Einige Swifties live vor Ort
Lesezeit: 4 Minuten, 21 Sekunden

Taylor Swift: Mini-Erdbeben im Annenviertel

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Taylor Swift, vor kurzem vom „Time“-Magazin zur Person des Jahres gekürt, hielt am Mittwoch im Rahmen eines Mottoabends zumindest musikalisch Einzug im Club Wakuum. Was macht den Hype um die Sängerin aus?

Wer an diesem Abend den Club Wakuum in der Griesgasse betritt, wird auf ungewöhnliche Art begrüßt: „Are you ready for it?“ So lautet eine bekannte Songzeile von Taylor Swift, das Video hat auf YouTube mehr als 340 Millionen Views. Jetzt ziert die Frage den Eingangsbereich des Clubs. Dafür, dass im Wakuum, das dafür bekannt ist, jungen Musiker:innen und Bands ein Sprungbrett in die Öffentlichkeit zu sein, ein Taylor-Swift-Abend stattfindet, ist Victoria Valta verantwortlich. „Das ist auf meinem Mist gewachsen!“, scherzt die Veranstalterin, die seit den Anfängen des Wakuum als regelmäßiger Gast, und seit einigen Monaten auch aktiv involviert ist.

Valta ist selbst ein echter „Swiftie“, das kann man an diesem Abend sehen und hören: Zu erleben gibt es eine Sieben-Stunden-Non-stop-Taylor-Swift-Playlist, zahlreiche, an die Sängerin angelehnte, Dekorationen wie etwa Albumcover oder bekannte Songtexte und eine Albumfarben-Nagellackierstation. „Natürlich erhoffen wir uns immer, dass auch neue Leute mal den Weg ins Wakuum finden“, so Valta über die Motivation für den Abend. Sonst gehe es einfach darum, einmal etwas anderes zu probieren und gemeinsam eine schöne Zeit zu haben.

Die Veranstalterin des Abends Victoria Valta
Sie ist der Mastermind hinter der Veranstaltung – Victoria Valta im Wakuum – Foto: Nina Gölz

Dass Taylor Swift Menschen in aller Welt zusammenbringt, hat die US-amerikanische Sängerin letztes Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie kommt ursprünglich aus dem Country-Genre, hat sich 2023 an die Spitze der internationalen Musikszene gekämpft und dabei als Songwriterin, Performerin und Marketing-Mastermind etabliert. Ihre Fans, die sich selbst „Swifties“ nennen, campieren monatelang vor Stadien, investieren Unmengen an Stunden in Theorien über Veröffentlichungsdaten neuer Alben und lösen mitunter sogar Erdbeben aus. Mit der Neuaufnahme ihres Albums „1989“ bricht Swift derzeit alle Rekorde und die Tickets zu ihrer „Eras“-Tour waren innerhalb von Minuten ausverkauft.

Nagellackierstation
Fans hatten am Abend die Möglichkeit, sich die Nägel in den Farben von Taylor Swifts Alben zu lackieren. – Foto: Nina Gölz

Musik, die verbindet

Warum das so unheimlich gut funktioniert? „Sie holt schöne Momente im Leben hervor und versucht, etwas Verbindendes zu finden, anstatt sich auf Unterschiede und Differenzen zu konzentrieren”, sagt Victoria Valta. “Darum habe ich mich auch in sie und ihre Musik verliebt.“ So ähnlich hat auch das „Time“-Magazin erklärt, warum es Swift unlängst zur “Person of the Year” ernannt hat – eine Ehre, die im Vorjahr zum Beispiel dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zuteil wurde.

 Kein 0815-Pop

Dass diese Wahl gerechtfertigt ist, finden auch Laura, Vali, Magda und Sara. Sie haben das Wakuum zwar zuvor schon gekannt, sind aber extra für Swift gekommen. An der Sängerin schätzen sie vor allem ihre Kunst, Texte zu verfassen, die einen persönlich berühren. „An den Lyrics merkt man einfach, dass da ein Stück von ihr drinnen steckt, dass es direkt von ihr kommt“, so Laura, die das Trikot des Footballspielers Travis Kelce trägt, mit dem Swift derzeit liiert ist. Auch dass die Sängerin sich im Laufe ihrer Karriere mehrmals neu erfunden hat, finden die Mädels bemerkenswert, denn gerade das mache sie so authentisch. „Sie zeigt dadurch, dass Veränderung etwas Natürliches ist und man sich immer weiterentwickeln darf und muss.“

