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„Durt hinschiassn, wo´s blinkt“

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Die Annenstraße ist weithin bekannt für ihre kunterbunte Vielfalt. Ein Paradebeispiel dafür ist das Flipp`art – ein von Mario Kaufmann als persönlicher „Spielekeller mit Schaufenster“ gegründetes Pinballparadies für jedermann zum Nulltarif.

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„in der Flipperwelt“

 

Es wirkt wie arrangiert, Pinball-spielen zwischen der blauen Galerie, 10m die Straße entlang auf der einen Seite, und dem Gamestore direkt nebenan. Ein perfektes Abbild der Anziehungskräfte eines Flipperautomaten, der den perfekten Mix aus Spielespaß und Kunstobjekt verkörpert. Unmengen von Lichter, verchromten Rampen und bunteste Designs machen jeden einzelnen Flipper zu etwas Besonderem. Perfektes Beispiel dafür ist der Funhouse-Flipper, der in faszinierenden Details einen Rummelplatz darstellt und bei dem technische Feinheiten wie ein sich öffnender Mund des Clowns in den man treffen muss die meisten Punkte einbringt.
Auch der „der Herr der Ringe“ Flipper oder der „Soccer World Cup“, erzählen ihre eigene kleine Geschichte und haben ihr eigenes Flair, jeder ist anders zu bespielen und verlangt andere Fertigkeiten und Techniken.

 

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Mario Kaufmann an einem seiner schönsten Flipper

 

„Ich habe mit meinen Freunden geflippert und einfach die Tür offen gelassen“, erzählt Mario Kaufmann, wie simpel die Entstehungsgeschichte des Flipp´art eigentlich ist. Es sind seine privaten Räumlichkeiten und seine eigenen Flipper, die bespielt werden können. Auf den Gedanken, Geld dafür zu verlangen, ist er noch nie gekommen. Er hat also keine kommerziellen Hintergedanken, sondern möchte einfach nur seine Freude am Flippern mit anderen teilen. Sein eigener Spaß am flippern dient ihm also als Motivation für dieses Projekt, bei dem sich jeden Freitag Abend jeder der Lust und Laune hat am Flipper versuchen kann.

Abgesehen von ein paar Ausflügen in diverse Spielehallen im Jugendalter hatte Mario Kaufmann nie etwas mit Flippern am Hut. Erst vor ein paar Jahren, als er zufällig wieder einmal einen Flipper in den Fingern hatte, packte ihn die Faszination. Sofort kaufte er sich seinen ersten eigenen Flipper. Aber die wirkliche Begeisterung über das, was er da in seiner Freizeit so treibt, spürt man erst, als er von den Freitagabenden erzählt, an denen das Flipp´art geöffnet hat. „Es ist ein schöner Mix, eigentlich eh wie die Annenstraße selbst, die Herkunft oder das Alter sind komplett egal, zum Flippern kommen alle zusammen“, sagt Mario. Probleme mit Betrunkenen oder Unruhestiftern habe es noch nie gegeben. „Der gemeinsame Feind aller Gäste ist der Flipper, jeder Unmut wird nur auf die „böse“ Maschine gerichtet, nicht gegeneinander“, sagt Mario.
Generell wirkt die Flippercommunity wie eine große Familie. Man hilft einander und diskutiert die Neuigkeiten der „Flipper-Welt“. Im Flipp´art selbst werden die Flipper großteils eigenständig repariert, teilweise modifiziert und – sofern es geht – noch weiter verschönert.
Für Mario is das Flippern ein perfekter Ausgleich. Sein Büro liegt direkt über dem Flipp`art – sehr praktisch, denn nach langen und aufreibenden Arbeitstagen bieten ihm seine Flipper die optimale Gelegenheit Dampf abzulassen.

 

Flipper Mario Kaufmann
Die beeindruckende Technik eines ca 30 Jahre alten Flippers

Flippern als Verbandssport wird weltweit unter der International Flipper Pinball Association (IFPA) geführt. Die Österreichische Nummer 1, Markus Stix, wird in der Weltrangliste auf Rang 34 geführt und auch im Flipp´art werden Turniere ausgetragen.
Jeder der sich für Flipper interessiert oder es einfach gern mal ausprobieren möchte, kann das im Flipp´art tun. Mario Kaufmann steht mit Rat und Tat zur Seite. Auf jeden Fall mit dem wichtigsten Tipp: “Boll net obfahrn lassn und durt hinschiassn, wo´s blinkt“.

 

[box]Flipp´art –  Annenstraße 33

Geöffnet jeden Freitag 18:00 – 23:45[/box]

Zu den Hobbys des Wahlgrazers zählt vor allem sein Volleyballverein, mit dem er in der 2. Bundesliga spielt. Wenn er nicht gerade trainiert, dann findet man ihn an seinem Arbeitsplatz in einer Bar. Seine Freizeit verbringt er auch mit Freunden, Fifa oder, man glaubt es kaum, von Zeit zu Zeit auch mit einem Buch. In Zukunft sieht er sich möglicherweise im Sportjournalismus.

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