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Die Suche nach einer besseren Welt

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Auch nach dem Pariser Klimagipfel engagieren sich Initiativen in Graz für eine bessere Welt. Heute etwa zieht die Transition Graz Community im Lendhaus Bilanz zum Pariser Klimagipfel.

"Apfelsaft statt Kohlekraft" riefen die DemonstrantInnen durch die Stadt.
„Apfelsaft statt Kohlekraft“ riefen die DemonstrantInnen durch die Stadt.

Strahlender Sonnenschein an einem Samstag Ende November. Anfangs waren nur vereinzelt kleine Menschengruppen mit Sonnenblumen-Schildern am Griesplatz zu sehen, am Ende beteiligten sich etwa zweitausend Menschen an der Demo. Sie marschierten am 28. November, dem globalen Aktionswochende gegen Klimawandel, unter dem Motto „System Change, not Climate Change“  durch die Stadt Graz. Viele AktivistInnen der inzwischen mehr als 100 Initiativen, die das „System Change“-Positionspapier unterstützen, waren gekommen. Durch die Lautsprecher eines bärtigen jungen Mannes mit Zipfelmütze ertönte in regelmäßigen Abständen der Spruch „Klimawandel nein, Systemwandel muss sein!“ und die DemonstrantInnen stimmten motiviert mit ein.
Als der Demonstrationszug durch die Herrengasse in Richtung Hauptplatz marschierte, eilten neugierige BesucherInnen des Weihnachtsmarktes zu den Gehsteigen, um das bunte Treiben zu beobachten. So manche beteiligten sich danach selbst an der lauten, aber friedlichen Protestveranstaltung.

Ein ernstes Thema fröhlich aufbereitet.
Ein ernstes Thema fröhlich aufbereitet.

An einem der Informationsstände am Rande der Demo steht David Steinwender und versucht, PassantInnen in ein Gespräch zu verwickeln. Der Stand ist dem Thema „Soziale Ökonomie und Commons“ gewidmet und Steinwender engagiert sich sowohl privat als auch in der gemeinschaftlichen Organisation Transition Graz. Er will aufzeigen, was strukturell falsch läuft und was man selbst tun kann, damit die Welt auch für zukünftige Generationen lebenswert ist. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem, so Steinwender, sei „ausbeuterisch“ und laufe „der Natur des Menschen zuwider“. Es sei außerdem eine der Hauptursachen für den Klimawandel.

„Die Bezugslosigkeit zueinander führt meiner Ansicht nach zu einer Entfremdung von anderen Menschen und der Natur“, meint Steinwender.

Deshalb ist es dem jungen Mann und dem Verein auch ein Anliegen, Leute zusammenzubringen. Laut ihm könnten die Menschen bald keine Alternativen zum klassischen Konsum mehr kennen, wenn dieser sich über Generationen so fortsetze. Gekaufte Produkte sollen möglichst günstig und dennoch luxuriös sein. Wenn sich Privatpersonen und Unternehmen an Profitmaximierung erfreuen, bleibe die Rücksicht auf die Umwelt oft auf der Strecke.

Die Forderung nach Wandel wird mit Nachdruck demonstriert.
Die Forderung nach Wandel wird mit Nachdruck demonstriert.

Um Bewusstsein zu schaffen, wird es von Transition Graz auch in Zukunft Vorträge, Informationsstände und Aktionen auf der Straße geben. Heute, am 16. Dezember 2015, findet ein Community-Treffen statt, bei dem der Klimagipfel in Paris und dessen Ergebnisse diskutiert werden.
Der Klimawandel wird außerdem beim Lendwirbel 2016 ein wichtiges Thema sein. Die Initiative sieht es auch als ihre Aufgabe, über andere Aktivitäten und Community-Spaces in Graz und darüber hinaus zu informieren und diese zu vernetzen. Es gibt Gemeinschaftsorte wie das Spektral, das Kollektiv Café GMOTA, Gemeinschaftsgärten, Initiativen wie Leihläden, Nachbarschaftsbüros und -cafés. Außerdem werden auch Events wie Repaircafés veranstaltet. Straßentheater, Filmscreenings und Gesprächsrunden gab es bereits.

Nach der Grazer Demo löste sich die Gemeinschaft nach und nach wieder in einzelne Menschengruppen auf. So manche entdeckten noch die Infostände des VGT und der Sozialen Ökonomie und erweiterten dort in der klirrenden Kälte ihr Wissen.

[box]Mittwoch, 16. Dezember 2015 um 18 Uhr im Lendhaus (Grüne Gasse 2, 8020 Graz). Community-Treffen zum Thema  „COP 21? Was bleibt für zivilgesellschaftliche Initiativen?“[/box]

Sportmuffel, Frühaufsteherin, Winterliebhaberin - das sind wohl die Bezeichnungen, die am wenigsten auf Christina zutreffen. Sie freut sich schon am ersten Herbsttag wieder auf den Sommer und entspannt sich am liebsten bei einem Waldspaziergang mit ihrem flauschigen Hund oder beim Bogenschießen.

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