Skater am Lend
Lesezeit: 1 Minute, 35 Sekunden

Lendplatz: Müssen die Skater weichen?

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Bislang übten Skater an sonnigen Nachmittagen am Lendplatz ihre Kunststücke – jetzt sollen aus den zweckentfremdeten Granitpollern Sitzbänke mit Lehnen werden. Somit sind sie fürs Skaten ungeeignet. Was heißt das für die Szene?

Von: Maria Allmann, Andrea Dettenweitz, Manuel Deutschmann

Eigentlich gibt es die Poller (auch “Terrorbänke”) deswegen, damit keine Autos in den Lendplatz einfahren können. Genau diese stellen für die Skater die perfekten Hindernisse dar, auf denen sie ihre Tricks üben können. Nun steht aber das Skateparadies Lendplatz vor dem Aus, denn die Poller sollen in wenigen Wochen zu Sitzgelegenheiten inklusive Lehnen werden. Eine Maßnahme zur Vertreibung der Skater?

Skater am Lend
Täglich üben die Skater hier ihre Tricks – Foto: Maria Allmann

Widersprüchliche Aussagen des Bezirksvorstehers

Die Meinung von Bezirksvorsteher Wolfgang Krainer (ÖVP) darüber ist unklar. Im Gespräch mit der Annenpost sagt er, die Bänke hätten nichts mit den Skatern zu tun. Schon seit der Errichtung der Poller seien Sitzgelegenheiten geplant gewesen. In der VP-Bezirkszeitung “Lendblatt” vertritt er eine gegensätzliche Meinung: Der Skate-Lärm nehme überhand – durch den Bau der Bänke “ist Abhilfe in Sicht”. Fest steht, sie kommen in absehbarer Zeit. Alle zwölf Poller werden mit Holzauflagen versehen, teilweise auch mit Lehne.

Skaten als Störfaktor?

Die Imbiss- und Standinhaber in unmittelbarer Nähe der Skater sehen das Lärmproblem nur bedingt. Café Lend-Pächterin Brigitte Vollmann-Felber findet: “Wenn die Türen von meinem Café offen sind, ist es schon laut. Einige Gäste haben sich beschwert.” Andere wiederum heißen die Skater sogar willkommen. „Sie beleben den Platz und kommen oft selber auf ein Bier vorbei“, erklärt Lukas Wastian, Inhaber des Lokals “Chivito”. Johannes Messner, Besitzer des Macello-Standes, versteht die Aufregung nicht: „Die stören doch niemanden, keiner meiner Gäste hat sich je über sie beschwert. Da bin sogar ich mit meiner Musik lauter.“

Skater bleiben standhaft

“Wir hatten eigentlich immer eine gute Gesprächsbasis mit dem Sportamt und dem Bezirksvorsteher”, sagt David Knes, Mitglied der Skatervereinigung Gräb. Erfahren haben sie vom baulichen Vorhaben sowieso erst aus dem Bezirksblatt. Sicher ist: Trotz der bald vorhandenen Sitzflächen lassen sich die Skater nicht vertreiben. “Auch ohne Rampen würden wir gerne dort bleiben und hoffen, mit der Stadt noch auf einen grünen Zweig zu kommen”, so Knes. Weil man könne ja über alles reden.

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