Von Ralph König geschossenes 60-Sekunden-Porträt
Lesezeit: 2 Minuten, 26 Sekunden

Fotoshooting für den guten Zweck

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Gemeinsam mit Kolleg:innen hat die renommierte Grazer Fotografin Marija Kanizaj einen Nachmittag lang 60-Sekunden-Porträts geschossen. Ein Besuch beim Shooting für den guten Zweck.

Ein Mann legt die Hand auf den Bauch seiner schwangeren Frau. Ein leises Klicken der Kamera, dann hat Marija Kanizaj den Moment im Studio am Grieskai auch schon eingefangen. Auf einer Couch neben der Eingangstür sitzt eine Frau mit ihrem Hund, der geduldig darauf wartet, ebenfalls abgelichtet zu werden. Über die Musikbox läuft Hip-Hop, die Atmosphäre ist familiär. “60 second portraits” heißt das Format, das sich Kanizaj gemeinsam mit Kolleg:innen ausgedacht hat, um einen Nachmittag lang Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. Es fand nun schon zum zweiten Mal statt.

 

Fotoshooting mit Herz

Für die Spenden stehen diesmal drei weiße Boxen bereit, auf der rechten klebt ein Foto von einem kleinen Hund. Das Geld, das an diesem Tag zusammenkommt, geht an Nachbar in Not, See-Eye und SPEP. „Jede und jeder kann zum Shooting kommen und spenden, was sie oder er mag und kann. Unter anderem kommen Student:innen, die sich Bewerbungsfotos nicht leisten können, und lassen sich bei uns fotografieren. Wenn sie dafür 50 Cent in die Spendenbox werfen, ist das auch ein Beitrag“, sagt Marija Kanizaj, die sich in Graz einen Namen als Porträtfotografin gemacht hat.

Kanizaj ist selbst mit sieben Jahren aus Kroatien nach Österreich geflüchtet. Der Krieg in der Ukraine hat in ihr einen Trigger ausgelöst. Sie musste etwas unternehmen. Gemeinsam mit Andrea Stanitznig, mit der Kainzaj seit fünf Jahren ein gemeinsames Studio betreibt, sowie den Fotografen Ralph König und Gerd Tschebular, die sich das Studio am Grieskai teilen, erfand sie im März das Format der  “60 second portraits“. Denn: “60 Sekunden können alles sein”, wie Marija gerne sagt.

Ursprünglich war geplant, das Event an einem öffentlichen Ort zu veranstalten. Als sich nach etlichen Telefonaten mit den städtischen Behörden nichts ergab, fanden die Shootings aufgrund der damaligen Covid-19 Bestimmungen nicht im Studio selbst, sondern am Parkdeck am Grieskai 74a statt. Nach wie vor ist jedoch geplant, das Event in Zukunft auch in der Öffentlichkeit abzuhalten.  „Wir wollen mit den minimalsten Mitteln den maximalen Spendenerfolg erreichen“, sagt Marija. Und nachdem die erste Ausgabe sehr gut ankam, beschlossen die Fotograf:innen, eine Spendenaktionsreihe daraus zu machen.

 

Pärchen- und Einzelporträt von Marija Kanizaj
Zwei der entstandenen Porträts – Foto: Marija Kanizaj

 

Möglichkeiten zu helfen

Diesmal kamen innerhalb von fünfeinhalb Stunden und nach etlichen Sessions mit Einzelfotos, Familienbildern und Haustiershootings 3000 Euro zusammen. Der Verein SPEP ist neben Nachbar in Not und den Seerettern von Sea-Eye einer der Empfänger der Spenden und rettet rumänische Hunde und Katzen. Ralph König, der selbst einen geretteten Hund hat, hat den Verein vorgeschlagen.

Andrea Stanitznig und Marija Kanizaj kennen einander aus ihrem früheren Berufsleben bei der Kleinen Zeitung. Neben dem Studio betreibt Andrea als Eigentümerin und CEO eine Imageagentur, die neuerdings den Namen Rodarich trägt. „Wir wollten immer eine ungewöhnliche Agentur machen“, meint Andrea im Gespräch während der Shootings. „Wir nehmen auch nur Kund:innen an, mit denen wir gut arbeiten können“. Die Agentur soll klein bleiben, um das Familiäre beizubehalten.

„Uns ist einfach wichtig, dass die Spendenaktion als gute Tat im Zentrum steht und nicht wir im Mittelpunkt sind“, betonen Andrea Stanitznig und Marija Kanizaj. Aus diesem Grund haben die beiden auch bewusst den medialen Zugang zum Benefiz-Shooting beschränkt. Das einzige Werbemittel, das auf „60 second portraits“ hinweist, sind digitale Flyer, die auf den Social-Media-Kanälen der Mitwirkenden gepostet wurden.

 

 

Titelbild: Eingefrorenes Bewegungsporträt – Foto: Ralph König (Wild und Wunderbar)

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