Gruppenfoto der ESK-U18 auf der Tribüne im ASKÖ-Stadion

ESK vor Neustart im Erwachsenenfußball

Lesezeit: 2 Minuten

Der Eggenberger Sportklub kehrt mit Beginn der kommenden Saison in den Erwachsenenfußball zurück. Drei Jahre lang konnte man keine Mannschaft stellen, nun sollen junge Eigengewächse den großen Schritt gehen.

Autoren: Niklas Saria, Bernhard Mayer

Der ESK ist mit seiner über 100-jährigen Geschichte ein Grazer Traditionsverein. Über 200 Jugendspieler beheimatet der Klub, der seine Heimspiele im ASKÖ-Stadion nahe dem Schloss Eggenberg austrägt. Im Erwachsenenfußball war es dem Eggenberger Sportklub in den vergangenen drei Jahren jedoch nicht möglich, eine Mannschaft zu stellen. Der Verein setzt darauf, Eigengewächse statt Zukäufe auf das Feld zu bringen. „Bei uns war immer ein Großteil der Spieler aus der eigenen Jugend“, erzählt Karin Hütter, Obfrau des ESK.

Drei Jahre ohne Kampfmannschaft

Doch in den vergangenen Jahren wurde das immer mehr zur Herausforderung. „Wir mussten jedes Wochenende zittern, um elf Spieler auf dem Platz zu haben“, erinnert sich Hütter. Viele der damaligen U18-Spieler verließen den Verein. Für eine U16 hatte man nicht genug Spieler und eine U17 gibt es im steirischen Jugendfußball seit einiger Zeit nicht mehr. Alle Spieler der darunter liegenden Mannschaften kamen aufgrund ihres Alters nicht in Frage. Diese Situation führte beim ESK zu einem drastischen Schritt: Die Erwachsenenmannschaft wurde mit Ende der Saison 2022/23 aufgelöst.

Heute, drei Jahre später, kann sich der ESK wieder über 200 angemeldete Kinder und Jugendliche freuen. So stellt der Verein mittlerweile gleich zwei Mannschaften in der U18. Eine davon spielt in der Leistungsklasse, also der höchsten steirischen Liga im Nachwuchsbereich. Um diesen Spielern eine Zukunft im Verein zu ermöglichen, entschloss man sich beim ESK, wieder eine Erwachsenenmannschaft zu etablieren. Im Dezember des vergangenen Jahres wurde dieser Beschluss gefasst. „Wir wollten sie mit der guten Nachricht, dass sie bei uns weiterspielen können, ins neue Jahr schicken“, so Hütter.

Die ESK-U18 während eines Testpiels
Die U18 konnte sich in Testspielen bereits mit anderen Grazer Kampfmannschaften messen. – Foto: ESK Graz

Vorfreude bei den Spielern

Die Spieler reagierten mit Freude auf diese Nachricht. „Es ist cool zu wissen, dass wir uns bald auch im Erwachsenenfußball zeigen können“, erzählt Gilbert Anane, der momentan in der U18 spielt und ehrenamtlich eine Jugendmannschaft des ESK trainiert. Zur Vorbereitung hat die Mannschaft bereits mehrere Freundschaftsspiele gegen Grazer Erwachsenenmannschaften absolviert. Gegen LUV Graz beispielsweise konnte man einen 5:3-Sieg einfahren. „Das Niveau und die körperliche Intensität sind sicher höher, aber wir können gut mithalten“, meint Abolfaz Nourozi, ebenfalls Spieler der aktuellen U18. Die Trainer setzen sich sogar das Ziel, in naher Zukunft in die Gebietsliga aufzusteigen.

Die langfristige Finanzierung der Erwachsenenmannschaft wird eine zentrale Herausforderung für den Eggenberger Sportklub. Das liegt vor allem daran, dass der Verein über keine eigene Kantine verfügt: Im ASKÖ-Stadion ist diese verpachtet – die Einnahmen gehen nicht an den ESK. Daher ist man auf die Erlöse aus Ticketverkäufen angewiesen und sucht nach Sponsoren. Auch andere Amateurvereine aus Graz haben mit ihrer finanziellen Lage zu kämpfen. „Wir hören immer wieder von Nachbarvereinen, dass sich Mannschaften zurückziehen müssen“, schildert Obfrau Hütter die Situation. Staatliche Förderungen gibt es ausschließlich für den Jugendfußball. „Der Staat ist nicht bereit, Leuten ihr Hobby zu finanzieren. Amateurvereine, die ihre Spieler und Trainer bezahlen, wird es in Zukunft immer weniger geben“, befürchtet Helmut Zauner, Schriftführer des ESK.

Mehr als nur Fußball

Durch die Wiedereinführung der Kampfmannschaft möchte man nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Zeichen für den gesamten Stadtteil setzen. Mit über 25 unterschiedlichen Nationalitäten soll der Verein die Vielfalt des Eggenberger Bezirks widerspiegeln. „Es werden wieder mehr Menschen aus dem Stadtteil für den Fußball motiviert sein“, zeigt sich Zauner überzeugt.

 

Titelbild: Die Spieler der U18 wollen ab Herbst den großen Schritt in den Erwachsenenfußball wagen. – Foto: ESK Graz

Mein Name ist Bernhard Mayer und ich bin in Graz geboren und aufgewachsen. Seit Herbst 2025 studiere ich Journalismus und Public Relations (PR) an der FH JOANNEUM.

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