Die neue GIBS-Direktorin bei der Arbeit.
Lesezeit: 3 Minuten, 40 Sekunden

Mit Cappuccino und School Spirit durch die Pandemie

in Allgemein/SOZIALES von

Die neue GIBS Direktorin Edda Berger-Cian spricht in einem Interview über ihre neuen Aufgaben und die Auswirkungen der Pandemie auf den Schulalltag.

Ende September 2020 übernahm Edda Berger-Cian die Leitung der internationalen bilingualen Schule. Sie arbeitet schon seit 1996 am GIBS und wird trotz neuer Verantwortung auch weiterhin Englisch und Sport unterrichten. Die Pandemie bringe viele Herausforderungen mit sich, erzählt die Anglistin, die ihren Job mit Humor, italienischem Cappuccino und einer ordentlichen Portion „School Spirit” angeht.

Annenpost: Wie fühlten Sie sich, als Sie erfahren haben, dass sie ausgewählt wurden, das GIBS zu leiten?

Berger-Cian: Als Erstes einmal Riesenfreude, dass die Entscheidung der Bildungsdirektion auf mich gefallen ist. Gepaart damit war dann aber schon die kleine Sorge, ob ich auch all den Erwartungen gerecht werden kann. Und grundsätzlich auch ein bisschen Demut. Ich bin schon jemand der Sachen angeht, es glaubt gut machen zu können, aber ich bin nicht jemand, der glaubt, sie wäre ein super „Wunderwuzzi“.

Das Schulgebäude des GIBS.
Das BG GIBS in Eggenberg hat seit Kurzem eine neue Leiterin – Foto: Elisabeth Reinisch

Was macht Sie zu einer guten Wahl?

Meine positive Einstellung, würde ich sagen. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass man Probleme lösen kann und lege Wert darauf, Schüler*innen, Kolleg*innen, Eltern, jedem Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

Wie sehr hat sich der Arbeitsaufwand in Ihrer neuen Position geändert?

Enorm. Im Lockdown habe ich viel mehr Zeit hinter dem Schreibtisch verbracht als mir lieb wäre. Im Moment ist es so, dass ich mich freue, wenn ich meinen Mann am Abend noch im wachen Zustand sehe! Aber am Wochenende nehme ich mir dann ganz bewusst Zeit für meine Familie und unseren Hund, ein Labrador namens Flaki. Beim Spazierengehen kann ich meine Energiereserven wieder auftanken.

Welche Auswirkungen hat die Coronapandemie auf ihre neuen Aufgaben?

Sehr anspruchsvoll sind die ständigen Änderungen der Vorgaben. Man ist immer am Schreiben. Man möchte mit den Eltern in Kontakt bleiben. Da gehen Briefe raus, Informationsmails für Lehrer und es gibt extra Online-Meetings.

Wie hat die Umstellung auf Online-Unterricht funktioniert?

Das war natürlich eine Herausforderung. Wir haben schnell nachgerüstet und zwölf Webcams gekauft, damit wir auch aus den Klassenzimmern senden können. Natürlich kann man den direkten Kontakt mit den Schüler*innen nie ersetzen, genauso wenig wie die persönliche Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen.

Bleibt genug Zeit, um sich um alle Schüler*innen zu kümmern, also auch die mit Lernschwächen oder die etwas langsamer sind?

Wir bieten natürlich für alle Unterstufenkinder, deren Eltern beide berufstätig sind, eine Betreuung vor Ort an. Da können auch die Kinder hinkommen, die sich alleine sehr schwer tun. Die können wir dann direkt vor Ort betreuen. Auch in der Oberstufe haben sich die Lehrer*innen bemüht, weit über das normale Maß hinaus, ständige Ansprechpartner*innen für die Schülerinnen und Schüler zu sein – in MS Teams, im Chat, per Mail, mit wirklich zeitnahen Antworten. Da ist viel Positives an unserer Schule passiert.

Was halten Sie von Maßnahmen, die für die heurige Zentralmatura getroffen wurden, wie die Verschiebung der Termine, die Kürzungen der Themenpools für die mündliche und die Verlängerung der Zeit bei der schriftlichen Matura?

Ich denke, dass es gute, schülerfreundliche Maßnahmen sind, die für die Maturant*innen von Vorteil sind. Es gibt zusätzlich noch die Möglichkeit, Förderstunden in der achten Klasse in Anspruch zu nehmen. Wichtig ist, dass wir unsere Maturantinnen und Maturanten bestmöglich vorbereiten können. Die heurigen Maturant*innen trifft es ja doppelt hart: Schon in der Siebten mussten sie so lange in den Lockdown und jetzt in den Achten wieder für kurze Zeit.

Denken Sie, dass es für die Schüler*innen möglich sein wird, dieses „verlorene“ Jahr aufzuholen?

Ich habe das Gefühl, dass aufgrund der sehr guten Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen tatsächlich der Großteil des Stoffes gut eingearbeitet werden konnte. Das wird mir auch von den Schülersprecher*innen, Schülervertreter*innen und Eltern so rückgemeldet. Ich sehe es nicht als verlorenes Jahr. Es ist sicher einfacher an einer AHS wie dem GIBS – mit dem Luxus, dass jede Schülerin/jeder Schüler zu einem Endgerät kommt. Wir haben auch die Möglichkeit, Leihgeräte für all jene zur Verfügung zu stellen, die die nötige technische Ausrüstung nicht hatten. Ich habe das Gefühl, wir haben in der Zeit keine Schüler*innen verloren. Wir waren im ständigen Kontakt, im ständigen Austausch. Aber da sind wir im GIBS wieder in einer glücklichen Lage. Wir haben Eltern, die sehr unterstützend sind, ein ausgesprochen engagiertes Lehrerteam und natürlich auch ganz spezielle Schülerinnen und Schüler. Das ist ein großer Schatz, aus dem ich schöpfen kann.

Was ist Ihr persönlicher Tipp, um durch ein langes Online-Meeting zu kommen?

Ich bin ja mit einem Italiener verheiratet, also ganz sicher eine gute Tasse Cappuccino. Und man muss Sachen einfach mit der nötigen Leichtigkeit nehmen, statt sich erdrücken zu lassen. Ich bin jemand, der im Moment lebt. Dann kann ich mir das Beste aus einem Meeting nehmen, danach an die frische Luft gehen und dann bin ich wieder fit.

 

Titelbild: Der Kalender von Edda Berger-Cian ist derzeit vollgeplant – Foto: Edda Berger-Cian

(Der Titel wurde nachträglich von der Redaktion geändert)

Professionelle Senf-dazu-Geberin. In einem anderen Leben wäre ich die geheimnisvolle Muse eines Renaissance Künstlers gewesen. Habe mehr Schuhe als du.

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