Tischfußballtisch im Jugenzentrum
Im Jugendzentrum Echo ist für alle etwas dabei. - Foto: Mathias Neuhold

Jugendliche sorgen sich ums Geld

Lesezeit: 3 Minuten

Die Ö3-Jugendstudie zeigt, dass Geldsorgen die Jugendlichen weit mehr bewegen als das Klima oder andere Krisen. Wir haben uns dazu im Jugendzentrum Echo umgehört. 

Autor: Mathias Neuhold

Viele Krisen und Probleme beschäftigen derzeit die Gesellschaft. Besonders bei Jugendlichen tauchen immer mehr Sorgen und Ängste auf. Neben dem Gedanken, in Zukunft nicht genug Geld zu haben, beschäftigen die Jugendlichen auch die Jobsuche und leistbares Wohnen. Etwas weniger Besorgnis gibt es laut Studie hingegen bei sozialen Unruhen oder Zuwanderung. Trotz dieser vielen Themen gibt die Mehrheit der Befragten an, mit ihrer aktuellen Lebenssituation zufrieden zu sein. Rund 20.000 Personen haben an der Studie teilgenommen, mehr als die Hälfte von ihnen ist zwischen 16 und 25 Jahre alt.

Geldsorge ist stark verbreitet                                                                                 

Kerstin Pfeffer arbeitet seit mittlerweile neun Jahren im Jugendzentrum Echo in der Leuzenhofgasse als Betreuerin. Dass die Jugendlichen heutzutage mit vielen Problemen konfrontiert sind, gehört für sie zum Alltag. Genug Geld zu haben und einen Job zu bekommen, seien häufige Sorgen, sagt sie. „Ich höre es oft zu Hause, dass es mit dem Geld knapp ist”, meint ein Bursche, der gerade ins Jugendzentrum kommt, aber lieber anonym bleiben will. Daher mache er sich schon öfter Gedanken über seine finanzielle Zukunft.  

Ein großes Problem sei es auch, einen sicheren Job zu bekommen. Oft fehle es an geeigneten Einstiegsmöglichkeiten, meint Kerstin Pfeffer. Viele der Jugendlichen möchten eigentlich gerne arbeiten. Sie wollen jedoch nicht gleich voll ins Berufsleben einsteigen. Oft benötigen sie Zeit, um Dinge auszuprobieren und um herauszufinden, was sie wirklich machen wollen. Diese Aussagen decken sich auch mit den Ergebnissen der Studie. Mit 40 % ist auch hier die Sorge, in Zukunft zu wenig Geld zu haben, an erster Stelle. 16 % der Befragten gaben an, dass ihnen die Suche nach einem Job Sorgen bereite. 

Auch die Vielzahl an Krisen und Konflikten, die es aktuell gibt, mache den Jugendlichen immer mehr zu schaffen. „Seit Corona fällt das schon häufiger auf“, meint die Betreuerin. Die Ö3-Studie hat gezeigt, dass die aktuelle Situation weltweit, mit Kriegen und Krisen, 59 % der Jugendlichen Angst macht. Wichtig sei es laut Pfeffer, dass man den Jugendlichen dabei hilft, diese Krisen auch richtig einzuordnen. Das Ansprechen von Sorgen und Ängsten gestalte sich jedoch schwierig. „Im Rahmen von Gesprächen im offenen Betrieb des Jugendzentrums beginnen Jugendliche häufig Themen zu erzählen, die sie im Alltag beschäftigen.” Gespräche seien die einfachste, aber auch beste Maßnahme zur Minderung von Sorgen und Ängsten bei jungen Menschen.

Drei Gitarren hängen an einer Wand im Jugendzentrum
Gitarrenwand im Jugendzentrum Echo. – Foto: Mathias Neuhold

Gleichberechtigung hat hohe Priorität

Bei Jugendzentren hat die Förderung der Gleichberechtigung hohe Wichtigkeit. Eine Maßnahme, die durchaus von großer Bedeutung ist, wenn man auf die Studienergebnisse schaut. 60% der Jugendlichen finden demnach, dass man in Österreich „weit entfernt“ von der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ist.  

Das Jugendzentrum Echo bietet daher auch eine sogenannte „Girls-Time“ an, um mehr Mädchen für das Jugendzentrum zu begeistern. Hierbei handelt es sich um einzelne Tage, an denen nur Mädchen das Jugendzentrum besuchen. Die Annenpost hat bereits über ein ähnliches Programm im Jugendzentrum EggenLend berichtet. Durch gemeinsame Aktivitäten soll auch das Selbstbewusstsein von jungen Frauen gesteigert werden. Es werden dann Dinge unternommen, worauf sie gerade Lust haben. Gemeinsames Kochen sei hierbei äußerst beliebt, heißt es von Pfeffer. 

Digitale Welt – Chance oder Problem für die Jugend?   

Besonders hoch ist der Prozentsatz der Jugendlichen, die denken, dass sie onlinesüchtig sind. Dieser liegt bei hohen 63 %. Dass dies ein Problem ist, merkt man auch hin und wieder im Jugendzentrum, bestätigt Pfeffer. Die Aufklärung über Risiken habe daher hohe Priorität. Pfeffer sieht in der digitalen Welt aber auch viele Chancen und neue Wege, die sich für Jugendliche öffnen. „Egal ob Social Media oder KI, die Jugend lernt sehr schnell“, sagt Pfeffer. „Sie schauen sich zum Beispiel YouTube-Tutorials an und sprechen mit Freunden danach darüber.“ 

Allgemein meint Kerstin Pfeffer, dass der Einstieg in das Erwachsenwerden für die Jugendlichen heutzutage herausfordernd sei. Trotzdem sind auch positive Aspekte zu erwähnen. Durch die Vielzahl an Angeboten und der immer größer werdenden Vernetzung gibt es auch eine Vielzahl an neuen Chancen: „Es öffnen sich dadurch so viele Türen für die Jugend wie nie zuvor.“ 

 

Titelbild: Im Jugendzentrum Echo ist für alle etwas dabei – Foto: Mathias Neuhold

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