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Die Farmahs: Eine Erfolgsgeschichte

in Allgemein/POLITIK & WIRTSCHAFT von

„Farmah‘s Indiensupermarkt“ verkauft seit 2005 Lebensmittel und Gewürze aus aller Welt in der Annenstraße. Seit fünf Jahren betreibt die Familie in der Herrengasse auch das Modegeschäft „Farmah‘s Trendy Zone“. Was das Erfolgsrezept des Betreibers ist und wie er es von der „Straße der Leerstände“ in die bekannteste Einkaufsstraße von Graz geschafft hat.

Von Butter Chicken Masala Gewürzmischung über Haaröl und Heidelbeerfanta bis zu Instant Nudeln – in Farmah´s Indiensupermarkt in der Annenstraße gibt es kaum etwas nicht. Mehr als 4000 verschiedene Produkte verkauft Amet Farmah in seinem Geschäft, das er 2018 von seinem Vater Farmah Bhupinder Singh übernahm. Seitdem hat er das Importvolumen erhöht, die Produktpalette dadurch fast um das Doppelte ausgebaut und damit nicht nur einen Kund*innen -, sondern auch einen Umsatzzuwachs erzielt. „Ich begegne immer wieder Kund*innen, die in einem Restaurant in Graz oder Wien waren und dann die Zutaten für diese Rezepte bei mir suchen“, sagt Amet Farmah stolz. Er profitiere vor allem von dem guten Image, das sich sein Vater über Jahre aufgebaut hatte.

Die Farmahs – eine schrecklich erfolgreiche Familie

Der Indiensupermarkt ist nicht der einzige Betrieb der Familie. Da Amet Farmah, genau wie sein Vater und sein jüngerer Bruder, eigentlich Textilhändler ist, hat er in seiner geschäftlichen Selbstständigkeit einen Schwerpunkt auf Kleidung gesetzt. Direkt neben dem Indiensupermarkt befindet sich „Farmah‘s Day Mode“, ein Modegeschäft, das seit 25 Jahren italienische Bekleidung in der Annenstraße anbietet und momentan von Amet Farmah’s Frau geführt wird.

Das zweite Geschäft der Familie Farmah in der Annenstraße – Foto: Franziska Jaeger

Über die Jahre hat die Familie aber weit über das Annenviertel hinaus expandiert. Zwei weitere Modegeschäfte namens „Farmah’s Trendy Zone“ unter der Leitung von Bruder und Schwägerin, befinden sich jeweils im Grazer Einkaufszentrum Shopping Nord und in der Shoppingcity Seiersberg. Last but not least hält sich seit fünf Jahren die dritte „Trendy Zone“ in der größten und bekanntesten Einkaufsstraße Graz, der Herrengasse.

Klein, aber fein!

Es habe damals, erzählt Amet Farmah, nicht unbedingt den Wunsch gegeben, genau in die Herrengasse zu expandieren. „Aber dort, wo man es als sinnvoll sieht, versucht man zu landen. So war es auch bei mir.“ Man möge denken, dass man es als Besitzer eines so kleinen Geschäfts schwer hat, sich zwischen den renommierten Händler*innen und den großen Ketten in der Herrengasse einen Namen zu machen. Hier verweist Amet Farmah erneut auf die gute Reputation des Unternehmens, die ihm schon viele Wege auf eine einfachere Art und Weise erleichtert hat. Wenn man in so einer Lage erfolgreich sein will, müsse man sich von den Ketten unterscheiden. „Man muss einfach versuchen eine andere Schiene zu fahren.“ Der große Unterschied im Vergleich zu „Farmah’s Day Mode“ liege hauptsächlich beim Alter der Zielgruppe und dementsprechend auch bei den Preisen, sagt Amet Farmah. So ist die Produktauswahl in der Annenstraße eher auf jugendliche Kundschaft ausgerichtet und die in der Herrengasse auf Kund*innen ab zirka 35 Jahren.

„Farmah’s Trendy Zone“ in der Herrengasse – Foto: Felix Neumann

Corona in jedem Lebensbereich

Dabei hat auch die Unternehmerfamilie die Pandemie zu spüren bekommen. Als die Annenpost Amet Farmah im Jänner das erste Mal besuchte, stand er alleine und sichtlich angespannt in seinem Supermarkt. Er erklärte, dass die Hälfte seiner Mitarbeiter momentan an Corona erkrankt sei, er deswegen keine freie Minute habe, und sich darauf konzentrieren müsse, in seinen Betrieben alles am Laufen zu halten.
Da die Textilbereiche in den staatlichen Schließungsmaßnahmen während der Lockdowns meistens mitinbegriffen waren, war der Indiensupermarkt in diesen Phasen sein einzig offenes Gewerbe. Doch auch hier merkte er einen Rückgang an Kund*innen. „Im Lockdown gehen die Leute sehr eingeschränkt raus. Sie kaufen eben nur dann, wenn sie wirklich etwas brauchen. Da muss man schon mit Umsatzeinbußen rechnen, aber es war glaube ich weltweit so“, sagt Amet Farmah trotzdem sehr gelassen. Die weiteren Lockerungen der Maßnahmen lassen ihn nun wieder hoffen.

 

Titelbild: Amet Farmah mit seinem Vater Farmah Bhupinder Singh in ihrem Supermarkt – Foto: Farmah’s Indiensupermarkt

Eine neugierige, bisschen verpeilte, aber eigentlich ganz nette Oberösterreicherin, der die Steiermark auch ganz gut gefällt.

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