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RBB FlinkStones Graz: Optimismus trotz bitterer Finalniederlage

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Nach einer starken Saison schrammen die Rollstuhlbasketballer der FlinkStones Graz knapp am Meistertitel vorbei. Am 6. Mai mussten sich die Grazer im dritten Finalspiel gegen den Titelfavorit Sitting Bulls Klosterneuburg geschlagen geben. Im Interview mit der Annenpost zeigt sich Christoph Edler, Obmann und Spieler der FlinkStones, dennoch zuversichtlich für die kommende Saison.

Der in Gries heimische Klub startete zunächst in bestechender Form in die Saison und konnte sich in der Vorrunde der Rollstuhl-Basketball Bundesliga als Tabellensieger ihrer Gruppe durchsetzen. Die Titelambitionen waren von Anfang an da, nicht zuletzt aufgrund der stetigen Entwicklung während der letzten Jahre. „Das Ziel des Vorstands war es, ein Gewinnerteam aufs Bankett zu bekommen, das die Chance hat, um den Meistertitel mitzuspielen“, betont Nationalspieler Christoph Edler. Er ist bereits seit 2010 bei den RBB FlinkStones aktiv und übernimmt als Spieler und Obmann gleich mehrere Funktionen für den Verein.

Rollstuhlbasketball bleibt ein Hobby

Auf die Frage, was das Erfolgsrezept für die starken Leistungen dieser Saison sei, hat Edler eine klare Antwort parat: „Der harte Einsatz der Spieler, die trotz ihres Berufslebens das Team und den Sport in den Vordergrund stellen.“ Viermal in der Woche trainieren die Rollstuhlbasketballer während der Saison und nehmen dabei oft auch weitere Fahrtstrecken auf sich. Da der Klub aus Gries der einzige Rollstuhlbasketballverein der Steiermark ist, kommen die Spieler aus den verschiedensten Ecken des Bundeslands.

Trotzdem ist  Rollstuhlbasketball in Österreich für die Spieler nach wie vor ein Hobby. Denn: Im Gegensatz zu anderen europäischen Nationen ist es für österreichische Sportler unmöglich, vom Rollstuhlbasketball zu leben. Die meisten Spieler investieren mehr Geld in den Sport als sie schlussendlich zurückbekommen. Dabei ist vor allem die Ausrüstung, inklusive Sport-Rollstuhl, sehr kostspielig. Dennoch hat sich Rollstuhlbasketball in Österreich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Durch neue Sponsoren konnte die mediale Aufmerksamkeit gesteigert werden und der gesamte Spielbetrieb wurde professioneller.

Die Grazer Rollstuhlbasketballer sind zu einer eingeschworenen Einheit gewachsen – Foto: Katja Edler

Bittere Finalniederlage

Im Halbfinale der Rollstuhl-Basketball Bundesliga erlebten die Spieler eine Sondersituation: Die erste und zweite Mannschaft FlinkStones trafen aufeinander. Mit einem klaren Sieg schafften die FlinkStones 1 den Einzug in die Finalserie, in der in einem Best-Of-Five der Serienmeister aus Klosterneuburg wartete. Nachdem die Sitting Bulls die ersten beiden Finalspiele hauchdünn für sich entscheiden konnten, stand am 6. Mai im Raiffeisen-Sportpark Graz das dritte Finalspiel vor heimischem Publikum an. In einem spektakulären Match sorgte der Titelfavorit spät mit 71:65 für die Entscheidung und krönte sich zum elften mal in Folge zum österreichischen Meister. Die Grazer zeigen sich trotz der Niederlage zufrieden über die vergangene Saison. „Wir haben eine wirklich gute Saison gespielt und können stolz auf unsere Leistung sein, auch wenn es nicht ganz gereicht hat, um den Serienmeister vom Thron zu stoßen“, meint Edler. Die Gründe für die drei verlorenen Finalspiele seien nur schwer auszumachen. Kleinigkeiten hätten den Unterschied gemacht und die Abgeklärtheit habe ein wenig gefehlt.

Christoph Edler im Duell gegen die Sitting Bulls Klosterneuburg – Foto: Katja Edler

Mit Zuversicht in die nächste Saison

Nach der intensiven Saison steht für die Spieler der RBB FlinkStones nun eine sechswöchige Pause an. In Folge beginnen für einige Spieler der ersten Mannschaft die Vorbereitungen auf die anstehende Europameisterschaft. Gleich fünf Akteure des aktuellen Teams vertreten dabei das österreichische Rollstuhl-Basketball-Nationalteam. Für alle anderen beginnt das Training erst wieder Mitte September.

Das Ziel für die kommende Saison ist klar definiert: Der Meistertitel soll her. „Es würde keinen Sinn machen, nach dieser Saison ein anderes Ziel zu haben“, sagt Edler. Zudem wollen die Grazer aus den Fehlern und Erfahrungen der vergangenen Saison lernen: „Wir konnten viel aus dieser Saison mitnehmen, da die meisten Spieler sich zuvor noch nie in der Situation befunden haben, um den Titel mitzuspielen.“ Im Oktober 2023 startet die neue Saison der Rollstuhl-Basketball Bundesliga. Veränderungen im Kader der FlinkStones könnte es dabei durchaus geben. Für manche Spieler ist es nicht mehr möglich, die nötige Zeit in den Sport zu investieren. Stattdessen werden sie künftig die zweite Mannschaft verstärken, bei der der Trainingsaufwand und die Intensität geringer sind. Nichtsdestotrotz sei es ein großes Anliegen der Grazer, die Mannschaft so gut wie möglich zusammenzuhalten, um auch in der nächsten Saison als eingespieltes Team auftreten zu können.

Titelbild: Das Team der RBB FlinkStones 1 für die Saison 2022/2023 – Foto: Katja Edler

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