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Gemeinsam gegen Vorurteile

in KULTUR von

Internationales Kino im Annenviertel: Im Rahmen des Türkischen und Kurdischen Filmfestivals „CiNEMA 2013: Anatolien“ locken zwölf ausgewählte Filme Zuschauer in das UCI Annenhofkino . Der Verein JUKUS organisiert das Festival, das bis 16. November dauert und  Vorurteile aller Art beseitigen soll.

Türkisch und Kurdisch nicht mehr zu trennen, war Ali Özbas, Geschäftsführer des Vereins JUKUS, ein großes Anliegen: „Wir hoffen auch, dass dadurch Verständigung und Austausch zwischen Türken und Kurden besser funktionieren. Es soll eine bessere Akzeptanz schaffen.“ Daher findet sich im Programm unter den Kategorien – neben „Lebensweisen in Anatolien“, „Zwischen Tradition und Gegenwart“ und „Frauenbilder/Sexualität“ – auch „Kurdische Filme/Minderheiten in der Türkei“. „Durch Filme ist der Zugang zu heiklen Themen einfacher“, kommentiert Özbas die Auswahl. Das oberste Prinzip: Rassismus, Nationalismus und Sexismus haben hier keinen Platz.

Chefredakteur Ali Özbas im Gespräch mit der Annenpost. Foto: Clemens Wolf
Ali Özbas möchte mit dem Filmfestival zwischen Türken und Kurden vermitteln. Foto: Clemens Wolf

 

Von Mittwoch bis Samstag werden zwölf Filme in den Sprachen Türkisch, Kurdisch und Englisch im UCI Annenhofkino gezeigt; jeweils mit deutschen Untertiteln. Özbas organisierte zuvor bereits vereinzelte Filmtage und möchte mit dem fünftägigen Filmfestival nun Türken, Kurden und auch Österreicher erreichen. Eine Weiterführung des Festivals ist für 2015 geplant.

Einen besonderen Themenschwerpunkt bilden die Gezi-Proteste. Um Besuchern die Geschehnisse in der Türkei näherzubringen, werden Cenk Gündoğdu, türkischer Schriftsteller und Journalist, und Zeynep Köylü, Dichterin aus Istanbul, am 14. und 15. November zu Gast sein. Gemeinsam mit den Zuschauern soll so eine Diskussion entstehen. Außerdem werden die beiden eigene Gedichte vortragen.

„Es geht darum, zu verhindern, dass der Staat sich in unsere Grundrechte einmischt“, kommentiert eine Beteiligte die Wichtigkeit der Gezi-Proteste. „Es war, als würde eine neue Sprache geboren“, beschreibt sie die neu entstandenen Kunstformen, die sich durch die Geschehnisse in Istanbul entwickelten. „Dieser Tanz, der auf den Straßen stattfand, diese Sprache auf den Straßen, die alles von Grund auf neu aufnahm; und jedes Mal, wenn wir uns hoffnungslos fühlten, erweckte uns eine neue Darstellungsform wieder zum Leben – weg von unserer Verzweiflung.“ 

 

Ein Film über Homophobie und Männlichkeit

Auch Ulrike Böhnisch, Regisseurin des Films „Ҫürük – The Pink Report“ wird vor Ort sein. Der Dokumentarfilm thematisiert die Situation von Schwulen, die zum Wehrdienst einberufen werden. Denn das türkische Militär sieht Homosexualität als „psychosexuelle Krankheit“ und ist somit Grund zur Ausmusterung. Und das obwohl Istanbul eine der schrillsten Schwulenszenen in Europa vorweist.

 

Die Highlights der Woche

Als empfehlenswert sieht Ali Özbas außerdem die beiden Filme „Bir Zamanlar Anadolu´da/Once upon A Time in Anatolia“ und „Gelmeyen Bahar/Der Frühling ohne dich“, die bereits große Erfolge feierten.

Das Drama „Once upon A Time in Anatolia“ handelt von einem Mordfall: Mehrere Beteiligte sind auf der Suche nach der Leiche eines Dorfbewohners, die schlussendlich gefunden wird. Durch die Darstellung der Charaktere werden dem Zuschauer Lebensweisen in Anatolien näher gebracht.

Filmfestival
Mit freundlicher Genehmigung von JUKUS.

 

„Der Frühling ohne dich“ behandelt die Themen Zwangsheirat und Liebe. Die junge Bahar wurde ihrem Cousin versprochen, hat jedoch andere Pläne. Ihr Bruder Mirza ist bereits verheiratet. Er hat mit einem anderen Problem zu kämpfen: Er und seine Frau können keine Kinder bekommen. Orhan Alkaya, einer der Hauptdarsteller, wird die Diskussion nach dem Film leiten.

Wer nun aufmerksam geworden ist, hat von 12. bis 16. November 2013 die Gelegenheit, seine Neugierde zu stillen.

 

[box]Weitere Informationen zum Filmprogramm: http://jukus.at/cinema[/box]

Neben dem Schreiben hat die Südsteirerin auch noch andere Interessen, wie etwa die Musik. Klavierspielen und Gesangsstunden gehören seit Jahren zu ihrem Alltag. Auch Fußball ist ein Thema – zusehen und darüber schreiben, versteht sich. Das aber mit Leidenschaft. Eine besondere Verbundenheit gibt es außerdem zum Nachbarland Slowenien, das zumindest genetisch zu fünf Achteln ihre Heimat ist. Obwohl die Sprachenkenntnisse die Fähigkeit, die Speisekarte zu übersetzen, nicht übersteigen, werden Sprachen in jeder möglichen Form aufgenommen. So lautet auch das nächste Wunsch-Reiseziel: Australien!

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