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ESK-Trainer Leeb: „Werden den Liga-Titel nicht holen“

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Der Eggenberger Sportklub kann auf eine erfolgreiche Herbstsaison zurückblicken. Das Ziel des Trainers Markus Leeb für die Rückrunde ist daher klar definiert: der Aufstieg.

Von Samuel Marton

 

Die Hinrunde der 1. Klasse Mitte B ist beendet. Zehn Siege aus zwölf Spielen kann der ESK in der siebthöchsten Spielklasse Österreichs vorweisen und belegt damit nach 13 absolvierten Runden den zweiten Tabellenrang – die stärkste Herbstsaison des Vereins in dieser Liga, nachdem der ESK erst 2017 aus der Gebietsliga Mitte abgestiegen war. Genau dorthin möchte der ESK per Aufstieg zurück und schielt dabei vor allem in Richtung Relegation, die im Falle eines zweiten Tabellenrangs erreicht werden könnte.

Für Trainer Markus Leeb, der das Amt im Herbst 2020 als Nachfolger von Philipp Pelzl übernommen hatte, kommt die gelungene Herbstsaison aber nicht von irgendwo. „Das Erfolgsrezept ist der Zusammenhalt der Mannschaft“, resümiert Leeb.

Offensive stark, Defensive dicht

Ein Blick auf die Tordifferenz offenbart die Stärken des ESK. Mit lediglich 15 Gegentoren weist die Mannschaft hinter dem SV SW Lieboch die zweitstärkste Defensive der Liga auf. Ein Mix aus Erfahrung und Jugend, wie der Trainer festhält. „Hinten im Tor hat der Florian Pfeffer mit 18 Jahren eine super Herbstrunde gespielt. Mit Lukas Pehmer stehen wir hinten stabil und der Martin Holzer ist auch schon ewig dabei. Es ist eigentlich auf jeder Position so viel individuelle Klasse.“ Holzer ist bereits seit 1999 beim ESK.

In Sachen Offensive stehen 45 Tore zu Buche. Dabei sticht vor allem Mirza Hajdarparsic hervor. Der Österreicher ist im Juli zum Verein gestoßen und konnte in der Saison bisher 14 Treffer erzielen – fünf davon allein im letzten Ligaspiel gegen den SV Union Liebenau II.  

Aber auch der 17-jährige Benjamin Winter konnte in der Hinrunde mit elf Toren überzeugen. „Der könnte es sicher schaffen, mal weiter oben zu spielen. Davon bin ich überzeugt, wenn es bei ihm auch kopfmäßig passt und das passt bei ihm aktuell wirklich super“, lobt ihn der Sportliche Leiter des ESK, Günter Schiffer. Laut Schiffer habe der Youngster zwar noch altersbedingte körperliche Defizite, macht diese aufgrund seines Arbeitseinsatzes aber wieder wett: „Auch wenn er körperlich unterlegen ist, scheut er sich nicht vor einem Zweikampf. Und auch sonst vor nichts.“

Das Gesamtfazit des von Trainer Markus Leeb zur Mannschaft fällt daher positiv aus: „Also ich muss sagen, heuer haben wir nicht wirklich keine Schwäche, weil wir es auch geschafft haben, einen sehr ausgewogenen und breiten Kader zusammenzustellen.“ 

Talent und Teamgeist

Gleichzeitig kündigt Markus Leeb an, dass ihm für den Start in der Rückrunde – am 19. März 2022 gegen den SV Justiz Graz – neues Personal zur Verfügung stehen wird. Wie Schiffer bestätigt, wechselt Torhüter Manuel Voith im Winter leihweise zum Eggenberger Sportklub. „Er studiert in Graz, hat schon länger mittrainiert und anscheinend hat ihm auch das Klima in der Mannschaft so gut gefallen, dass er jetzt dabei sein möchte“, erklärt Trainer Leeb. Voith soll dabei bis zum Sommer fixer Bestandteil des Kaders sein, ehe seine Situation beim Verein in der Folge neu bewertet werden wird.

Trotz Verstärkung glaubt der gebürtige Grazer nicht, dass sie in der Rückrunde eine Chance haben werden, über den zweiten Tabellenrang hinaus zu kommen und sich so den Meistertitel zu sichern. Die Konkurrenz in Form des SV SW Lieboch ist einfach zu groß, erklärt Leeb: „Es war auch schon die letzten Jahre so, dass Lieboch der ganz große Favorit ist und es da auch kein Vorbeikommen geben wird. Allein schon vom Budget, das sie haben.”

