Lesezeit: 3 Minuten, 4 Sekunden

Cheerleading: Spitzensport am Spielfeldrand

Neben Touchdowns und knallharten Tacklings, sind sie der wichtigste Bestandteil eines Football-Spiels: die Cheerleader. Mit aufwendigen akrobatischen Choreographien bringen sie Spieler und Zuschauer in Wettkampfstimmung. Ein Besuch bei den Spirit Stars und den Sparkles der Projekt Spielberg Graz Giants.

Teamspirit steht bei den Cheers an erster Stelle. Foto: Projekt Spielberg Graz Giants

Während dem Spiel der Projekt Spielberg Graz Giants geht es nicht nur auf dem Spielfeld heiß her. Die Cheerleader der Projekt Spielberg Graz Giants feuern am Spielfeldrand ihre Footballer mit Chants und Cheers ordentlich an. Die Pyramiden, Flyers und Jumps der Spirit Stars sind mehr als reine Pausenfüller. Cheerleading ist eine harte Sportart und stetig auf der Suche nach jungen Nachwuchstalenten. Sandra Pilz war zehn Jahre lang selbst aktiver Senior Cheerleader und ist seit 2012 Coach der Cheerleading-Jugend. Durch ihre Erfahrung und Einsatzbereitschaft konnte sie 2015 zur Nachwuchsleiterin aufsteigen. „Auch die Nachwuchsarbeit im Bereich Football mit Max Sommer ist in den letzten Jahren wahnsinnig toll gewachsen und dient der Cheer-Sektion als Vorbild“, sagt Pilz. „Sinn und Zweck der Jugendarbeit im Bereich Cheerleading ist es, das Senior Team mit optimal ausgebildeten Athletinnen zu beschicken. Deshalb ist die Nachwuchsarbeit so wichtig, mit ihr steht und fällt der Erfolg des besten Teams.“

Sandra Pilz (li.) will mit ihren Coaches den jungen Mädchen das Cheerleading beibringen. Foto: Projekt Spielberg Graz Giants

Echte „Cheers“ von klein auf
Interessierte Mädchen können bereits mit sechs Jahren in das „Cheer-Geschehen“ einsteigen. Da die Cheerleader der Giants auch an Meisterschaftswettbewerben teilnehmen, ist ein anspruchsvolles Training das A und O für den Erfolg. „Im Nachwuchsbereich ist es wichtig die Grundbausteine des Cheerleadings einzuüben, um später als Senior Cheerleader davon profitieren zu können. Die Trainings der Kleinen sind aber noch sehr spielerisch gestaltet, jedoch nicht weniger leistungsorientiert als das der Großen“, sagt die Nachwuchsleiterin.

Blaue Flecken an der Tagesordnung
Auch die ehemalige Cheerleaderin Eva Gasser musste das leistungsorientierte Training durchstehen. Oft ist sie nach den Trainings mit mehr blauen Flecken nachhause gekommen, als ihr Kollege Andreas Pirker, der bei den Footballern der Giants spielt. Sie übte bereits vor ihrer Cheerleading-Karriere Sportakrobatik aus und sammelte jahrelang Erfahrung als Turnerin. „Ich war insgesamt zwei Jahre lang Cheerleaderin bei den Giants“, erklärt die Studentin. „Da ich bereits Sportakrobatik gemacht habe, konnte ich sofort einsteigen, aber ich habe schon nach kurzer Zeit bemerkt, dass Sportakrobatik meine Leidenschaft ist und nicht das Cheerleading.“ Gasser findet die Nachwuchsarbeit von Sandra Pilz und ihren Kolleginnen jedoch sehr wichtig und meint, dass sie auf dem richtigen Weg seien. „Die jungen Mädchen trainieren dreimal pro Woche und lernen dadurch Disziplin und Teamwork“, sagt Gasser. Den Giants ist es ein Anliegen, den Kindern Werte wie Teamgeist und Zusammenhalt zu vermitteln und sie für den Sport zu begeistern. Dahinter verbirgt sich viel freiwillige Arbeit, die Pilz und ihre Kolleginnen aber gerne machen. „Es steckt viel Liebe und Leidenschaft in meiner Arbeit, da es für mich einfach der tollste Sport der Welt ist“, sagt die Nachwuchsleiterin.

Die ehemalige Cheerleaderin Eva Gasser (li.) fühlt sich im Sportakrobatik-Dress wohler. Foto: Privat

Der richtige Sport für Kinder?
Schon die jüngsten Cheerleader sind bei Auftritten geschminkt und angezogen wie die Großen. Gerät dieser Sport dadurch nicht zu sehr in Verruf, wenn die Mädchen bereits in so jungen Jahren großteils auf ihr Äußeres reduziert werden? „Ich finde schon, dass der Sport Cheerleading ein Imageproblem hat. Auch in der Sportakrobatik trägt man sehr kurze Röcke und ist stark geschminkt, dazu äußert sich aber kaum jemand negativ“, sagt Gasser. „Außerdem sollten Sport und Bewegung im Vordergrund stehen. Wenn ein Kind Spaß daran hat und sich beim Training austoben kann, weiß ich nicht, was dagegenspricht.“ Die Trainerinnen sind optimal ausgebildet, waren selbst Cheerleaderinnen und der Erfolg der Giants-Cheer-Sektion spricht mittlerweile für sich.

Eine Auswahl an Erfolgen der Cheerleaderinnen:

2. Platz – Österreichische Cheerleader Meisterschaft 2009

5. Platz – Weltmeisterschaft Bremen 2009

4. Platz – Europameisterschaft Ljubljana 2011

2. Platz – Österreichische Cheerleader Meisterschaft 2012

3. Platz – Austrian International Open 2015

3. Platz – Österreichische Cheerleader Meisterschaft 2015

 

Interessierte Mädchen und Jungs werden immer gesucht. Per Mail oder Anruf kann man sich ganz leicht informieren. „In einem unverbindlichen Probemonat kann man in das Training reinschnuppern und zweimal im Jahr gibt es Probetrainings. Zu diesen sogenannten Tryouts können Mädchen ab sechs und Jungen ab 16 kommen, Cheerleading für eine Stunde ausprobieren und sich vor den Coaches für die Aufnahme in ein Meisterschaftsteam empfehlen“, sagt Pilz. Das nächste Tryout findet am Freitag, 17. März von 16-17 Uhr (Anmeldung ab 15:30) im ASKÖ Stadion Eggenberg statt.

Über den Autor

Katharina Hofer
Katharina Hofer
Familienmensch mit einer leichten Affinität zu Harry Potter & Game of Thrones. Liebt es unter Menschen zu sein, in der Heimat und am Fußballplatz. Die eigentliche Erfinderin des Duckfaces (nur das Passfoto schaut "normal" aus). Kann sich ausschließlich von Nachos und Cider ernähren.
Loading Facebook Comments ...

Kommentar hinterlassen on "Cheerleading: Spitzensport am Spielfeldrand"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


drei × 5 =