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Der Stadtpark kriegt Geschwister

in KULTUR von
Die beiden „Smart Cities“ Waagner-Biro und Reinighaus sollen grüner werden. Gerade wurden die Wettbewerbssieger präsentiert.
Früher Fußballplatz für den Brauerei-Verein, bald Herzstück eines neuen Stadtteils – die Wiese im Süden des Areals. Foto: Roman Wagner

Vergangenen Montag, 24. Oktober, informierten Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), Stadtbaudirektor Bertram Werle, der städtische Abteilungsvorstand für Grünraum und Gewässer Robert Wiener sowie die Wettbewerbssieger von „zwoPK Landschaftsarchitekten“ im Reininghaus-Loft über die Begrünungspläne für den künftigen „smarten“ Stadtteil. Am zweistufigen, internationalen Wettbewerb hatten sich 21 Büros beteiligt, davon erreichten sechs die zweite Stufe, die „zwo PK“ für sich entschied.

„zwoPK“, die Sieger des Ideenwettbewerbs präsentierten stolz ihr Pläne. Foto: Roman Wagner

Auf dem ehemaligen Fußballfeld der Reininghaus-Brauerei soll ein Park entstehen, der inmitten all der geplanten Wohnbauten Raum für Bewegung und Spiel bieten soll. Zusätzlich zum Park wird in Richtung Süden eine rund 120 Meter lange Grünachse entstehen, die  vor allem für Erholung und Spielaktivitäten genutzt werden soll. Bürgermeister Nagl bezeichnete das Projekt als „kleine Schwester des Stadtparks im Westen der Stadt“. Obwohl ein nicht unbeachtlicher Teil der künftigen „grünen Lunge von Reininghaus“ in einem Wasserschutzgebiet liegt, sei es dennoch gelungen,  Sport- und Spielbereiche, Wassererlebniszonen und Rückzugsareale einzuplanen, so die Architekten.

Bevor 2018 die Bagger anrollen, soll das kommende Jahr der Detailplanung gewidmet werden, an der auch BürgerInnen beteiligt werden sollen. Die Stadt Graz investiert in die Realisierung von Park und Grünachse insgesamt rund 5,4 Millionen Euro. Nagl zeigte sich erleichtert: „Die vielen Puzzlesteine des riesigen Reininghaus-Areals fügen sich langsam zu einem Ganzen zusammen.“ Im Osten, im Bereich der Alten-Poststraße soll auch ein Schul-Campus entstehen, der dem neuen Stadtteilzentrum bezüglich Infrastruktur ebenso einen „Plus-Punkt“ verschaffen soll wie die geplante Straßenbahn-Anbindung. Der „Central Park“ wird, so die Wettbewerbssieger, in zwei Hälften unterteilt: Eine Hälfte wird als „Festwiese“ ausgestaltet, der westliche Teil des Parks soll hingegen mit Bäumen bepflanzt werden, als Erholungs- und Rückzugsbereich. An diesem Ort könne man sich dem Stadtstress entziehen, meinte Christian Wagner bei der Präsentation des Siegerprojekts.

„Die vielen Puzzlesteine des riesigen Reininghaus-Areals fügen sich langsam zu einem Ganzen zusammen“, sagt Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP)

Die Teiche werden „auf Eis gelegt“

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Nicht mehr lange können sich Naturliebhaber an dieser eindrucksvollen Kulisse erfreuen – die Eisteiche müssen den Bauvorhaben weichen. Foto: Roman Wagner

Nachdem Robert Wiener den besonders schonenden Umgang mit vorhandenen Ressourcen gepriesen hatte, fügt er hinzu: „Die historischen Teiche, deren Erhaltung nicht möglich war, werden durch eine attraktive Wasserzone ausgeglichen.“ Die ehemaligen Eisteiche im Westen des Geländes seien stark sanierungsbedürftig  und müssten daher abgetragen werden. Ein Teil dieses Bereichs soll verbaut werden. Um den Verlust dieser Gewässer zu kompensieren, plant das Siegerbüro eine Wasserzeile, die im nördlichen Bereich des Parks installiert werden soll, Gedacht  Planschbecken  für Kinder  oder ein Wasserspiel.

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Die neue Parkanlage in Reininghaus wird eine wichtige gesellschaftliche Rolle einnehmen. © Stadt Graz
[box] Bis einschließlich Sonntag, 30. Oktober 2016, sind alle Beiträge des Realisierungswettbewerbs für den öffentlichen Park und die Grünachse in Reininghaus in einer Ausstellung im Reininghaus-Loft, Reininghausstraße 11, im 2. Stock zu sehen. Die Ausstellung ist jeweils von 11 bis 18 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei. [/box]

Ein Hauch von Naherholung westlich des Hauptbahnhofes
Auch in Waagner-Biro tut sich was in Sachen Grünraum. Bereits am Freitag vergangener Woche wurden die beiden Sieger des EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerbs bekanntgegeben. Die freiland Umweltconsulting ZT GmbH mit dem Architekturbüro Josef Höhensinn darf sich der Gestaltung des Parks und der Grünräume, also der „grünen Lunge“ der „Smart City“ annehmen. Die öffentlichen Plätze werden die Architekten Thomas Pilz und Christoph Schwarz  entwerfen.

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Die Visualisierungen für die künftige Parkanlage von der freiland Umweltconsulting mit dem Architekturbüros Josef Hohensinn. © Stadt Graz

Auf dem Areal sind neben 11 Hektar öffentlicher Parkfläche 15.500 Quadratmeter für öffentliche Plätze und 36.000 Quadratmeter für den Straßenbau vorgesehen. „Wir als Stadt Graz haben den Ankick vorgenommen, jetzt spielen viele mit — für ein Vorzeigeprojekt weit über Österreich hinaus“, sagte Bürgermeister Nagl anlässlich der Präsentation. Für die Grünflächen in der Smart City sind Ruhe- und Spielzonen und „erlebbare Wasserflächen“  geplant, für die öffentlichen Plätze außerdem die Bepflanzung mit Bäumen.

Für Stadtplanungsvorstand Bernhard Inniger steht fest, dass man bei der Gestaltung die Qualitäten beider Siegerprojekte nutzen werde. Er freue sich bereits auf einen „belebten öffentlichen Raum“. Auch Erwin Hauser, Geschäftsführer der Helmut-List-Halle, zeigte sich erfreut über die Pläne in der Nachbarschaft: „Es wird ein zukunftsfittes Quartier, das auch uns absichert.“

[box] Im Foyer der Stadtbaudirektion Graz, Europaplatz 20, sind bis einschließlich Freitag, 04. November 2016, im 5. Stock alle Beiträge des Ideenwettbewerbs für den öffentlichen Raum der Smart City Graz Waagner-Biro zu sehen. Die Ausstellung ist an Werktagen Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 15 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei. [/box]

Osttiroler "Bua", tapferes Schreiberlein und Bergfex aus Leidenschaft, der regelmäßig auf Osttirols 3000ern herumkraxelt. Weiters auch passionierter Fotograf und manchmal auch ziemlich anstrengend für sein Umfeld.

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