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Drucken lernen – ganz ohne Druck

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Viermal im Semester veranstaltet das Grazer Kunsthaus einen Kreativworkshop, der Kunst aktiv erlebbar machen soll. Am Donnerstag fand deshalb „Monodruck und Muster” mit der Künstlerin Barbara Friehs statt. Mit der Workshopreihe will man vor allem junges Publikum anlocken.

Das Kunsthaus möchte seinen Besuchern nicht nur Kunst zum Anschauen bieten, sondern auch die Möglichkeit geben, sich selbst künstlerisch zu betätigen. Seit 2015 gibt es dazu die Workshopreihe „KoOgle”, die vor allem junge Menschen ab 14 ansprechen soll. Poetry Slam, African Percussion und Sticken stand da ebenso schon am Programm wie ein Workshop zur Funktionsweise der BIX-Fassade des „friendly alien”. „Mit der Workshopreihe wollen wir junge BesucherInnen anlocken und Kunst zu etwas Erlebbarem machen. Deshalb ziehen wir sie so auf, dass man kein Vorwissen braucht. Jeder kann mitmachen und selbst Hand anlegen. Wer sich schon besser auskennt, hat die Möglichkeit, sich mit anderen Kunstinteressierten auszutauschen”, sagt die Kunstvermittlerin Wanda Deutsch.

Beim letzten Workshop zum Thema „Monodruck und Muster” zeigte die junge Künstlerin Barbara Friehs, wie man aus Linolbögen Stempel herstellt, mit denen man dann außergewöhnliche Kunstwerke anfertigen kann. Da es eine begrenzte Teilnehmerzahl von 17 Personen gab, war der Kurs schon im Vorhinein ausgebucht. Wirklich junges Publikum konnte man allerdings nicht anlocken, denn bis auf eine Teilnehmerin waren alle über 20 Jahre alt.

Die Teilnehmerinnen sind gespannt auf Barbaras Kunstwerk – Foto: Sarah Tatschl

„Meine größte Inspiration ist das Reisen”

Barbara Friehs ist in Kanada geboren, ihre Eltern sind jedoch aus Mexiko und Österreich. Aufgewachsen ist sie in Graz, wo sie auch maturiert hat. Danach zog es sie wieder nach Amerika, um in San Francisco Werbegrafik zu studieren. Zurück in Österreich arbeitete sie in Wien als Werbegrafikerin. Doch die Reiselust ließ sie nicht mehr los. Als Stewardess flog sie vier Jahre lang um die Welt. „Meine größte Inspiration ist das Reisen. Man kann so viel aus fremden Kulturen mitnehmen.”

Nach einer sehr bewegten Zeit entschloss sich Barbara, ihr Leben der Kunst zu widmen. Schon während des Studiums habe sie viel gemalt und illustriert, aber an Ausstellungen habe sie erst später mitgewirkt. Ihr Spezialgebiet sind Druck und Leinwandmalerei. “Ich habe ein Atelier in der Krenngasse, biete Workshops und Kunsttherapie an. Das funktioniert ganz gut. Vor allem durch die Kunsttherapie habe ich regelmäßige Kunden. Man wird nicht reich damit, aber man kommt gut über die Runden.” 

Spontane Kunstwerke

An der Kunst liebt Friehs vor allem das Ausleben der eigenen Spontanität. „Meine Werke entstehen immer sehr spontan. Ich überlege mir da im Vorhinein nichts Großartiges. Genau das liebe ich an der Kunst. Manches gelingt nicht so, wie ich es mir vorstelle. Aber auf der anderen Seite kommen viele positive Überraschungen dabei heraus. Da freue ich mich dann immer sehr darüber.” Abgesehen vom Reisen und der Kunst betreibt Friehs Yoga und liest viel. „In meiner Freizeit mache ich viel Sport. Im Moment bin ich im dritten Monat schwanger, da geht nicht mehr so viel.” Für kreativen Wandschmuck im Babyzimmer ist auf jeden Fall gesorgt.

Mit ruhiger Hand zeichnet Barbara Friehs ihre Skizze – Foto: Sarah Tatschl

Fröhliche Optimistin, außer wenn hungrig, dann doch nicht so fröhlich. Liebt Reden, Suppe, Bergsport und Sonnenschein. Schau ma moi, dann seh ma schon!

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