Diesen Freitag laden Brookie Chapman und Kat Argarate vom Verein „Space Quads“ zur zweiten Rollerskate-Disco in die Helmut List Halle ein. Wie die beiden mit ihrem Hobby Mädchen und Frauen ermutigen wollen und warum der Sport so beliebt ist.
Farbenfroh gekleidet mit ihren Rollschuhen in der Tasche steigen die beiden jungen Frauen am Skateplatz im Volksgarten von ihrem Moped. Brookie und Kat, die beiden Gründerinnen des Rollschuhvereines „Space Quads“, sind bestens gelaunt, kommen beide aus Kanada, teilen viele Interessen und sehen einander auch noch ziemlich ähnlich. Obwohl sie oft für Zwillinge gehalten werden, sind sie nicht miteinander verwandt.
Brookie Chapman und Kat Argarate haben einander erst in Graz kennengelernt. Brookie kommt aus der Stadt Peterborough, ist 28 Jahre alt und lebt seit 20 Jahren in Graz. Ihre Liebe zum Rollschuhfahren entdeckte sie kurz vor der Corona-Pandemie – so wie viele andere. „Zur Zeit der Pandemie wurde das Rollschuhfahren sehr beliebt, weil viele nach etwas gesucht haben, das sie draußen ausüben können.“ In ihrer Kindheit hatte Brookie Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen als Hobbys, bevor sie ihre „Nummer 1“ entdeckte. „Beim Rollschuhfahren spürt man nicht so, dass man Sport macht, weil es einfach so lustig ist.“ Das Skaten hat sie sich in Graz selbst beigebracht, auf einem Sommercamp in Malaga verfeinerte sie ihr Können.

Kat Argarate fand 2020 zum Rollschuhfahren. Die 24-Jährige, die in Orangeville geboren wurde, 150 Kilometer Luftlinie von Peterborough, lernte Brookie durch ihre ältere Schwester kennen. Seitdem sind die beiden ein Herz und eine Seele. „Ich hab, wie so viele andere Leute, am Anfang nicht einmal stehen können, als ich die Rollschuhe angezogen habe.“ Doch durch Brookies Hilfe lernte sie schnell und „war sofort verliebt“ in den Sport.
Intergalaktische Note
Anfangs arbeiteten die beiden als Kinderbetreuerinnen. Nebenbei hatten sie auch hin und wieder unterschiedliche kleinere Jobs. Nun haben sie aber ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. „Es gab nichts, was uns so Spaß gemacht hat in unserem Leben, was wir so gerne weitergeben würden, wie das Rollschuhfahren“, sagt Brookie. Nachdem sie in Graz keinen Verein gefunden hatten, der sich auf das Rollschuhfahren besonders am Skateplatz oder Jam Skaten spezialisiert, nahmen sie es selbst in die Hand. Space Quads war geboren. Der Name entspringt der Liebe der beiden zum Weltall, Chapmans Signature Frisur „Space Buns“ und der Rollschuh-Variante mit vier Rollen – Quads eben. Über ihren Verein bieten sie nun Kurse an, bei denen man lernen kann, wie man Rollschuhe ganz einfach als Fortbewegungsmittel verwendet oder wie man auf acht Rollen tanzen kann. Im Sommer veranstalten die beiden außerdem ein Camp, bei dem man außer Skaten auch gleich Englisch lernen kann. Die Disco am 17. November in der List-Halle, zu der sie nach dem großen Erfolg im Vorjahr bereits zum zweiten Mal einladen, ist dann sozusagen der intergalaktische Höhepunkt der Saison. Donnerstagnachmittag findet zusätzlich noch ein Warm-Up-Workshop statt.
Der Verein sei für alle, die Tricks lernen oder tänzerisch fahren wollen, erzählen sie. Mittlerweile seien ungefähr 70 Mitglieder dabei. Von Jung bis Alt. Männer und Frauen. Hauptsächlich sind allerdings Mädchen und Frauen dabei. Eines der wichtigsten Ziele des Vereines ist es, Frauen zu ermutigen, sich auch auf die öffentlichen Skateplätze zu trauen. Skaten sei derzeit ein von Männern dominierter Sport, sagt Brookie. Chapman und Argarate selbst sind zur Zeit häufig am Gelände bei der Ortwein Schule anzutreffen. Dort gibt es eine kleine Rampe, die dafür geeignet ist, Tricks zu lernen.

Keine Angst vor dem Fall
Einen weiteren Grund, warum das Rollschuhfahren für die beiden so besonders ist, erklärt Brookie damit, dass man dabei „so ein Erfolgserlebnis“ habe. Jede:r beginnt bei null. Man zieht die Schuhe an und kämpft anfangs damit, überhaupt stehen zu können. Aber Übung macht den Meister. „Man muss sich damit anfreunden auch hinzufallen.“ Man dürfe sich deswegen nicht demotivieren lassen. Im Gegenteil: Es ist Teil des Sports, dass man lernt, wie man richtig zu Boden geht. Das nimmt einem die Angst, man bleibt lockerer und kann so auch ernsthaften Verletzungen vorbeugen.
- Immer in den Knien bleiben! Beine nie ausgestreckt lassen. Die Reaktion der meisten ist es, sich groß zu machen. Dabei fällt man eher nach hinten – und das kann schmerzhaft sein.
- Man muss sich antrainieren, nach vorne zu fallen. Man sollte immer Protektoren für Knie, Ellbogen, Hände und vor allem für den Kopf, anhaben.
- Man sollte mit den Füßen versetzt fahren, nicht nebeneinander. So ist das Gewicht richtig verlagert und man fällt nicht nach hinten.
- Locker bleiben!
- „Niemals aufgeben!“
Titelbild: Brookie und Kat, die Gründerinnen von Space Quads. – Foto: Sofia Müller Garcia