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Kunstförderung: Das Rondo hat ausgedient

in KULTUR von

Am Freitagabend, dem 24. Oktober, wird die letzte Generation der sogenannten „Atelier-Künstler“ ihr Werk im Rondo präsentieren. Ende November geht dann am Marienplatz eine sieben Jahre dauernde Epoche zu Ende: Die Künstlerateliers im Rondo werden aufgelöst. Stattdessen wird der „Kunstraum Steiermark“, ein steirisches Stipendienprogramm, zum Leben erweckt.

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Das Rondo als Zentrum der steirischen Kunstförderung ist Geschichte

 

Seit 2007 hat das Rondo jungen Künstlern Wohn- und Arbeitsateliers nahezu kostenlos zur Verfügung gestellt. Nur die Betriebskosten mussten die Architekten, Fotografen und Maler aus eigener Tasche zahlen. Zahlreiche internationale Kunstschaffende bezogen die für drei Monate nutzbaren Wohnateliers in Graz. Junge Kreativarbeiter aus der gesamten Steiermark werkten in den Arbeitsateliers, die für maximal 24 Monate genutzt werden konnten.

Die jahrelange Bereicherung der steirischen Kunstszene mündete in zahlreiche Erfolgsgeschichten: Das Kreativstudio „united everything“ versucht eine Schnittstelle zwischen Kultur, Architektur und Design zu sein. Der ambitionierte Anspruch wird mit Projekten wie die „Selected Interior Design“-Ausstellung oder die Neugestaltung der ÖBB-Zentrale in Wien in die Tat umgesetzt.
Ein Mitglied dieser Crew ist Georg Kettele, seines Zeichens Architekt, Programmierer sowie Kunststudent. Er berichtet von seiner mehrjährigen Rondo-Erfahrung: „Ein Riesenvorteil der Künstlerateliers war es, die Zusammenarbeit zwischen den Künstlern zu stärken. Denn genau das muss das Ziel sein: einen Austausch zu schaffen und voneinander zu lernen.“ Dies habe laut Kettele auch sehr gut funktioniert, vor allem aufgrund der Tatsache, dass alle Ateliers im selben Gebäude untergebracht waren.

 

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Georg Kettele bei der Arbeit im Rondoatelier von „united everything“

 

Aber zumindest die geografische Zentralisierung der Geförderten wird sich jetzt ändern. Die Räume im Rondo werden künftig als Wohnungen und Büros vermietet, und die neuen Stipendienprogramme „Kunstraum Steiermark“ sowie „Styria-Artist in Residence“, welche ab Jänner 2015 wirksam werden, verteilen die geförderten Künstler über die ganze Steiermark. Diese Änderung des Förderungsprogramms kommt dem Wunsch der freien Kunstschaffenden nach Individualität bei der Auswahl der Arbeitsräume entgegen. Was natürlich Vor- und Nachteile mit sich bringt. Einerseits müssen die ohnehin in der ganzen Steiermark verteilten Regionalkünstler nicht mehr eigens nach Graz kommen um gefördert zu werden. Andererseits wird die Zusammenarbeit untereinander durch die Dezentralisierung sicher nicht erleichtert. Kulturlandesrat Christian Buchmann, auf dessen Antrag das neue Stipendienprogramm beschlossen wurde, setzte Regionalisierung, Internationalisierung und natürlich weiterhin die Unterstützung junger Künstlerinnen und Künstler als Schwerpunkte des Programms.

Die neue Spanne von geförderten Kunstschaffenden reicht von Patrick Dunst, einem Jazzmusiker und Komponisten, über die Malerin Kathrin Velik bis hin zur Medienkünstlerin Katharina Swoboda, um nur einige aus einer bunten Vielfalt Künstler aller Genres zu nennen. Diese drei und sieben weitere werden ab Jänner 2015 für die Dauer von zwei Jahren mit 600 Euro pro Monat für die Anmietung und Einrichtung von Arbeitsräumen und Ateliers unterstützt. Weiters werden 20 weitere internationale Künstler und Kulturschaffenden unterstützt.  Die KSG (Kulturservice Gesellschaft mbH des Landes Steiermark) versteht dieses Projekt als eine Weiterentwicklung der bisherigen Kulturstipendien und erhofft sich dadurch eine direktere Unterstützung der steirischen Künstler sowie eine intensivere Anbindung der bisher bestehenden internationalen Atelierprogramme an die steirische Kunstszene.

 

[box]Jahrespräsentation der Rondo-Künstler „Future“

Eröffnung: Freitag, 24.10.2014 um 18:30 Uhr[/box]

 

Zu den Hobbys des Wahlgrazers zählt vor allem sein Volleyballverein, mit dem er in der 2. Bundesliga spielt. Wenn er nicht gerade trainiert, dann findet man ihn an seinem Arbeitsplatz in einer Bar. Seine Freizeit verbringt er auch mit Freunden, Fifa oder, man glaubt es kaum, von Zeit zu Zeit auch mit einem Buch. In Zukunft sieht er sich möglicherweise im Sportjournalismus.

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