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Regenbogenfarbene Liebe gegen einfarbigen Hass

in POLITIK & WIRTSCHAFT von

 Gemeinsam Liebe verbreiten und zelebrieren in Zeiten eines massiven politischen Rechtsrucks. Wie sieht die politische Stimmung im Annenviertel aus? 

Die Europawahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das rechte Gedankengut findet in der Gesellschaft wieder viel mehr Zuspruch. Diese Entwicklung betrifft vor allem Personengruppen denen rechte Parteien gegenüber weniger positiv gestimmt sind. Die LGBTQIplus- Community muss leider immer noch mit zahlreichen Anfeindungen und Schwierigkeiten im Alltag leben. Wie sah die Stimmung während des Pride Months Juni im Annenviertel aus und besteht die Angst die Politik könnte in die hart erkämpften Rechte der queeren Community eingreifen?

Offenheit garantiert?  

Wer das Annenviertel über die Erzherzog- Johann- Brücke betritt, überquert zuerst einen regenbogenfarbenen Zebrastreifen. Das Viertel steht für jung divers und hip und bietet der LGBTQIplus-Community viel an Raum und speziellen Angeboten. Von Queer clubbing bis hin zu Stammtischen und Versammlungen legen sich die Annenviertler Interessensvertretungen mächtig ins Zeug, der Szene Platz zu schaffen und Wohlfühlorte zu kreieren. Doch wie wird sich das ändern, wenn die Politik dagegen ist?  

Viel aber noch nicht genug

Im Gespräch mit Michelle, von den Queerreferaten Graz, erfahren wir, dass trotz des positiven Engagements und der Wende hin zu Toleranz und Offenheit noch viel zu tun ist und das Thema Gleichberechtigung noch lange keine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem, wenn die politische Unterstützung fehlt. Die stimmenstärkste Partei bei den Europawahlen war diesmal die FPÖ. Von Mitgliedern dieser Partei hört man oft Sprüche wie: „Wer in der Früh eine Stund‘ lang überlegen muss als welches Geschlecht er aufsteht, der kann auch nichts leisten.“(Zitat: Manfred Haimbuchner) „Das zeigt dass es besonders was Trans- und non-binäre Personen betrifft viel zu wenig Akzeptanz und Aufklärung in der Politik gibt“, bemerkt die Interessensvertreterin der Queerreferate. 

Auch die Anfeindungen nehmen zu. „Die Leute trauen sich das jetzt wo dieses Gedankengut mehr Macht hat viel mehr aber genau deshalb müssen wir auf die Straße gehen und zeigen, dass wir keine Angst davor haben.“, erzählt ein junger CSD-Teilnehmer. 

Teilnehmerinnen des CSD.-Foto: Clara Stubenrauch

Heiterkeit gegen Hass

Der Christopher Street Day wird am 29. Juni als krönender Abschluss des Pride Month in Graz gefeiert. Die Teilnehmer:innen wollen ein Zeichen setzen: „Wir sind da wie wir sind und wir sind stolz darauf.“ FPÖ Politker Martin Antauer gibt allerdings ein Statement in Bezug auf die Pride- Parade in Sankt Pölten ab, in dem er diese als „Zeichen der Dekadenz“ und als „reine Provokation“ bezeichnet. Für die queere Community ist es aber gerade deshalb wichtig, die hart erkämpften LGBTQIplus- Rechte öffentlich zu feiern. „Ich mache mir wirklich Sorgen, wie es politisch weitergeht, besonders wenn so viele Jugendliche, die es betrifft, dann nicht wählen gehen.“, erzählt eine Teilnehmerin der Pride Parade. 

Wagen auf der Pride Parade.-Foto: Clara Stubenrauch

Nicht nur türkis- blau

Es ist wichtig zu erwähnen, dass in der Politik auch viel Positives für die Rechte und die Sicherheit von queeren Menschen passiert. Parteien wie die SPÖ, die Grünen, die NEOS und die KPÖ nehmen aktiv am CSD teil und unterstützen das Pride Fest im Volksgarten mit Giveaways und Snacks. Eine Parteiangehörige der Grünen betont, wie wichtig es ihrer Partei ist auch auf Bundesebene Vorkehrungen zu treffen um die Sicherheit und Inklusion aller Menschen zu sichern, auch wenn es zu einer rechten Regierung kommen sollte. Sie schätzen auch die Zusammenarbeit mit Annenviertler Vereinen, wie den „RosaLilaPantherinnen“ und wollen Safe Spaces in der Szene schaffen.

Stand am Parkfest im Volksgarten.-Foto:Clara Stubenrauch
Infobox

Queerreferate Graz: https://htugraz.at/queer/home

Titelbild: Pride Parade in Graz.-Foto: Clara Stubenrauch

 

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