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Der Wächter vom Griesplatz

in SOZIALES von

In der letzten Ausgabe des ORF-Reportagen-Formats „Am Schauplatz“ hat sich ein gewisser „Herbert“ für das friedvolle Zusammenleben am total argen Grazer Griesplatz eingesetzt. Aber in Wirklichkeit geht die Geschichte ein bisserl anders.

Von: Emma Kleiß, Anja Leitner, Katharina Lugger

Der Mann, den der ORF fälschlicherweise „Herbert“ nannte, heißt eigentlich Robert Lee und lebt seit knapp einem Vierteljahrhundert in Österreich. Seit einigen Jahren betreibt er gemeinsam mit seiner Frau und seiner Schwester das ghanaische Restaurant „Meet me there“ am nördlichen Ende des Platzes. Im Gegensatz zum Image der Gegend, ist es vor dem Gasthaus ruhig, sauber und ordentlich.

Das war  nicht immer so: Der Ghanaer hat es sich zur Verantwortung gemacht, über den Griesplatz zu wachen. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Umwelt-Verschmutzern, Unruhestiftern und Querulanten. Entsorgen Leute vor seinem Restaurant unrechtmäßig Müll oder streiten zu laut, spricht Robert sie freundlich auf ihr Fehlverhalten an. Dabei sagt er „Bitte“ – und nicht etwa „Halt‘s Maul.“ Überall würde er sich jedoch nicht einmischen: „Wenn ich ein Messer sehe, gehe ich da nicht in die Nähe“, sagt Robert.

Begonnen hat seine Mission vor der eigenen Haustür. Sicherheit rund um sein Lokal sei ihm schon immer ein Anliegen gewesen – es sei gut für das Geschäft. Er tue das nicht nur für sich selbst, sondern damit auch seine Nachbarn ruhig schlafen können, meint er.

Robert Lee liegt ein sicherer Griesplatz am Herzen. — Foto: Emma Kleiß

Seiner Meinung nach sei Österreich ein Land, in dem vieles gut funktioniert, die Müllabfuhr zum Beispiel. Daher müsse sich auch jeder an die Gesetze halten. “Alle müssen mithelfen, dass es so bleibt, wie es ist.” Dass die österreichischen Gesetze für jeden gelten, ungeachtet seiner Herkunft, findet er besonders gut, sagt der Ghanaer. Er selbst fühlt sich fast schon ein wenig zu sehr als Österreicher, findet er. “Der Charakter von Afrika und mein Charakter passen nicht mehr zusammen.”

Am Griesplatz habe sich laut ihm in letzter Zeit viel verändert – ein Stück weit auch durch seine Hand. Vorrangig aber durch die verstärkte Arbeit der Polizei, die durch regelmäßige Präsenz die Anzahl der Streitigkeiten deutlich verringert habe. Der Griesplatz von vor ein paar Jahren sei mit dem von heute nicht mehr zu vergleichen.

Fährt Motorrad & hat Hühner, damit die Enkelkinder was zu singen haben. Spielt exzessiv Sims & mit Worten.

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