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“Klassenerhalt ist das Mindestziel”

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Nach dem Aufstieg in die Gebietsliga befindet sich der ESK Graz sportlich gesehen in der Krise. Vor dem Start der Rückrunde am Sonntag soll ein Interview mit Trainer Mario Domjanic und Kapitän Wolfgang Wieser Aufschluss über die Gründe geben. Für Wieser ist das Rückrundenziel klar definiert: Der Abstieg soll verhindert werden.

von Fabian Enzi, Felix Ernst und Elias Tockner

Nach konstant starken Leistungen im letzten Jahr krönte sich der ESK vergangene Saison zum Meister der 1. Klasse Mitte B und fixierte den Aufstieg in die Gebietsliga Mitte. Der Erfolgslauf fand jedoch diese Saison in der neuen Spielklasse schnell sein Ende und der Traditionsklub muss nun auf eine ernüchternde Hinrunde zurückblicken. Ein Blick auf die Tabelle zeigt die desaströse Form der Eggenberger in den ersten 12 Spielen: Mit 0 Punkten und 65 Gegentoren überwintert der Eggenberger Sportklub als Tabellenletzter.

Die Auslöser für die Krise

Doch was sind die Gründe für die sportliche Krise? Für Coach Mario Domjanic, der nach dem Abgang von Markus Leeb letzten Sommer vom Co-Trainer zum Trainer befördert wurde, sind die Ursachen klar auszumachen. Für die meisten Spieler war der Titel ein würdiger Abschluss ihrer Karriere beim ESK. Außerdem haben die Eggenberger nicht die finanziellen Möglichkeiten, ihre Spieler zu bezahlen. Somit gestaltet sich auch die Verpflichtung von neuen Spielern als schwierig. „Viele Spieler, auch sehr wichtige, haben uns letztes Jahr nach dem Meistertitel verlassen. Gerade einmal drei oder vier Spieler aus der Mannschaft vom Vorjahr sind uns erhalten geblieben.”

Trotz einiger Neuverpflichtungen vor der Saison war der Kader zu stark dezimiert, um in der Gebietsliga mithalten zu können. „Wir waren oft nur fünf bis sechs Spieler im Training und auch in den Spielen brachten wir gerade mal elf Mann zusammen. Da ist es schwierig eine Mannschaft zu formen“, so Kapitän Wolfgang Wieser, einer der wenigen Spieler, die dem Klub nach dem Erfolg im letzten Jahr treu geblieben sind. Die personelle Notsituation hatte auch den einen oder anderen kuriosen Positionswechsel zur Folge. So spielte beispielsweise der zuvor völlig unerfahrene Co-Trainer im Tor des ESK.

Hinzu kommt die spürbar höhere Qualität der Gegner in der neuen Spielklasse. „Es wird schneller und aggressiver gespielt und das sind einige Spieler noch nicht gewohnt“, betont Mario Domjanic.

Kapitän und Trainer vor einer blauen Schrankwand
Kapitän Wolfgang Wieser und Trainer Mario Domjanic (v.l.n.r.) sind zuversichtlich für die Rückrunde – Foto: Elias Tockner

Ein Neuanfang im Winter

Für die Rückrunde sind die Ziele ganz klar definiert: Der Klassenerhalt soll gesichert werden. Da sind sich der Trainer und sein Kapitän einig. Die beiden liefern auch Gründe für ihren Optimismus, in der Winterpause hat sich einiges getan beim ESK Graz. Laut ihnen seien acht oder neun Spieler dazugekommen, mittlerweile habe der Eggenberger Sportklub wieder einen 20-Mann-Kader.

Mit den, laut Domjanic und Wieser, qualitativ sehr hochwertigen Neuverpflichtungen, nutzten die Grazer die Wintervorbereitung gut, um sich als Mannschaft einzuspielen. In sämtlichen sechs Vorbereitungsspielen sei der ESK die spielbestimmende Mannschaft gewesen, gegen LUV Graz und SC Bäckerei Steiner Unterpremstätten II konnten die Eggenberger Siege einfahren. Mit weiteren drei Niederlagen und einem Unentschieden waren die Ergebnisse nicht ganz zufriedenstellend, über die Spielweise seiner Mannschaft beschwert sich Trainer Mario Domjanic aber nicht: „Wir haben gute Gegner gehabt, aber die Leistung war wirklich immer gut.“

Auf die Frage, wie die Erwartungshaltung für die Rückrunde ist, antwortet Kapitän Wolfgang Wieser lachend: “Meister werden wir nicht mehr.” Trainer Domjanic glaubt an die Wende und erwartet sich gute Leistungen von seiner Mannschaft und auch für Wieser ist der Klassenerhalt ein realistisches Ziel. Mit vier Punkten Rückstand auf SC Kalsdorf II ist man davon auch nicht weit entfernt.

Mit voller Zuversicht in die Rückrunde

Am Sonntag, dem 19. März, beginnt im ASKÖ-Stadion Eggenberg, der Heimarena des ESK, die Rückrunde und damit die Chance, sich in der Tabelle nach oben zu kämpfen. Der erste Gegner ist der ASKÖ Forno-Antico Murfeld. Nach der Hinrunde liegt diese Mannschaft in der Gebietsliga mit 22 Punkten auf Platz vier. Trainer Mario Domjanic erwartet sich allerdings einen Sieg. „Murfeld ist keine Überdrüber-Mannschaft, ich glaube schon, dass wir mitspielen können“, sagt er. Auch Kapitän Wolfgang Wieser ist überzeugt, dass es bereits am Sonntag besser läuft. „Ein Sieg muss drin sein, mit der Mannschaft, die wir jetzt haben und der Vorbereitung und ein Heimspiel, da muss das Ziel ein Sieg sein!“, behauptet Wieser. Die Zuversicht und Motivation für die kommende Rückrunde ist stark spürbar.

Die nächsten Spiele:

Sonntag, 19.03.2023, 15:00: ESK Graz – ASKÖ Forno-Antico Murfeld (ASKÖ-Stadion Eggenberg)

Sonntag, 26.03.2023, 15:00: ESK Graz – SV SW Lieboch (ASKÖ-Stadion Eggenberg)

 

Titelbild: Der ESK Graz bei der Vorbereitung auf die Rückrunde – Foto: Elias Tockner

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