Claudia Haas präsentiert ihre Cookie Kreationen.

Können Kekse Leben verändern?

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Auf ihrer Hochzeitsreise nach New York kam die Krankenschwester Claudia Haas auf den Geschmack – seither beliefert sie von der Brückenkopfgasse in Gries aus am laufenden Band Kund:innen in Österreich und Deutschland mit American Cookies.

Sie hätte damals auch den ganzen Tag lang die Sehenswürdigkeiten von New York abhaken können. Stattdessen probierte sie sich lieber durch aufregende Food-Spots der Stadt. Es war Claudia Haas Hochzeitsreise und damals, vor acht Jahren, verliebte sie sich gleich aufs Neue – und zwar in Kekse, American style. Amerikanische Cookies sind bekannt für ihre knusprige Hülle und das weiche Innere. Wer die kulturelle Bedeutung von Cookies in den USA verstehen will, dem sei der Text “These Cookies Changed My Life” von Vaughn Vreeland empfohlen. Vreeland arbeitet für die Cooking-Sektion der New York Times, hat gerade das Buch “Cookies” veröffentlicht und erklärt in diesem Text seine platonische Liebe zu “salted butterscotch chocolate chunk cookies”. Auch Claudia Haas war damals in New York sofort klar: Cookies fehlen! “Hierzulande sind die Kekse oft trocken”, meint die leidenschaftliche Bäckerin im Gespräch mit der Annenpost.

Ein harter Weg

“Bist du verrückt, wer macht schon Cookies?” So hätte Haas früheres Ich auf den Cookie Shop regiert, den sie letzten Dezember als Pop-up am Lendplatz eröffnete. Der Oh-Cookie-Shop ist inzwischen Geschichte, ihre Kekse vertreibt sie nun über einen Online-Shop. Der Weg in die Selbständigkeit war kein einfacher. Zur Zeit ihrer Hochzeitsreise arbeitete sie noch als Krankenschwester in der Psychiatrie in Graz.  Nach der Geburt ihres Kindes sei es für sie aber schwierig gewesen, in den Schichtdienst zurückzukehren. Also entschloss sie sich, ihre süße Leidenschaft zum Beruf zu machen. “Ich wollte es einfach probieren. Was kann schon passieren, außer, dass ich sehr viel Geld in den Sand setze?“ 

Um in Österreich als Bäcker:in oder Konditor:in gewerblich tätig sein zu können, ist eine Meisterprüfung nötig. Haas absolvierte sie in Rekordzeit. „Es war zeitlich unfassbar aufwendig“, meint Haas. Viele Stunden knetete, rührte und buk sie bis spät in die Nacht, um für die Prüfung zu üben. Nach eineinhalb Jahren im Schnellverfahren und etlichen tausend investierten Euros hielt Haas dann ihr Meisterprüfungszeugnis in den Händen. Jungen Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit rät sie: „Es ist wichtig, Kontakt mit anderen Selbstständigen aufzubauen. Ich werde auch viel gefragt.“ Zusätzlich solle man sich von der WKO beraten lassen.

In ihrem Online-Shop können Kund:innen zwischen mehreren Boxen wählen. Besonders beliebt ist die Probierbox für 14,70 Euro, die sechs Cookies zu je 50 Gramm enthält. Derzeit bietet sie die Sorten Oreo White Chocolate Chip, Nutella stuffed, Peanut Butter stuffed, Chocolate Chip, Raspberry White sowie ihre Lieblingsorte Triple Chocolate an. Für 35 Euro bekommt man eine Sechser-Box mit größeren Cookies mit jeweils 150 Gramm. Auch vegane Sorten gibt es. 

Claudia Haas hält drei ihrer Cookie Sorten in den Händen.
Claudia Haas verkauft hauptsächlich Cookies mit Schokolade. – Foto: Andrea Kutilin

Cookies sind Handarbeit

Schon früh hatte Haas angefangen, Videos von ihren Cookies in den Sozialen Medien zu teilen. Heute freut sie sich über eine begeisterte Oh-Cookie-Community: „Die Rückmeldungen und das Feedback motivieren mich, in schwereren Zeiten weiterzumachen. Ich freue mich immer wieder über die Begeisterung der Leute, die meine Cookies das erste Mal probieren.“ 

Ob es in Zukunft wieder einen Shop in Graz geben wird, steh noch “in den Sternen“, sagt Haas. Wer ihre Cookies nicht online bestellen will, kann Claudia Haas auf Messen besuchen. Aber auch ohne Geschäftslokal ist Haas gut beschäftigt. “Viele unterschätzen den enormen Zeitaufwand”, sagt die Konditormeisterin. “Alle Cookies werden von mir per Hand hergestellt. Man hat dann nur ein paar hundert, die am nächsten Tag gleich wieder ausverkauft sind.” Haas versucht alle Bestellungen an einem Tag abzuarbeiten. „Um halb fünf kommt die Post, dann muss ich fertig sein.“

 

Titelbild: Claudia Haas verkauft hauptsächlich Cookies mit Schokolade. – Bild: Andrea Kutilin

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