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Frischer (Fahrt-)Wind für die Annenstraße

Der neue RadAktiv-Store und das dazugehörige CaRa – dein Fahrradcafé in der Annenstraße kombinieren Hobby und Genuss und beleben damit die Hauptschlagader des Annenviertels.
Kaffeetasse, im Hintergrund Fahrräder

Das Konzept „Fahrrad & Kaffee“ geht auf: Bereits der zweite Store in Graz ist eröffnet. Foto: Christina M. Klammer

Bim-Haltestelle Esperantoplatz/Arbeiterkammer. In schwarzen Lettern steht „Werkstatt − Service − Verkauf − Café“ auf dem Banner über der Glasfassade, durch die man in das Innere des Stores blicken kann. Der Kontrast beim Betreten ist markant. Zur Linken sind Fahrräder strikt aufgereiht. Helme, Sportbekleidung und noch mehr Räder hängen an der Wand. Auf der rechten Seite die in Naturfarben gehaltene Theke, verspielte Accessoires, dahinter die Sitzmöglichkeiten. Hölzerne Stühle, Tische, bunte Sessel, ein bestücktes Bücherregal, davor lehnt ein eingerahmtes Bild − nichts davon ist aufeinander abgestimmt. Und doch wirkt es gemütlich.

Wo man bis vor kurzem noch Elektrogeräte in der EP:Elektronic Partner- Filiale erwerben konnte, ist seit 29. März 2017 die stadtweit zweite Betriebskombination aus Fahrradshop und Café beheimatet. Fahrbare Untersätze gibt es so zahlreich wie Getränke und Snacks auf der Karte des CaRa: E-Bikes, Mountainbikes, Renn- und Cityräder duellieren sich im Kampf um Aufmerksamkeit mit Kaffeespezialitäten, Bio-Hanfbier, Limonaden und belegten Fladenbroten.

Innovative Partnerschaft
Shopmanager Andreas Ertl, Inhaber des ehemaligen Bikeshops Andasbiken, hat es auf Initiative des Unternehmens RadAktiv in die Hauptschlagader des Annenviertels verschlagen. Er hat seine Sachen gepackt und ist vor drei Wochen in die Annenstraße 50 umgesiedelt. Gemeinsam mit Branchenkollege Klaus Sever, Gastronom Philipp Oswald und Marketingfrau Lucia Steppeler hat er die zweite Ausführung der Verbindung von „Fahrrad und Kaffeegenuss“ in Graz in Gang gebracht.

„Genau wie beim ersten CaRa in der Grazer Sonnenstraße handelt es sich beim Café um das ‚Herzstück des Ganzen‘, das Fahrradgeschäft ist um dieses herum konzipiert“, sagt Steppeler. Den Unterschied zwischen den beiden Ausführungen in Graz macht vor allem aus, dass man sein Fahrrad in der Sonnenstraße in einer „Do-it-yourself-Werkstatt“ selbst reparieren kann. Zweimal wöchentlich kann man sich dort auch Tipps für die Reparatur holen. Der Annenstraßen-Standort hingegen ist auf Verkauf und Reparatur von Fahrrädern durch Fachmänner ausgerichtet.

aufgereihte Fahrräder

Verkauf, Beratung, Reparatur. Man setzt auf Service und will den Kunden höchstmögliche Qualität bieten. Foto: Christina M. Klammer

Verkauf mit Genuss
Auf der Suche nach weiteren Rädern, Ersatzteilen und Accessoires für den eigenen Drahtesel wird man schnell fündig. Im hinteren Bereich der Räumlichkeiten tut sich auf 350 Quadratmetern ein Allround-Angebot für Radliebhaber auf: Rund um den Verkaufstresen sind Bikes, Sportbekleidung und Zubehör ausgestellt − vom Motocrosshelm bis hin zur bunten Kinderfahrradklingel. Fans der Fahrradmarken Trek und Diamant finden im Fachhandel in der Annenstraße schnell, was sie suchen − handelt es sich dabei doch um die beiden Haupt-Verkaufsmarken des Geschäfts. Im Bekleidungsbereich fallen vorrangig Produkte der Marke Endura auf, während im hinteren Bereich einem Mitarbeiter beim Arbeiten zugesehen werden kann.

Der Fokus liege auf der Qualität, egal ob Beratung, Service, Räder oder Kaffee, erklärt Steppeler, die auch für den Gastronomie-Part zuständig ist. Beim Ankauf der angebotenen Produkte werde stets überlegt, ob die Marke und das Verkaufsgut auch zum Unternehmen passe. Sie erklärt das Konzept des Cafés: In der Annenstraße setzen sie auf „to go“, man könne sich aber natürlich auch hinsetzen und in Ruhe essen und trinken. Alles sei selbstgemacht − Kuchen, Müsli, Sandwiches. Der Kaffee wird von einer kleinen Rösterei im Burgenland bezogen, auf diese Partnerschaft ist man im CaRa besonders stolz. Steppeler betont den bewussten Umgang mit Waren aus der Region und dem Einsatz von Bio-Produkten.

Lucia Steppeler hinter dem Tresen des CaRa

Lucia Steppeler erklärt die Idee des Geschäfts – und bedient nebenbei ihre Gäste. Foto: Christina M. Klammer

Impuls für die Hauptschlagader
Warum sie gerade in der belebten Straße zwischen Lend und Gries ansässig geworden sind? „Es handelt sich um einen sehr interessanten Standort für uns, vor allem, weil die Annenstraße das Verbindungsstück zwischen Eggenberg und der Innenstadt ist. Generell hat diese Durchzugsstraße großes Potenzial, da gibt es noch viel Luft nach oben.“ Für die Attraktivität der Straße sei es ihrer Meinung nach sehr wichtig, dass sich Unternehmen hier niederlassen.

Dass viele Geschäftsflächen in der Annenstraße drei Jahre nach deren Umbau nach wie vor leer stehen, ist allgemein bekannt. Es sei inzwischen schon viel passiert, dennoch hofft man in der Hausnummer 50, mit dem Einzug einen „Impuls gegeben, ein Zeichen gesetzt“ zu haben. Rückblickend auf die vergangenen drei Wochen seit der Eröffnung erzählt Steppeler, seien alle positiv überrascht. „Es funktioniert. Die Radler kommen gerne hierher und trinken Kaffee, es läuft perfekt. Wir sind sehr zufrieden.“

Graz verfügt mit seinen 13 Hauptradrouten über mehr als 120.000 Radweg-Kilometer. Durchschnittlich besitzt jede/r zweite/r GrazerIn ein Fahrrad, am häufigsten wird es von Menschen zwischen 16 und 35 Jahren genutzt, um in die Ausbildungs- bzw. Arbeitsstätten zu kommen.

 

Über den Autor

Christina Maria Klammer
Christina Maria Klammer
Von den Höhen der Karnischen Alpen herabgestiegen ist sie stets auf der Suche nach interessanten Gesprächen, gutem Essen und neuem Wissen. Sie liebt es zu lachen, ist offen für die Welt und spricht unheimlich gerne Fremdsprachen.
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