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Women*s Action Forum: Gemeinsam statt einsam

in SOZIALES von

Das Women*s Action Forum bündelt seit bald einem Jahr interessante feministische Initiativen in der Stadt. Noch bis Freitag zu sehen: Fotografien von Maryam Mohammadi, Musik von Mia Zabelka im Volksgartenpavillon.

“Frauen müssen Allianzen schließen”, sagt Veronika Spannring. Spannring ist beruflich in der Frauenberatung tätig und diskutiert an diesem Abend auf einem Podium anlässlich der Eröffung der Ausstellung “Allein die Stimme bleibt. Frauen im Iran” im Volksgartenpavillon. Zu sehen sind Fotografien von Maryam Mohammadi, die zur Eröffnung Gedichte der persischen Frauenrechtlerin, Dichterin und Regisseurin Forugh Farrochzād las.  “Für mich ist sie die erste moderne Feministin”, sagt Mohammadi, die seit 2009 in Österreich lebt. Die Klangkünstlerin Mia Zabelka begleitete die Gedichte mit E-Violine und Elektronik. “Die Gedichte und Fotos passen wunderbar zu meiner Musik”, sagt Zabelka, die auch schon Texte von Elfriede Jelinek vertont hat. Zu sehen sind die Fotografien bis 21. Dezember 2018. Auch die Musik von Zabelka, die sie eigens für die Ausstellung komponiert hat, bleibt in Form einer Installation für die Dauer der von der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik organisierten Ausstellung erhalten.

Mia Zabelkas Performance bei der Ausstellungseröffnung.
Mia Zabelkas Performance bei der Ausstellungseröffnung am 6. Dezember – Foto: Anna Dunst

Ein Manifest

Maryam Mohammadi und Veronika Spannring sind zwei der Frauen, die vor einem Jahr mit einem Manifest das Women*s Action Forum ins Leben gerufen haben. Um dem Feminismus in Graz wieder mehr Nachdruck zu verleihen. Ihre Mitstreiterinnen sind Nayari Castillo, Christine Hirtl, Gabi Krautgartner, Margarethe Makovec, Ulla Sladek, Eva Taxacher und Edith Zitz. Die neun Frauen, die dieses Manifest unterschrieben haben, sind in verschiedensten Bereichen wie Kunst, Beratung, Fotografie oder Politik tätig. Was sie verbindet, ist ihr Kampfgeist und der Wille, gemeinsam etwas zu verändern.

Das WAF soll alle feministischen Vereinigungen, feministisch denkenden Personen und Szenen in Graz zusammenführen. Das Motiv für die Gründung ist die immer noch anhaltende Diskriminierung von Frauen, aber auch von Menschen mit Migrationshintergrund, von homo- oder transsexuellen Personen. Um konkreten gesellschaftlichen Wandel geht es seit Start der Aktivitäten zu Beginn des Jahres. Im Manifest der Webplattform rufen die Frauen zum gemeinsamen, gesellschaftlichen Engagement auf. „Wir”, das sind viele. Und “Action, das braucht es jetzt”, steht dort.

Ein Jahr Programm

Die Ausstellung im Volksgartenpavillon ist Teil des „365 Tage Programms“ des WAF. Seit 10. März 2018 wird  auf der Website der Initiative jeden Tag zumindest auf eine Veranstaltung verwiesen, die die Ziele des WAF unterstützt. 87 Initiativen beteiligen sich aktuell an der Programmierung von Vorträgen, Diskussions- und Austauschrunden oder Kulturveranstaltungen. Events kann jeder in den Kalender posten, die dann redaktionell geprüft und freigeschalten werden. Die Botschaft: Gemeinsame Sache machen bringt am Ende allen mehr, als miteinander zu konkurrieren.

Noch viel zu tun

Bei der Diskussion im Pavillon wurde auch Bilanz über die feministischen Debatten der letzten Zeit gezogen. “Große Erfolge gab es in der #MeToo-Debatte”, sagt Spannring. Das Jahr 2018 bot sich den Initiatorinnen als günstiger Zeitpunkt, um eine feministische Plattform zu starten. „Wir feiern heuer 100 Jahre Frauenwahlrecht, das Frauenvolksbegehren läuft und Kampagnen wie #MeToo haben eine breite gesellschaftliche Debatte angestoßen“, sagten die Begründerinnen zu Beginn des Jahres laut APA. Es gebe aber auch noch viel zu tun: Man solle zum Beispiel Mädchen in technischen Berufen vermehrt unterstützen und die Bildung von Mädchen mit Migrationshintergrund fördern, betont Spannring. Außerdem soll auch die Lohndiskrepanz zwischen den Geschlechtern gemindert werden. Wie es nun weitergeht? Kurz vor dem Launch des 365 Tage Kalenders äußerte sich das WAF laut APA folgendermaßen: „Wir wollen mehr werden und was nach den 365 Tagen ist, bleibt offen”.

Details zur Ausstellung

Wo? SPÖ Volksgartenpavillon, Volksgartenstraße 11, 8020 Graz

Wann? Bis Freitag,  21. Dezember

Um kurze Voranmeldung unter der Nummer 05 07 02 6111 wird gebeten.

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