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Grätzlkunde: Hans Resel Gasse

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In unserer Reihe „Grätzlkunde“ veröffentlichen wir jede Woche genau jene Hintergründe zu einem Ort im Annenviertel, die uns oftmals entgehen. Diese Woche erklären wir euch, woher der Name der Hans Resel Gasse kommt.

Spaziert man durch die Hans Resel Gasse, so erblickt man links und rechts der Häuserschluchten bekannte Stätten: das bunte Lokal Rush, das „sthairische“ Wirtshaus Siam, die Arbeiterkammer und schlussendlich den Esperantoplatz. Jener bietet genug Sitzmöglichkeiten, um einen Moment inne zu halten und über den Namensgeber der Straße nachzudenken.

Hans Resel, mit freundlicher Genehmigung des Bildarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek (c)
Hans Resel, mit freundlicher Genehmigung des Bildarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek (c)

1947 wurde der damals noch der Mariengasse angehörende Straßenteil in „Hans Resel Gasse“ umbenannt. Resel, ein berühmter österreichischer Politiker und Journalist, wurde im Jahre 1861 in Hafnerbach, Niederösterreich geboren.

Zur linken der Marienplatz, dahinter die Keplerstraße - der nördliche Teil der Hans Resel Gasse. (c) Micka Messino
Zur linken der Marienplatz, dahinter die Keplerstraße – der nördliche Teil der Hans Resel Gasse. (c) Micka Messino

1889 traf er in Graz ein und wurde politisch in der Arbeiterbewegung  und in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) aktiv. Einige Zeit später gründete er die Zeitung „Arbeiterwille“, die knapp 40 Jahre existierte. Im Jahr 1897 wurde er als erster österreichische Sozialdemokrat überhaupt ins Parlament gewählt.

Die Reselstube verdankt ihren Namen ebenfalls dem berühmten Journalisten und Politiker Hans Resel. (c) Micka Messino
Auch die Reselstube verdankt ihren Namen ebenfalls dem berühmten Journalisten und Politiker Hans Resel. (c) Micka Messino

Weiters war Resel Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag, nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung. Bis zu seinem Tod im November 1928 war Resel Mitglied der Steiermärkischen Landesregierung. Ihm zum Gedenken befindet sich an der Arbeiterkammer eine Gedenktafel.

Gedenktafel für Hans Resel an der Arbeiterkammer. (c) Micka Messino
Gedenktafel für Hans Resel an der Arbeiterkammer. (c) Micka Messino
Der südliche Teil der Hans Resel Gasse. Zur linken der Esperantoplatz, hinter einem die Annenstraße. (c) Micka Messino
Zur linken der Esperantoplatz, dahinter die Annenstraße – der südliche Teil der Hans Resel Gasse. (c) Micka Messino

Das Wappen am Haus der Hans Resel Gasse 3 hat jedoch nichts mit dem kurioserweise dreizehnmal wegen politischer Delikte bestraften Resel zu tun. Wie der renommierte Historiker Dr. Karl A. Kubinzky erklärt, zeigt das dort prangende Wappen aus dem Jahre 1732 die Allianz zwischen dem Adelsgeschlecht Eggenberg und dem böhmischen Grafengeschlecht Sternberg.

Eines der ältesten Gebäude des rechten Murufers mit beneidenswert schönem und alten Innenhof. (c) Micka Messino
Eines der ältesten Gebäude des rechten Murufers mit beneidenswert schönem und alten Innenhof. (c) Micka Messino

Mit dem Tod des Sohnes von Johann Anton II. von Eggenberg und Maria Karoline von Sternberg, deren Wappen in einem verbunden zu sehen sind, erlosch schließlich das Geschlecht der Eggenberg im Mannestamm. Das Gebäude selbst darf zu einem der ältesten Gebäude des rechten Murufers gezählt werden und ist von unschätzbarem historischen Wert.

Das Wappen auf dem Haus der Hans Resel Gasse 3. (c) Micka Messino
Das Wappen auf dem Haus der Hans Resel Gasse 3 (c) Micka Messino
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