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Der Modezirkus haucht Schrankleichen neues Leben ein

Fröhlich aber leicht gestresst überreicht mir Jasmin Teichtmeister einen Klebezettel mit der Nummer „208“ – ich könne mich gerne umsehen, meint sie. Sobald sie die Sammelpässe der Tauschenden durchgesehen habe, hätten sie und ihre Kollegin Sandra Raser kurz Zeit für ein Gespräch. Mit circa 70 Leuten haben die zwei Organisatorinnen rund um den „Modezirkus“ vergangenen Sonntag gerechnet. Um drei Uhr Nachmittag waren es bereits über 200 –und die Türe zum Lendloft sollte an diesem Tag noch mehrmals auf- und zugehen.

Jasmin Teichtmeister

Jasmin Teichtmeister

„Ein Kleidertausch, der fröhlich macht.“ Unter diesem Motto konnten Modeaffine ihre Schrankleichen gegen neue Lieblingsstücke tauschen. Die Idee für das Projekt kam den zwei Grazerinnen beim Anblick des eigenen Kleiderschrankes. „Warum Sachen wegschmeißen, nur weil man sie nicht mehr anziehen will? Jemand anderes hätte vielleicht eine Freude damit“, erklärt Raser die Idee hinter dem „Modezirkus“.

Unterstützt durch die Initiative „zusammenlebengestalten“ und die Caritas, konnte die Idee dann auch in die Tat umgesetzt werden. Das anfangs geplante Konzept des direkten Kleidertausches wurde jedoch schnell über Bord geworfen. „Die Kleidung haben wir bereits am Vortag angenommen, damit es nicht zu chaotisch wird. Damit auch wirklich nur tragbare und schöne Sachen auf den Wühltischen landen, haben wir bereits zehn Säcke im Vorhinein aussortiert“, sagt Teichtmeister. Geschätzte 3000 T-Shirts, Hosen, Röcke, Gürtel, Schuhe und Taschen hätten die Kleidertauscher bereits am Samstag ins Lendloft getragen. Was beim Tausch am Sonntag übrig geblieben ist, gehe an die Caritas und das dürfte nicht wenig sein. „Einige Leute haben uns ihre alte Kleidung einfach so gebracht und wollten keinen Tauschpass dafür“, erklärt Raser.

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Das Lendloft, das im Rahmen des Projektes zum „Pop-up-Store“ wurde, glich am Sonntag einer Mischung aus Bienenstock und gemütlichem Kaffeekränzchen. Während in Gruppen zu je 20 Personen im Tauschbereich Kleiderbügel hin- und hergeschoben und Schuhe anprobiert wurden, wurden die Wartenden mit Kaffee, Kuchen und Musik erfolgreich bei Laune gehalten.

Für die zwei Organisatorinnen soll das Projekt Modezirkus keine einmalige Sache bleiben. „Wir könnten uns vorstellen zweimal im Jahr einen Kleidertausch zu organisieren. Aber für heute sind wir froh, wenn bald mal Feierabend ist“, sagt Teichtmeister.

Die zwei Gesichter hinter dem Modezirkus: Sandra Raser und Jasmin Teichtmeister (v.l.).

Die zwei Gesichter hinter dem Modezirkus: Sandra Raser und Jasmin Teichtmeister (v.l.). Foto:Elisa Teichtmeister

Über den Autor

Julia Hosch
Julia Hosch
* 22.08.1986 // eine Innsbruckerin unterwegs im Annenviertel // Journalismus & PR // FH Joanneum // liebt den Geruch von Zelluloid-Film // findet ein Leben ohne Arbeit langweilig
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