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Jo: Kunstgalerie mit Wohlfühlfaktor

in KULTUR/LENDWIRBEL von

Vergangenen September hat die Galerie Jo im Lend aufgesperrt. Für die Betreiber* Anna Zottmann und Jürgen Kreuzmann ist es eine Herzensangelegenheit, Künstler bei der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen.

Von: Carina Traxler, Marina A. Borics

“Klein aber fein”, so beschreiben die beiden Galeriebetreiber* Anna Zottmann und Jürgen Kreuzmann ihre neuen Räume, über denen – nachts zumindest – der schlichte Schriftzug “Jo” leuchtet.  Nicht protzig oder abgehoben soll der Raum daherkommen, sondern die Besucher einladen, sich hier wohlzufühlen und die Kunst in einer natürlichen, entspannten Atmosphäre zu genießen. Wenn es passt, sogar gemeinsam mit den Künstlern.

“Jo, das mach ma jetzt”

Der Name, ebenfalls “klein aber fein”, entstand einerseits aus der Phrase “Jo, das mach ma jetzt”, erzählen die beiden. Und andererseits natürlich aufgrund der Lage in der Josefigasse 1. Einfach, neutral und einladend sollte der Name klingen.

Künstlerförderung

Im Moment bespielt Hannes Schauer mit seinen Gemälden die Galerie. „Er ist ein Gesamtkunstwerk!“, schwärmen Zottmann und Kreuzmann. Schauers  Arbeiten seien innovativ, mutig und wiedererkennbar. Auch Gesellschaftskritik und Selbstreflexion ist in seinen Werken erkennbar. Zottmann selbst gefällt das sehr gut und sie glaubt, dass er eine große Zukunft vor sich hat. Der Maler, Musiker und Performer präsentiert in dieser Ausstellung, die seit Ende Jänner läuft, ein breites Spektrum seines Schaffens.

Auch Christoph Urban, Martin Steiner und Christine Kipper durften in der kleinen Kunststätte Jo schon ausstellen, seit sie im September letzten Jahres eröffnet hat. Bildhauerei, Malerei,  Fotografie – formal legt sich Jo nicht fest. „Es ist wichtig, ein großes Netzwerk an Künstlern zu haben, mit denen man sich austauschen kann und die man bei ihren Projekten unterstützen kann“, erklärt Zottmann. Viele kennen sie aus der Vergangenheit, mit einigen sind sie befreundet.

Persönliche Betreuung schreiben die Galeriebetreiber* sehr groß – aber auch die Künstler, mit denen sie arbeiten und die man ab und an in der Ausstellung treffen kann, wo sie einem gerne Auskunft über ihre Arbeit geben. Zottmann und Kreuzmann ist es wichtig, einen engen Kontakt zu den Menschen hinter den Kunstwerken zu pflegen: „Jeder soll sich bei uns einfach wohl fühlen.“

Finanziert wird die Galerie durch Verkaufsprovisionen sowie die Unterstützung der Restaurierungswerkstatt Zottmann in Gratwein, Anna Zottmann arbeitet auch selbst noch im Betrieb ihres Ex-Mannes.

Jürgen Kreuzmann und Anna Zottmann, Betreiber* der Kunstgalerie Jo – Foto: Marina A. Borics

Aller Anfang

“Schwer, der Anfang ist immer schwer”, beschreibt Zottmann die ersten Monate im Geschäft. “Wir haben aber schon Werke verkauft, das liegt vor allem an der Qualität der Kunst.” Eine Galerie zu eröffnen, war der freiberuflichen Bildhauerin und Steinrestaurateurin ein inneres Bedürfnis. Kunstbegeistert war sie schon immer. Da sie in ihrer Jugend in ihrer Heimat Kärnten keine Lehrstelle als Tischlerin fand, lernte sie schlussendlich Bildhauerei an der Ortweinschule in Graz. In Ravenna absolvierte sie auch eine Mosaik-Ausbildung. Schon 2013 eröffnete sie gemeinsam mit dem Fotografen Martin Eder ganz in der Nähe des jetzigen Standorts  das Ausstellungs- und Verkaufslokal mosai.co.

Für Zottmann kam nur das Annenviertel in Frage, um eine Galerie zu eröffnen. Gerade die besondere Atmosphäre rund um den Lendplatz gefällt ihr sehr gut. “In diesem Viertel trifft man Menschen, die den Mut zu „Neuem“ haben, sich etwas vom konservativen Gedankengut wegbewegen und mit ihren Projekten Wagnisse eingehen”, erklärt die Galeristin.

Im Juli 2018 begannen dann die Vorbereitungsarbeiten für die Galerie, Zottmanns Partner Jürgen Kreuzmann, der als Reisebusfahrer arbeitet, brachte das nötige handwerkliche Geschick mit.

Schaufenster Kunstgalerie Jo – Foto: Marina A. Borics

Und dann

“Die Galerie ist bereits bis September 2019 ausgebucht”, sagt Zottmann. Als nächstes geplant ist ab 2. März eine Doppelausstellung mit der Malerin Andrea Kurtz und der Illustratorin Clara Frühwirth. Viel zu tun gibt es allemal: “Um die Künstler zu unterstützen, müssen mehr Leute auf die Galerie aufmerksam werden, ein Netzwerk muss aufgebaut werden.“ Kostendeckend zu arbeiten ist ein weiteres Ziel, allerdings eben nur eines von mehreren.  

Ausstellungen:

Hannes Schauer: bis 28. Februar 2019

Andrea Kurtz, Clara Frühwirth: ab 2. März 2019

[UPDATE 13.5.2019: In einer früheren Version des Textes, gegen die Anna Zottmann zunächst auch keine Einwände hatte, war die Rede davon, dass Anna Zottmann und Jürgen Kreuzmann beide „Inhaber“ der Galerie seien. Diese Formulierung beruhe auf einem Missverständnis, sagt Zottmann heute. Sie legt Wert auf die Feststellung, dass sie die alleinige Inhaberin der Galerie ist. In diesem Sinne wurden die entsprechenden Passagen adaptiert..]

Katzen-begeisterte, oft etwas gedankenverlorene Wahlgrazerin mit einer Obsession für Kaffee und großer Liebe zu Fotografie, dem Meer und Großstädten.

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