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„Herzlich“ heißt und ist der neue Shop von „Jugend am Werk Steiermark“, welcher Anfang Dezember am Grazer Mariahilferplatz eröffnete. Das Geschäft ergänzt ein seit einigen Jahren erfolgreich laufendes Projekt des Unternehmens: die Produktionsschulen.

Von Max Sommer

 

IMG_2770Enthüllung des Geschäftslogos

 

Mit den Produktionsschulen werden arbeitssuchende Migranten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren beim Einstieg in die Berufswelt unterstützt. Die ohnehin schwierige Wirtschaftslage, soziale Anpassungsschwierigkeiten und persönliche Entwicklungskrisen sind Gründe dafür, warum die Jugendlichen keinen Job finden. Genau hier setzt Jugend am Werk (JaW) mit seinen Produktionsschulen an.

Insgesamt gibt es in der Steiermark sechs dieser Schulen. Hier lernen die Jugendlichen den handwerklichen Umgang mit diversen Materialien und Werkzeugen. Schweißen, Bohren, Hämmern und Fräsen – alles Tätigkeiten, die den Produktionsalltag der jungen Menschen bestimmen. Auch mit ihrem Catering haben sich die Produktionsschulen von JaW einen Namen gemacht. „Lernen durch Tun“ heißt das Motto, das dem Konzept der Schulen zu Grunde liegt. Aber auch Materialkunde und theoretisches Hintergrundwissen stehen auf dem Lehrplan.

Mit dem Shop „Herzlich“ wird den Teilnehmern der Produktionsschulen ein Absatzmarkt für ihre Werkstücke geboten. Geplant ist außerdem, die Jugendlichen in den Verkauf mit einzubinden und ihnen somit ein weiteres Lernfeld zu erschließen.

„Nicht nur Name, Ausstattung, Produkte und Betreuung sind herzlich, es steckt auch viel Herzblut in diesem Shop.“ Mit diesen Worten eröffnete Michael Ehmann, JaW-Vereinsvorstand, sichtlich gerührt am 1. Dezember den Shop. Die Besucher der Veranstaltung zeigten sich begeistert,  – von Beginn an florierte das Geschäft, bestätigt auch Shopleiterin Sandra Krammer. „Es ist nicht so, dass die Leute nur für den guten Zweck bei uns einkaufen, die Waren sind qualitativ hochwertig und einfach schön“, fügt sie hinzu.

IMG_2683„Herzliches“ Ambiente

 

Besonders beliebt sind Keramikschalen, Teller und Vasen in diversen Größen und Farbvariationen sowie Skulpturen aus Metallschrott. Aus alten bzw. verrosteten Stahl- und Antriebsketten, Hufeisen, Nägeln, Beilagscheiben und Sägeblättern werden unterschiedlichste Figuren gefertigt. Wer eines dieser Produkte besitzen möchte, muss mit Wartezeiten von bis zu drei Monaten rechnen.

IMG_2689Die Keramiken sind teilweise bis Ende März ausverkauft

 

Durch den Verkauf der Produkte sehen Jugendliche, dass ihre Arbeit geschätzt wird und den bezahlten Preis wert ist – das stärkt auch das Selbstvertrauen. Geplant ist neben dem Shop am Mariahilferplatz auch ein Webshop. Das Sortiment soll durch zahlreiche Downloadartikel wie E-Books, Fotos und Videos ergänzt werden.

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4 Comments

  1. ganz hübsches geschäft und tolle produkte (vorallem die Keramik und die Krippen). vorallem in den produkten steckt viel herz drinnen… das sieht man

    was mir jedoch nicht gefällt ist:
    1) das keine menschen mit behinderungen drinnen arbeiten … beim mosaik kiosk zb sind menschen mit behinderung vor ort und verkaufen produkte… wieso ist es hier nicht möglich?

    2) ist das lokal nicht barrierefrei… schade sehr schade… wie soll da jemand mit rollstuhl einkaufen fahren/gehen? oder mütter mit kinderwägen?

