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Play-offs, Niederlagen, Derbys – wie die AFL in Erinnerung bleibt

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Der Grunddurchgang in der Austrian Football League ist zu Ende. Unterschiedlicher könnte die Saison für die beiden Teams aus dem Annenviertel nicht verlaufen sein. Während die Thalheim Graz Giants auf dem zweiten Tabellenplatz und damit in den Play-offs landeten, landeten die GBG Graz Styrian Bears auf dem letzten Tabellenplatz. Auch beim letzten Aufeinandertreffen der Stadt-Rivalen ist der Klassenunterschied spürbar.

Im Grazer Derby am 16. Juni sind die Kräfteverhältnisse eindeutig. Der Verbandsplatz in der Herrgottwiesgasse ist anlässlich des letzten Stadtderbys der Saison besser gefüllt als üblich und die knapp 1000 Zuschauer:innen sorgen für eine besonders aufgeladene Stimmung. Mit einem klaren 59:0 besiegen die Giants die Hausherren und werden ihrer Favoritenrolle gerecht.

Bei klarem Himmel und sommerlichen Temperaturen pilgern die Grazer Football Fans in Richtung Verbandsplatz. Beide Fanlager stimmen sich lautstark auf das Spiel ein und mit den Worten: „Football ist ein Sport, wo alles möglich ist“, eröffnet der Stadionsprecher der Bears das Grazer Football-Fest. „Es ist eine Wahnsinns-Kulisse gewesen. Bereits beim Aufwärmen war die Tribüne gut gefüllt, sowas erlebt man nicht alle Tage. Letztes Jahr im Halbfinale hatten wir schon 700 Gäste, das war gut, aber dieses Mal war es einfach noch eine Nummer besser. Die meisten Spieler durften vor so einer Kulisse noch nie spielen und waren dadurch natürlich umso begeisterter“, schwärmt Stefan Göttfried von den Bears.

Das Annenviertel im Football-Fieber

Obwohl das Spiel für die Giants ein Auswärtsspiel ist, bemerkt man dies bei den mitgereisten Fans kaum. Vor allem auf der gegenüberliegenden Seite von der Tribüne sind fast ausschließlich Fans der Giants aufzufinden. Der sportliche Leiter der Auswärtsmannschaft Christoph Kipperer zeigt sich von den Football-Fans begeistert: „Es war ein großes Klassentreffen der Grazer Football-Szene, wirklich sehr besonders! Auch wir sehen, dass American Football immer beliebter wird. Durch die Football Übertragungen im TV und Internet kennen sich die Fans auch besser bei den Regeln und Spielabläufen aus. American Football in Graz, und besonders die Spieler, haben sich diese Zuschauerzahlen verdient, ich würde mir sogar einen größeren Rahmen für American Football wünschen.“

Es wird sich nichts geschenkt beim Grazer Derby
Es wird sich nichts geschenkt beim Grazer Derby. – Foto: Matthias Adler

Dominanz der Gäste

Lange kann die Heimmannschaft, trotz der grandiosen Stimmung ihrer Fans, dem Druck der überlegenen Giants nicht standhalten. Nach nicht einmal fünf Minuten im ersten Viertel gelingt dem US-Amerikaner Jersey Eickhorst der erste Touchdown der Gäste. Sieben weitere sollten im Verlauf des Spiels noch folgen. Mit einem Rückstand von 0:42 müssen die Bears in die Kabine. 

Fehlende Moral darf man weder den Fans noch den Spielern vorwerfen. Im dritten Viertel kassieren sie lediglich ein Fieldgoal und somit 3 Punkte. Durch einige gute Aktionen mit und gegen den Ball kann die Heimmannschaft überzeugen. Den Schlusspunkt setzt Franz Korger mit einem PAT (Point after Touchdown) zwei Minuten vor Spielstand und sichert den Giants die klare Vorherrschaft in Graz.

Die Bears stemmen sich gegen überlegene Giants
Die Bears stemmen sich gegen überlegene Giants. – Foto: Matthias Adler

Mehr als nur ein gewöhnlicher Gegner?

 „Es kommt nicht so häufig vor, dass du gegen ein Team spielst, in dem dir die meisten Spieler bekannt oder gut mit dir befreundet sind. Es gab auch auf beiden Seiten Spieler, die schon für das jeweils andere Team gespielt haben. Also ich denke, dass es weder für uns noch für die Giants-Spieler ein Spiel wie jedes andere war“, meint Göttfried. Ergänzend fügt er hinzu: „Leider waren wir nicht in der Lage, mit den stark spielenden Giants mitzuhalten und so war die Spannung im Spiel gleich mal raus. Aber ich denke, man hat gesehen, dass jeder unserer Spieler bis zum Schluss motiviert war und alles gegeben hat.“

Auch die Vorbereitung für den Matchday sei eine ganz andere gewesen sein als bei anderen Gegnern. Der Aufwand bei den freiwilligen Helfer:innen habe das normale Maß deutlich überschritten.

Für sie sei es nicht mehr und nicht weniger als das achte Spiel des Grunddurchgangs gewesen, erklärt Christoph Kipperer. Besonders sei nur, dass sich alle Spieler der Mannschaften kennen und viele ehemalige Giants Spieler bei den Bears spielen.

AFL-Tabelle nach dem Grunddurchgang
Die AFL-Tabelle nach dem Grunddurchgang. – Foto: https://live.football.at/ligen/afl/tabelle/ ©American Football Bund (AFBÖ)

Das Mindset stimmt

Für die Bears geht die Saison mit zehn Niederlagen in zehn Spielen zu Ende. Stefan Göttfried, Obmann Stellvertreter und Defense Spieler der Bears, sieht die Saison trotzdem positiv: „Wir konnten vieles an Erfahrung mitnehmen. Wir haben heuer als Team große Schritte nach vorne gemacht und uns definitiv verbessert. Klingt komisch, wenn man sich die Ergebnisse ansieht, aber der Unterschied zur Division 1 (Anm.: Zweithöchste Footballliga in Österreich) ist enorm. Man kann nur dazulernen, wenn man gegen die besten Spieler und Teams des Landes spielt.“ Jetzt wolle man durch eine einwöchige Pause Abstand von der sehr langen und intensiven Saison nehmen und sich mit dem gesamten Team Ziele für die nächste Saison setzen.

0 Punkt sind kein Anlass den Kopf hängen zu lassen. - Foto: Matthias Adler
Null Punkte sind kein Anlass den Kopf hängen zu lassen. – Foto: Matthias Adler

  Große Pläne bei den Giants

Mit acht Siegen landeten die Giants auf dem zweiten Tabellenplatz nach dem Grunddurchgang. Rückblickend auf den Grunddurchgang meint Kipperer, der sportliche Leiter der Giants: „Wir nehmen aus dieser Saison mit, dass sich die harte Arbeit, die die Spieler und die Organisation seit dem Ende der letzten Saison investiert haben, jetzt auszahlt. Die Giants sind zurück unter den besten Mannschaften in Österreich, wir haben uns für die Play-offs qualifiziert und dort werden die Karten neu gemischt, alle 4 dieser Mannschaften können Meister werden!“ 

Man habe gegen jedes Team in Österreich gespielt und gezeigt, dass man mit allen mithalten könne. Wenn man in den Play-Offs das volle Potential abrufen könne, sei für dieses Team alles möglich, ergänzt Kipperer. Die Play-Offs starten am 15.07. und das Finale wird am 29.07. in St.Pölten ausgetragen. 

 

Titelbild: Auftakt am Verbandsplatz. Foto: Matthias Adler

 

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