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Trash Panda: Drinks mit gutem Gewissen

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Anfang Mai eröffnete am Lendplatz eine neue Cocktailbar – der Trash Panda. Mit Nachhaltigkeit, Regionalität und einem Less-Waste-Konzept hebt sich die Bar von ihren Mitbewerbern ab.

Ein eisgekühlter Cocktail in der Hand, der Duft von heißen Burritos und Tacos in der Nase und leise spanische Sommerhits in den Ohren – wäre da nicht eine große Baustelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite, würde es sich nach einer Strandbar am Meer und nicht nach dem Grazer Lendplatz anfühlen. Dieses Gefühl bekommt man, wenn man an einem heißen Frühsommertag auf der Terrasse des Trash Panda, des neuesten Lokals der Schwestern Günzberg, sitzt und ein kaltes Getränk genießt. Der Trash Panda ist neben dem Shake Shaka und Tropicante,wo man auch essen kann, der dritte Stand am Lendplatz, den die Schwestern betreiben.

Inspiration aus den USA

Bereits seit Mai serviert die Cocktailbar am Lendplatz ihre Drinks. Geleitet wird das neue Lokal von Devika Hirsch: Seit Juli 2021 war sie als Kellnerin in einem anderen Betrieb der Schwestern Günzberg angestellt, bevor sie zum neuesten Projekt gestoßen ist und gemeinsam mit ihnen das Konzept für den Trash Panda entwickelt hat.

Neben Klassikern serviert der Trash Panda auch Eigenkreationen wie „Brominent“. – Foto: Christina Pschorr

Der Trash Panda hebt sich mit seinem Less-Waste-Konzept und einem besonderen Augenmerk auf Regionalität und Nachhaltigkeit von herkömmlichen Cocktailbars ab. Inspiriert wurde das gesamte Konzept unter anderem vom Trash Tiki Konzept aus den USA, das sehr stark auf Nachhaltigkeit bei Getränken achtet. Auch die anderen Lokale der Günzberg-Schwestern, in denen ebenfalls ein großes Augenmerk auf ressourcenschonende Gastronomie gelegt wird, trugen zum nachhaltigen Konzept bei.

Bei den Drinks und der Gestaltung des Standes wurde ein großes Augenmerk auf möglichst geringe Müllproduktion und Nachhaltigkeit gelegt: Bei der Stand-Übernahme war bereits sehr viel Inventar vorhanden, weitere Regale oder Lampen stammen entweder aus dem eigenen Fundus oder wurden Second-Hand eingekauft. Das gilt auch für die Gläser, die teilweise aus alten Weinflaschen selbst gemacht sind oder das Holzschild mit dem Logo des Trash Pandas, bei dem alte Terrassenplatten wiederverwendet wurden.

Für das Holzschild des Trash Pandas wurden alte Terrassenplatten wiederverwertet. – Foto: Christina Pschorr

Bier, Rot- und Weißwein, Sangria und Prosecco kommen direkt aus der Schankanlage. Die meisten Flaschen anderer Getränke sind Mehrweg-Glasflaschen, Plastik sucht man vergeblich. Abfallprodukte wie Wassermelonen- oder Zitronenschalen werden gedörrt und als Dekoration oder zum Umrühren der Drinks verwendet. Aquafaba – Kichererbsenwasser – das beim Nachbarstand Shake Shaka übrig bleiben würde, wird zum Eiweißersatz für Cocktails im Trash Panda.

Europäische Regionalität und Waschbären

Bei den Zutaten der Getränke wird stark auf Regionalität geachtet, welche sich laut der Lokalleiterin aktuell über ganz Europa erstreckt: Limoncello aus Italien, Pfefferminzschnaps aus Deutschland, Gin, Rum und Vodka aus Österreich, die Früchte aus der näheren Umgebung. „Wir haben gesagt, dass unsere äußerste Grenze die europäische ist, aber je regionaler desto besser”, so Hirsch über die Einzugsgebiete der Zutaten. Diese Regionalität nur auf die Steiermark zu beschränken, wäre schwer, ergänzt sie. 

Der Trash Panda serviert Cocktails mit Rum „made in Austria“. – Foto: Christina Pschorr

Was bei diesen Grenzen wegfällt, ist beispielsweise Cachaça, eine hochprozentige Spirituose aus Brasilien, die zum Mischen von Caipirinhas verwendet wird oder Tequila, traditionell aus Mexico. „Nachhaltigkeit und Regionalität hängen immer davon ab, wo du bist. Wenn du jetzt irgendwo in Sri Lanka bist, ist das etwas anderes als hier in Graz. Was fehlt, kompensieren wir aber auch nicht. Unsere Karte ist einfach auf den vorhandenen Zutaten aufgebaut“, meint die Standleiterin.

Aber wie kommt eine Cocktailbar zum Namen „Trash Panda“? „Allgemein wollten wir einfach ‚Müll‘ im Namen haben. Ich hab‘ dann realisiert, dass Waschbären, die dafür bekannt sind, dass sie im Müll nach Essensresten wühlen und diese dann ‚wiederverwerten‘, im Englischen umgangssprachlich ‚Trash Pandas‘ genannt werden und das hat gepasst“, erklärt Hirsch die Namens- und Logofindung. Auch design-technisch wäre ein Tier als Logo immer gut zu haben. So wurde das Logo des Trash Pandas auch von Julia Günzberg selbst designt.

Solche Abwandlungen finden sich aber auch in der Getränkekarte wieder: Statt einem „Sex on the Beach” wird im Trash Panda beispielsweise ein „Trash on the Beach” serviert.

 

 

Titelbild: Lokalleiterin Devika Hirsch zwischen Schankanlage und Bar. – Foto: Christina Pschorr

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