    3) ist mir zu ohren gekommen, (ich war selbst anwesend im geschäft als die verkäuferin dies einer betreuerin von jaw, die mit klientinnen dort war, ermahnte),
    dass sich die klientinnen der werkstätten anmelden müssen wenn sie in gruppen das geschäft besuchen wollen… beim kastner oder in einem anderen geschäft muß man sich ja auch nicht anmelden wenn man einkaufen gehen will, oder? was ist den daran normalisierung? und was daran ist herzlich?
    ausserdem ist es doch gut wenn viele menschen im geschäft sind… das macht die anderen menschen die vorbeigehen neugierig. wenn ein geschäft meist leer ist geht doch kaum wer rein. also mich hat es deshalb hineingezogen weil da soviele leute waren und war erfreut darüber das ich mit den künstlerinnen sogar persönlich reden konnte. ein klient zeigte mir stolz welche Keramik er gemacht hat.

    4) finde ich es sehr eigenartig das im sozialbereich rundherum kürzungen stattfinden und jaw für ein schickes nicht barrierefeies „vorzeige“ geschäft, geld übrig hat.

    herzlichst

  2. Hallo,

    Bezüglich Ihres Kommentares:

    Vorausschicken möchte ich, dass die Kritikpunkte in meinen Augen berechtigt, jedoch vielleicht besser an JAW zu richten sind.

    Zum ersten Punkt ist zu sagen, dass es von Seiten JAW’s geplant ist auch Klienten in den Verkauf einzubinden. Wann dies passieren soll ist mir nicht bekannt.

    Im Falle einer Sozialinstitution wäre es in der Tat angebracht barrierefrei zu bauen.

    Wie JAW mit seinem Budget umgeht muss die Geschäftsleitung entscheiden – die Einsparungsmaßnahmen im Sozialbereich gepaart mit der Eröffnung eines neuen Shops bietet allerdings Diskussionsstoff.

    Sollten Sie Interesse haben diese Punkte JAW mitzuteilen, können Sie den Link im ersten Absatz nutzen um auf die Website von JAW Steiermark zu gelangen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Max Sommer

  3. ein paar infos/klarstellungen:
    1) selbstverständlich wird der herzlich laden barrierefrei; alle erforderlichen anträge sind bei den behörden gestellt – die realisierung dauert nur ein wenig länger als wir für die errichtung des herzlich ladens zur verfügung hatten (3 monate)
    2) der herzlich laden ist keine shop der behindertenhilfe sondern der produktionsschulen. diese arbeiten mit Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren, die einen Migrationshintergrund aufweisen, Schule oder Ausbildung abgebrochen haben, arbeitslos oder arbeitssuchend sind.
    siehe auch: http://www.jaw.or.at/home/jlma/produktionsschulen/Produktionsschulen.php
    3) der herzlich laden ist also eine erweiterung des produktionsschulen konzeptes, auch wenn im laden auch produkte aus behindertenrichtungen verkauft werden
    4) der herzlich laden wird ab in den kommenden wochen auch dazu dienen, junge menschen mit behinderung in der berufsausbildung zu unterstützen.

    walerich berger
    geschäftsführer jugend am werk

  4. Fehler in der Anfangsphase eines Geschäftes dürfen und sollen gemacht werden, das ist nicht ungewöhnlich, daraus kann eine Menge gelernt werden. Fragwürdig ist jedenfalls warum diese Fehler dann nicht umgehend korrigiert werden wenn sie schon von der Öffentlichkeit derart kritisiert werden. Genehmigungen hin oder her, es ist doch keine Frage, dass eine Adaptierung nach den geltenden Gesetzen und Vorschriften her muß.

    Ich habe im Zuge der Eröffnung auch mit einigen Menschen mit Behinderung über die Arbeiten gesprochen. Dabei sind mir einige Ungereimtheiten aufgefallen. Eine große Zahl der Produkte ist, wie mir von einer Betreuerin erklärt wurde, aus den Produktionsschulen. Es sind also Hndwerklich hergestellte Gegenstände aus Projekten für Arbeitslose und Menschen mit Migrationshintergrund.

    Die Werke der Behinderten hätten nach Auskunft der Initiatoren dieses Projektes eigentlich gar nicht in diese Verkaufsräume integriert werden sollen. Vermutlich wäre dann einerseits die Hälfte des Platzes leer geblieben und andererseits will der geneigte Kunde mit dem Logo von Jugend am Werk nun einmal die Sozialromantik verbinden, dass beim Kauf eines Objektes aus diesem Geschäft, die Menschen mit Behinderung Unterstützung erfahren.

    Frei nach der Werbung – ein gutes Geschäft

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