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Ein Hauch Moderne am Roseggerhaus

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Wer in den letzten Wochen das Styria Center am Roseggerhaus besucht hat, dem wird nicht verborgen geblieben sein, dass hier einiges neu ist. Die Annenpost machte einen Lokalaugenschein.
Das Styria Center hat einen neun Anstrich erhalten.
Das Styria Center hat einen neuen Anstrich erhalten.

Seit wenigen Wochen erstrahlt das umgebaute Styria Center in neuem Glanz. Rund 15 Millionen Euro haben sich die Betreiber den Umbau des altehrwürdigen Gebäudes an der Annenstrasse kosten lassen. In den 1970er-Jahren galt die Annenstrasse als Symbol des Fortschritts und die drittgrößte Einkaufsmeile in Österreich. Von diesen Zeiten können die Betreiber des neuen Styria Centers heute nur träumen. Dennoch verleihen der neue Anstrich, die neue Fassade sowie die großen Ketten, eine ganze Reihe kleinerer Betriebe und gemütlicher Cafés dem Eck zwischen kreativem Lendviertel und historischer Annenstraße wieder einen Hauch von Modernität und Schick.

Neben den großen Ketten wie Spar, Bipa oder Pagro, sind neue Geschäfte und Lokale auf rund 3.500 Quadratmetern heimisch geworden. Das „Kaffee Conte“ etwa, in dem Geschäftsführerin Sarah Mörth „Coffee to Go“ anbietet. „Ich dachte, direkt neben dem Roseggerhaus sind viele Menschen täglich unterwegs und der Standort schien mir deshalb perfekt für meine Geschäftsidee.“ Mörth gefällt auch das angenehme Miteinander unter den Ladeninhabern: „Wenn eine größere Gruppe Menschen zu mir kommt und sich hinsetzen möchte, schicke ich sie gerne zu Sabine ins K&K, denn mein Lokal ist nicht unbedingt für einen längeren Aufenthalt gedacht. Umgekehrt schickt sie mir alle Kunden, die gerne einen Kaffee mitnehmen wollen.“

Das Team des Kaffee Conte: Sarah Mörth und Heike-Helena Kurnik
Das Team des Kaffee Conte: Sarah Mörth und Heike-Helena Kurnik

„Das familiäre Miteinander steht im Vordergrund“

Sabine Fischer, eine der verschiedenen GeschäfteinhaberInnen, spricht in ähnlich hohen Tönen vom Standort am Roseggerhaus. Die Inhaberin von „Kaffee & Kuchen“ war schon vor dem Umbau dabei und führte das „Styria Pub“. „Ich bin sehr froh über die großen Veränderungen, die bei uns vorgenommen wurden. 99 Prozent meiner Kundschaft ist rundum zufrieden, was früher nicht immer der Fall war“, sagt die Gastronomin. „Es ist einfach ein familiäres Miteinander, das bei uns im Vordergrund steht. Jeder ist bereit, jedem zu helfen, und so soll es auch sein. Ich würde mein Kaffee nirgends sonst aufmachen wollen. Für mich war es immer klar, dass ich hier bleiben werde.“

„Ein modernes Nahversorgungszentrum“ war das Ziel der beiden Betreiber Oswald Held und Wolfgang Nusshold, die das Einkaufszentrum an der Annenstrasse über ihre Immobilienfirma „Pluto“ erworben haben. Für den Erwerb der Immobilie ausschlaggebend war für Held und Nusshold „das große Potenzial des gesamten Viertels“ und dokumentieren dies mit Zahlen: Rund 100.000 Menschen frequentieren täglich die Annenstraße – 20.000 nutzen täglich die Straßenbahn- und Bushaltestelle vor dem Roseggerhaus, dazu kommen 10.000 Passanten, die zu Fuß rund ums Styria Center im Grazer Stadtzentrum unterwegs sind.

Die Suche nach dem perfekten Mieter

Noch ist nicht die ganze Gewerbefläche verpachtet. Den Raum an der Ecke Strauchergasse, gleich neben dem japanischen Restaurant Osaka, nutzt zur Zeit etwa das „Vagabund-Moto“, eine Firma, die sich auf das handgemachte Redesign und Restaurieren von klassischen Motorrädern spezialisiert hat, was man unschwer im neuen Schaufenster erkennen kann. Anfang 2016 soll sich das aber ändern, sagt Nusshold. „Wir haben einfach noch keinen passenden Mieter gefunden. Es gab diverse Anfragen, doch einen weiteren Gastronomiebetrieb wollten wir nicht“, so der Chef der Vermögensverwaltungs GmbH.

Vagabund-Moto nutzt die freie Gewerbefläche im Center
Vagabund-Moto nutzt die freie Gewerbefläche im Center

Klingt wie einfach nur ein weiteres Einkaufszentrum. Das ist es auch. Besonders machen es aber die Menschen, die in den neuen Geschäftsräumen für eine heimelige Atmosphäre sorgen. Und es sind die Kundinnen und Kunden, die hier ihre Güter des täglichen Bedarfs, quasi um die Ecke, bekommen. Das neue Styria Center hat sich hier, wo einst „Konsum“ und „Forum“ genossenschaftlich für die Versorgung mit den Bedarfsgütern des Alltags sorgten, ein klein wenig vom Flair eines Nahversorgers inmitten der altehrwürdigen Annenstraße bewahrt. „Man kommt wieder gerne hierher. Ich wohne gleich ums Eck in der Niesenbergergasse und komme nun fast täglich, um einzukaufen. Früher war das nicht mehr der Fall“, sagt eine Kundin, die gerade auf dem Weg zum neuen Blumenhändler „Edler“ ist.

Grundsätzlich soll es, wie Nusshold bereits angekündigt hat, als klassischer Nahversorger in der Grazer Innenstadt fungieren, aber nicht ausschließlich. Der nächste Schritt ist die Kombination aus Nahversorgung, modernem Wohnen und Grünflächen. Dafür werden im Moment im Dachstuhl auf 1.500 Quadratmetern Wohnungen errichtet.

Nächster Anlauf zur Besserung?

Projekte wie das neue Styria Center sind in der Annenstraße kein Novum. Die Hoffnung, den Glanz alter Tage zurückzubringen, lastete schon einmal auf einem Einkaufszentrum. Das „ECE“ am Bahnhofsgürtel sollte mit 130 Geschäften ein riesen Kundenmagnet werden und der Gegend neues Leben einhauchen. Allerdings scheiterte das Unterfangen an einer Bürgerinitiative. Hauptgrund war die Angst der Grazer, dass das Shopping-Center zum „Staubsauger“ für Annenstraße und Innenstadt werden könnte und so dem Ladensterben Tür und Tor öffnet. Der Leerstand  im Viertel ist ohnehin ein großes Problem, auch ohne ECE Graz. Vor zwei Jahren hat man die gesamte Annenstraße umgebaut, um dieser Thematik entgegen zu wirken. Die erhofften Erfolge blieben jedoch bis heute aus.

Sportabhängiger mit Hang zu bewegten Bildern. Sagt dir am Freitag warum dein Team am Sonntag gewinnen wird und erklärt dir am Montag warum das Gegenteil eingetroffen ist.

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