ESK-Trainer Markus Leeb hat das Ziel klar vor Augen: Den Aufstieg – Foto: Helmut Zauner – sportfotos4you

Sportlicher Leiter Schiffer unterstreicht diese Aussagen: „Lieboch hat die Möglichkeiten, Spieler zu kaufen.“ Beim ESK dagegen finanziert sich die Mannschaft selbst und verdient “keinen Cent”, wie Trainer Leeb es ausdrückt. Dies habe vor allem geographische Gründe: “Es liegt auf der Hand, weil es in der Stadt natürlich mehr Vereine gibt als auf dem Land. In einem Dorf gibt es immer nur einen Fußballverein und du identifizierst dich dann auch schneller mit dem. Da lassen sich schnell zwei oder drei Leute finden, die etwas Geld hineinpulvern. In der Stadt ist das um einiges schwieriger.”

Günter Schiffer verrät allerdings, dass dies gleichzeitig einer der großen Stärken des Vereins ist, den auch andere Verein in der Liga beim ESK schätzen: „Wer im Endeffekt bei uns spielt, der spielt hier wegen dem Fußball und nicht aufgrund des Gelds.“

Aufstieg wäre für Leeb der ‘schönste’ Erfolg

Laut dem Sportlichen Leiter ist diese Tatsache auch bei den Zielen des Teams förderlich. Denn obwohl der Direktaufstieg in die Gebietsliga Mitte über den Meistertitel als unwahrscheinlich betrachtet wird, bleibt das klare Ziel des Vereins, in dieser Saison den Sprung in die höhere Spielklasse zu schaffen. „Es in dieser Saison ist unser 100-jähriges Jubiläum und dann wäre es halt super, wenn es mit dem Umweg über die Relegation mit dem Aufstieg in die Gebietsliga klappen würde.“ Um es in die Relegation zu schaffen, muss der Eggenberger ESK mindestens Zweiter werden und insgesamt besser abschneiden als der Zweite der 1. Klasse Mitte A. In dieser Wertung liegt der Eggenberger Sportklub bei einem Spiel weniger einen Punkt vor dem SV Weinitzen. Für den Fall, dass das so bleibt, würde der ESK schließlich gegen den Drittletzten der Gebietsliga Mitte um den Aufstieg in eben jene Liga spielen.

Für Markus Leeb wäre der Aufstieg ein ganz besonderer Erfolg. Schließlich spielte er bereits in seiner Jugend für den Grazer Verein. „Hier habe ich mein ganzes Fußball-Leben verbracht. Ich kenne jeden schon ewig und bin mit den meisten auch sehr gut befreundet. Das wäre sicher der emotionalste und schönste Erfolg.“

Trotz Corona: ESK bleibt zuversichtlich 

Neben dem Geschehen auf dem Platz, könnte in Sachen Aufstieg aber noch ein Problem auf den Verein zukommen. Nachdem der Lockdown in ganz Österreich für Geimpfte aufgehoben wurde, ist die Situation in Hinblick auf die Omikron-Variante weiterhin angespannt. Bereits die vergangenen zwei Saisons konnten Corona-bedingt nicht zu Ende gespielt werden. Daher gab es in diesen Jahren auch keine Aufstiege in höhere Ligen. 

Ein Szenario, das bei den angesprochenen Ambitionen des ESK auch diese Saison dazwischenkommen könnte? Cheftrainer Leeb bleibt zuversichtlich: „Ich bin nicht aus diesem Fachgebiet, aber ich denke, dass sich die Coronazahlen im Frühjahr hoffentlich wieder beruhigen werden, sodass wir normal in das Frühjahr starten und die Saison normal zu Ende spielen können.“ Auch Günter Schiffer glaubt nicht, dass es in der im März beginnenden Rückrunde zu Spielabsagen kommen wird, allerdings soll es Auflagen geben. Geplant ist eine interne 2G-Regelung.

 

Titelbild: Der ESK sieht sich mit seinem Kader für die Rückrunde gerüstet – Foto: Helmut Zauner – sportfotos4you
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