaft. Daran mangelt es Prettner nicht. Vor über dreißig Jahren besuchte er das erste Mal eine Trommelshow und fand dort die Liebe zu Schlaginstrumenten. „Ich habe mir von dieser Sri Lanka Reise die erste Trommel mitgebracht. Nein gar nicht eine, ich habe mir gleich drei Trommeln mitgebracht“, lacht er im Interview mit der Annenpost. Danach hat er sich das Spielen auf den Trommeln selbst beigebracht, später nahm er dann auch Schlagzeug- und Rhythmuslehre Unterricht. Heute kann Prettner von seiner Musik leben und ist Gründer von “Baustelle Percussions” – eine Musikgruppe, die auch Musik-Workshops anbietet. Vor einem Jahr hat er seine erste CD aufgenommen. „Ich habe meine CD One Take eingespielt, weil ich einfach im Flow war. So wie ich es fühle, habe ich diese CD aufgenommen“, erzählt er stolz.

Konrad Prettner beim Trommeln – Foto: Baustelle Percussion

Die Straße als Proberaum

Normalerweise spielt Prettner aber nicht im Studio. Am liebsten ist er draußen in der Sonne. Das ist auch ein Grund, warum er seit einigen Jahren auf der Straße spielt. Auf die Frage, wie er dazu gekommen ist, lacht der Musiker: „Scheinbar, weil ich nicht gerne probe. Das fällt auf der Straße alles weg, denn auf der Straße gibt es nur eine Regel. Die heißt durchspielen.“ Die Anfänge auf der Straße waren eine Überwindung für den Trommler, denn anders als wenn man gebucht und erwartet wird, muss man sich auf der Straße den ersten Applaus verdienen. Man braucht Selbstvertrauen. „Wenn die Leute bei dir vorbei gehen, ist das niederschmetternd“, erzählt der Straßenmusiker. Das Spielen auf der Straße will er dennoch nicht missen – er genießt es, vor Publikum zu proben und auch die Begegnungen sind es wert. So kann es passieren, dass plötzlich ein Passant oder eine Passantin dazustoßen und mitsingen oder spielen.

Jam beim Lendwirbel

Dafür gibt es dieses Jahr auch beim Lendwirbel Platz. Beim “Open-Jam Wohnzimmer” am Südtirolerplatz sind am 2. Mai von 17:00 bis 22:00 Uhr alle eingeladen, zusammen zu musizieren, auch Prettner ist mit dabei. Seit 8 Jahren ist er schon fixer Bestandteil des Straßenfestes und bringt mit verschiedenen Projekten immer Wirbel ins Fest, ob mit einer, zu einem Instrument umgebauten Küche oder seinen musikalischen Einlagen. Prettner meint, beim Lendwirbel wäre es besonders wichtig, dass untereinander Vernetzung stattfindet. Hat jemand eine Idee, so fände sich immer schnell jemand, der hilft oder mitmachen möchte. Der Lendwirbel sei dieses Jahr wieder so wie er sein soll. „Ein Straßenfest, wo jeder und jede mitmachen kann und soll“, freut sich der Trommel-Experte.  

Titelbild: Straßenmusik – Foto: Baustelle Percussion

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