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Startup auf Höhenflug

Ein Gründer-Duo aus Graz möchte mit seinem Startup Drone Rescue Systems die Sicherheit im Bereich der Drohnennutzung verbessern. Im Oktober hat die ESA ihre Idee ausgezeichnet, zuletzt gewannen sie damit den Startup-Playground-Preis vom IdeenTriebwerk Graz.

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Die Gründer mit ihren Auszeichnungen. Foto: Martin Pendl

Ein Fallschirm für Drohnen. Diese Idee kam Markus Manninger, als ein Freund zwei Drohnen bei Abstürzen verlor. Er selbst hat bereits als Paragleiter erlebt, wie wertvoll ein Reserveschirm sein kann (mehr dazu hier). Der Fallschirm für Drohnen soll automatisch auslösen, wenn die Drohne in Schwierigkeiten gerät. Dafür gibt es Sensoren, die während des Fluges zahlreiche Parameter wie etwa die Geschwindigkeit überwachen. Es gibt andere Anbieter von Fallschirm-Systemen für Drohnen. Die Auslösung dieser Modelle funktioniere aber entweder manuell oder basieren nur auf ein oder zwei Flugparametern, wie zum Beispiel der Schräglage. „Das ist nett für eine kleine Spielzeugdrohne, aber wenn eine Drohne außerhalb des Sichtbereichs des Piloten geflogen wird, dann muss es nicht nur automatisch funktionieren, sondern komplett autonom“, sagt Andreas Ploier, der Co-Gründer des Startups Drone Rescue Systems. Ihr System beziehe zahlreiche Werte mit ein und soll deshalb auch für Paketzustellungen via autonomer Drohnen geeignet sein.

From Zero..
Derzeit ist Drone Resuce Systems noch nicht als eigenständige Firma gegründet, sondern läuft über Manningers IT-Einzelunternehmen. Anfang 2017 soll das erste Produkt auf den Markt kommen, dann erfolgt auch die Gründung. Derzeit befinden sich Manninger und Ploier noch in der Testphase. Erprobt werden die Fallschirme mit günstigen Drohnen, die sich leicht reparieren lassen. Aktuell stehe das System zwar bei 100 Prozent Erfolgsquote, vor dem Produktstart müsse jedoch weiter ausgiebig getestet werden, um ein fehlerfreies Auslösen des Fallschirms zu gewährleisten. (Video)

Einen Vergleich mit der Konkurrenz scheuen die beiden Gründer nicht. „Unser System ist ein wesentlich umfassenderes, welches schneller agiert und ohne das Einschreiten des Menschen sicher funktionieren kann“, sagt Ploier. Den Fokus legen die beiden auf große kommerzielle Drohnen, aber auch Privatpersonen werden das System kaufen können. Verkaufen wollen die Gründer Lizenzen, die es Drohnenherstellern erlauben, ihr Fallschirmsystem in den eigenen Drohnen zu verbauen. Zudem soll es einen eigenen Onlineshop geben, die genaue Verkaufsstrategie ist derzeit aber noch in Planung.

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Der Fallschirm in Aktion. Foto: Dronerescue.at

..To Hero
Die Startup-Idee der beiden Steirer wurde bereits mehrfach mit Preisen und Auszeichnungen belohnt. Im Dezember gewann Drone Rescue Systems den Hauptpreis beim Startup Playground, einem Neugründer-Event im Spacelend, welches vom IdeenTriebwerk Graz veranstaltet wurde. Neben anderen interessanten Ideen, wie etwa einem modularen System für den Hausbau, konnten Manninger und Ploier mit ihrem System überzeugen und gewannen den ersten Preis – eine professionelle Beratung durch Unternehmensberater von m27 und zwei Monate im Coworking-Space AULA x space in Eggenberg.

Der größte Erfolg der Gründer ist jedoch der Österreich-Preis bei der European Satellite Navigation Competition der europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Für die Gründer hat dieser Preis, der vergangenen Oktober verliehen wurde, einen besonders hohen Stellenwert, weil er die Reputation stärkt, wie die beiden sagen. “Wenn eine European Space Agency dich ernst genommen hat, dann können das auch andere.” Der Preis hat Manninger und Ploier zudem geholfen, eine zweijährige Unterstützung beim ESA Business Incubator Center (ESA BIC) zu erhalten. ESA BIC unterstützt ausgewählte Jungunternehmer durch Beratungen bezüglich Strategie und Finanzen, um das Wachstum von Startups zu beschleunigen. Nach dieser Zeit planen Manninger und Ploier, in den AULA x space Coworking-Space nach Eggenberg zu wechseln.

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Andreas Ploier beim Startup Playground. Foto: Martin Pendl

Ein weiter Weg
Wer glaubt, mit einem Startup schnell reich werden zu können, der irrt sich. Im Gegenteil. Ungefähr 20.000 Euro haben die beiden Gründer bis dato aus eigener Tasche in dieses Projekt investiert. Unter anderem für Messgeräte, Testequipment und eine Fräse für die automatisierte Herstellung von Bauteilen. Das Geld, das Manninger mit seinem IT-Einzelunternehmen verdient, steckt er wiederum in Drone Rescue Systems.

Zweifel an der Idee gab es anfangs schon, erzählen die Gründer. Wer aber von einer Idee überzeugt ist, schaffe es auch, diese Zweifel zu beseitigen. “Im Prinzip ist man rund um die Uhr beschäftigt”, sagt Manninger. Man müsse sich bewusst sein, dass Startups ein Job mit einer 7-Tage-Woche sind. Teilweise arbeiten beide bis vier Uhr morgens, das zahle sich aber aus. Ein gewisses Maß an Risikobereitschaft und Mut setzt das Gründen zudem voraus. Ob es funktioniert, wisse man nie, doch einen Rat haben die Jungunternehmer an Menschen mit einer Idee: “Wenn man sich halbwegs bereit fühlt: probieren. Wenn man sich nicht bereit fühlt: anfangen zu probieren.”

 

 

Über den Autor

Martin Pendl
Martin Pendl
Martin ist ein Android-Fan der "schlimmsten" Sorte. Außerdem Liebhaber von Politsatire und freiwilliger Rettungsanitäter aus Leidenschaft. Möchte gerne mehr Wissen sammeln.
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