Auch Musikbegeisterte, die eigentlich abseits von Populärmusik zuhause sind, finden diesen Abend den Weg ins Wakuum. Peter und Fabian haben zuvor in einem Nebenraum geprobt und sind „ein bisschen für Taylor Swift geblieben“. „Ich bin schon ein Mini-Swiftie“, gibt Peter augenzwinkernd zu. Die beiden finden die Idee des Mottoabends im Wakuum gut. Dadurch würden auch Frauen an Orte kommen, an denen Subkultur herrscht, meint Fabian. Er hört normalerweise Heavy Metal und Musik, die gegen den Mainstream geht. Popmusik sei oft zu generisch und wolle einfach viele Menschen erreichen. „Aber die Sachen, die man von Taylor Swift kennt, sind schon cool, weil ihre Songs persönlicher sind, wie die vieler anderer 0815-Pop-Künstler.“

Peter und Fabian im Wakuum
Nicht nur Hardcore-Swifties finden den Weg ins Wakuum. – Foto: Nina Gölz

Ganz verstehe Fabian den massiven Hype um die Sängerin zwar nicht, aber: „Warum sollte man ihr den Erfolg deshalb nicht gönnen?“ Zu Hardcore-Swifties haben die beiden Musiker eine klare Meinung: Es sei gut, wenn Menschen Leidenschaften im Leben haben. Man könne es trotzdem übertreiben. „Aber das kann man auch beim Fußball, bei jeder Band, bei jedem Sport und eben auch bei Taylor Swift. Solange es keinem wehtut ist ja nichts dabei.“ „Leben und leben lassen“, ergänzt Fabian.

Knackpunkt Klimawandel

Swifts Erfolg hat aber laut einer Studie der Digitalagentur Yard auch eine Schattenseite. Demnach führt Taylor Swift nicht nur die Chart-Ranglisten an, sondern befindet sich auch auf Platz 1 der Promi-Klimasünder. „Mit Klimaschutz kann man hier sicher nicht argumentieren“, meint auch Victoria Valta im Hinblick auf die Welttournee der Sängerin. „Das kann man zwar vermutlich auf jeden Künstler legen, aber trotzdem sollte es deswegen nicht egal sein.“ Auch Vali und Magda, die beide vegan leben, sehen Taylor Swifts Rolle in der Klimafrage kritisch. Es sei hier wichtig, als Fan trotzdem zu hinterfragen, was die Person macht, und ihr nicht einfach blind zu folgen.

Davon, dass Karrieren wie die von Taylor Swift auch im Wakuum beginnen können, ist Victoria Valta überzeugt. „Es ist egal, wo eine Karriere anfängt.“ Das Wakuum sei ein ideales Sprungbrett, man müsse nur ganz viel Energie hineinstecken – “Blood, Sweat and Tears” also, wie Swift in ihrem Song „You’re On Your Own, Kid“ beschreibt. Ob es in Zukunft öfter Mottoabende, vielleicht auch mit anderen Künstlern, gibt, wird sich laut Valta zeigen. Insgesamt zieht sie eine positive Bilanz: „Es sind mehr Leute gekommen als erwartet und ich habe dabei auch viele neue Gesichter gesehen.“

Diese Taylor-Swift-Songs verbinden Fans mit dem Annenviertel!
  •       „You Need To Calm Down” – Gerade in Gries und Lend prallen viele unterschiedliche Welten aufeinander, wodurch oft Konflikte entstehen. Der Song lässt sich als Plädoyer hören, Dinge entspannt zu sehen und mit Ruhe zu lösen.
  •       „Tied Together with a Smile“ – Ein freundliches Lächeln auf der Straße oder ein aufmunternder Grinser haben noch niemandem geschadet.
  •       „Long Live“ – Das Viertel hat eine lange und aufregende Geschichte – lang lebe das Annenviertel! 🙂

Hier geht’s zur Annenviertel-Playlist auf Spotify!

 

Titelbild: Laura, Vali, Magda und Sara sind für Taylor Swift ins Wakuum gekommen. – Foto: Nina Gölz

Seit meiner Geburt 2004 bin ich im obersteirischen Eisenerz daheim. Nach meiner Matura, die ich 2022 am dortigen BORG absolviert habe, verschlug es mich dann in die "Großstadt" nach Graz, wo ich zunächst ein Jahr Lehramt in den Fächern Englisch und Geschichte studiert habe. Vom Studium der Geschichte wechselte ich dann aber doch lieber zur Suche nach der passenden "G'schicht" auf die FH JOANNEUM und darf mich nun angehende Journalistin oder PR-Profi nennen. Nebenbei spiele ich Volleyball, lese gerne, höre Musik und verbringe Zeit mit meinen Freunden.

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