Schlupfhaus mit Spiel des Lebens am Lendwirbel
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Lendwirbel trifft auf Schlupfhaus – Spiel des Lebens

in Allgemein/LENDWIRBEL von

Notschlafstelle, psychologische Betreuung und Jugendcoaching: Das bietet das Caritas Schlupfhaus Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 21 Jahren. Am 2. und 3. Mai 2024 will das Team mit einem Stand am Lendwirbel den Austausch zu aktuellen Themen fördern.

Von: Simone Seifter und Nina Rauch

Das Caritas Schlupfhaus, das von Jugendlichen für zehn Nächte im Monat aufgesucht werden kann, bietet einen sicheren Schlafplatz für sieben Jungen und fünf Mädchen. Aufgeteilt in Einzel- und Doppelzimmer. Jugendliche und junge Erwachsene – die meisten zwischen dem 15. und 17. Lebensjahr – können hier ohne Voranmeldung und auch in akuten Krisensituationen kommen. Im besten Fall brauchen die Teenager:innen nur eine Nacht Abstand von zu Hause, im schlimmsten Fall haben sie gar keinen Schlafplatz mehr.

Aufgebaut ist das Schlupfhaus auf mehreren Pfeilern, dazu zählen die Notschlafstelle, die letztes Jahr 883 Mal genutzt wurde, die Einzelfallarbeit und die Wohnbegleitung. Doch auch das ambulante Angebot ist ein wichtiger Teil – hier wird beraten, gemeinsam gekocht und gerätselt. Ein geschützter Raum ist das Ziel. Außerdem versucht das Team, die Jugendlichen an andere Beratungsstellen weiterzuleiten. „Das Schlupfhaus ist so ein bisschen die letzte Station vor der Straße”, meint Helen Bruckner, die in der Notschlafstelle, im ambulanten Angebot und in der Einzelfallarbeit tätig ist.

Die Anfänge des Schlupfhauses

„Das Schlupfhaus ist tatsächlich nach dem Vorbild vom ‚Schlupfhuus‘ gegründet worden, das es in der Schweiz gibt”, erklärt Bruckner. Um in Österreich mehr Notschlafstellen bereitzustellen, baute man 1996 ein Containerhaus. Seit 1999 haben die betroffenen Jugendlichen auch in Graz, am Mühlgangweg 1, die Möglichkeit, ein niederschwelliges Angebot zu nützen. Die Caritas ist der Träger, aber auch das Land Steiermark und die Stadt Graz fördern laut Bruckner die Einrichtung.

Die Sozialpädagogin meint: „Das Wichtigste an der ganzen Sache war tatsächlich einfach die Niederschwelligkeit.” So kann man unbürokratisch und gratis vorbeischauen und sollte man älter als 21 sein, wird nach einer passenden Lösung bei anderen Einrichtungen gesucht. Zudem müssen die Jugendlichen nicht gleich über den Grund ihrer Anwesenheit sprechen, wenn sie das nicht möchten. Bei der Ankunft von unter 16-Jährigen telefoniert das Personal mit den Erziehungsberechtigten. „Wir haben sehr viele aus Graz, aber wir sind tatsächlich zeitweise auch länderübergreifend oder bundesländerübergreifend”, sagt Bruckner zu den Herkunftsorten der Jugendlichen.

Das Wohnzimmer im Caritas Schlupfhaus – Foto: Amina Abdulahovic

Austausch am Lendwirbel

Die meisten stoßen durch Google oder durch „Mundpropaganda“ auf das Schlupfhaus. Aus diesem Grund ist Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeiten der Einrichtung. “Awareness” schaffen ist auch das Ziel des Stands beim diesjährigen Lendwirbel. Die Leute sollen erfahren, dass es das Schlupfhaus gibt und wie das Prinzip dahinter funktioniert. Außerdem will das Schlupfhaus-Team Aufmerksamkeit auf das Problem der Jugendwohnungslosigkeit lenken, das im alltäglichen Leben nicht so präsent ist.

Beim Lendwirbel will das Team zeigen, dass die Betroffenen meist nichts für ihre Situation können, dass meist viel Pech dazu gehört und eine missliche Lage oft von externen Faktoren abhängt. Dies wird im Rahmen des “Spiel des Lebens” umgesetzt. Äußere Einflüsse wirken auf die Teilnehmer:innen ein, die nichts dagegen tun können. „Es ist uns einfach wichtig, dass wir da enttabuisieren und entstigmatisieren und einfach auch ein bisschen zeigen, dass das Leben einem manchmal gemein in die Karten spielt und dann muss man mit der Situation irgendwie umgehen”, erläutert Helen Bruckner die Ziele der Lendwirbelpräsenz.

Es wird auch ein Schätzspiel geben, in dem es darum geht, wie viele Personen das Caritas Schlupfhaus pro Monat und Jahr nutzen. Des Weiteren findet natürlich der Austausch über aktuelle Themen wie prekäre Wohnversorgung und strukturelle Ungleichheit statt. Alle Interessierten können am Donnerstag, dem 2. Mai, am Mariahilferplatz und am Freitag, dem 3. Mai, am Hieristplatz-Platz am Spiel des Lebens teilnehmen.

 

Titelbild: Das Caritas Schlupfhaus bietet Schutz – Foto: Amina Abdulahovic

 

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