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Im Hindergrund das Licht

in KULTUR von
[mo:ya] nennt sich das Grazer Kollektiv, das aus den FH-Studenten Werner Huber, Roland Mariacher und Attila Primus besteht. Sie unterstützen mit ihren Visuals die Musik und werden auch heute beim Springfestival im PPC vertreten sein.

Wir treffen die drei Jungs von [mo:ya] im Centraal und staunen nicht schlecht, als zwei ältere Damen neben ihnen sitzen. Höflich begrüßen wir die Runde und werden prompt aufgeklärt: Es ist die Mutter von Werner, inklusive einer Freundin. „Werner hat seine Mutter mitgebracht. Jemand muss ja auf uns aufpassen“, meint Attila lächelnd. Keine zehn Minuten vergehen, und schon wird am Tisch gelacht und es werden Geschichten aus dem Urlaub erzählt – und wir fühlen uns, als würden wir schon eine Ewigkeit zur [mo:ya]-Familie gehören. Doch als das Interview beginnt, wird es ganz ruhig, und jeder am Tisch lauscht, was Werner, Roland und Attila zu sagen haben.

 

Die Mutter von Wolfgang mit ihrer Freundin
Die Mutter von Werner mit ihrer Freundin

 

Könnt ihr uns einen kurzen Überblick über eure Arbeit geben?

Wir machen Livevisuals. Uns ist besonders wichtig, dass wir den Sound möglichst gut unterstützen, egal wo wir gerade sind. Wie zum Beispiel im Takt zu sein und den Abend abwechslungsreich zu gestalten. Unser Zugang ist halt nicht der, dass wir einfach irgendetwas an die Wand beamen oder fremdes Footage, sondern wirklich zu 95% unsere eigenen, selbst produzierten Sachen verwenden. Sprich: 3D-Animationen, Realfilmfootage und das alles eben sehr audiokonzentriert, dass es wirklich ein möglichst massives Gesamtbild mit der Musik ergibt. Das ist uns wichtig.

Woher kommt der Name [mo:ya]?

[mo:ya] ist koreanisch. Ich (Roland) habe ein Semester in Korea studiert und dort ist das ein häufig benutzter Ausdruck. Zum Beispiel, wenn du mir etwas erzählst, das wirklich unglaublich ist und ich bin überrascht, dann sagt man in Korea [mo:ya] – das ist wie bei uns „echt?“ oder „wirklich?“ – quasi „what the fuck?“. Mir hat der Ausdruck so gut gefallen, weil er so lautmalerisch ist. Jeder kann es verstehen, es geht leicht von den Lippen.

Sind Visuals eigentlich nötig?

Visuals tragen doch die ganze Atmosphäre im Club mit! Denn Partys ohne Licht sind Partys im Dunkeln – wenn man es ganz hart sieht. Den meisten Leuten fällt auf, dass da etwas ist, ohne Visuals würde etwas fehlen. Und wenn’s richtig audioreaktiv ist, dann entsteht auch der Bezug, und die Leute verstehen, dass es eine Einheit ist. Wir wollen, dass die Leute wirklich in das audiovisuelle Feld eintauchen können und nicht einfach nur ein paar hübsche Bilder an der Wand anstarren, die neben der Musik laufen. Oder umgekehrt. Wir finden auf jeden Fall, dass Visuals lichttechnisch das primäre Gestaltungselement in den Locations sein müssen, um ein allumfassendes Erlebnis schaffen zu können. Im Niesenberger zum Beispiel, welches eigentlich unsere „Heimat“ ist, stehst du wirklich in der Projektion und das hilft schon dabei, einzutauchen und die Visuals auch wirken zu lassen. Dahingehend machen Visuals schon Sinn.

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus?

Es ist extrem viel Handarbeit nötig. Man muss sagen, die Tools die wir verwenden, sind zwar ziemlich weit, trotzdem sind es noch Nischentools und das merkt man auch. Dementsprechend ist der Aufwand in jedem Bereich sehr groß. Die Produktion ist ein Bereich, das Arrangieren ist der andere Bereich. Und wenn wir live spielen, dann ist da noch ein dritter Bereich. Performen, produzieren und Konzeptphase gehen Hand in Hand, und jeder Bereich ist anders.

Wie sieht euer Arbeitsbereich beim Springfestival aus?

Wir haben heute schon das Setup im PPC angesehen und jetzt haben wir ein bisschen umgebaut und Led-Panels aufgebaut, die wir ansteuern können. Jetzt bereiten wir bis Freitag das Material vor, wie zum Beispiel Videoclips – da sind das Springlogo und die Sujets von den Djs und Labels, die auflegen, drinnen. Dann bereiten wir in unserer VJ-Software gewisse Kompositionen vor, welche wir dann live abändern und erweitern. Je nachdem wie es zum Sound passt.

Am Ende des Interviews wollen sie noch die FH Joanneum lobend erwähnen. „Weil sie uns immer mit Equipment unterstützen und das Ganze auch zulassen, dass wir das überhaupt machen können. Sie geben uns frei von den Vorlesungen und haben uns auch schon finanziell unterstützt. Das ist viel und wirklich sehr cool!“

Geboren und aufgewachsen in den Bergen der Dachstein-Tauern Region, ausgewandert in die Stadt Graz, um die Welt zu erobern – Markus Knauß. Zwischen Literatur, Sport und guter Musik ist er immer auf der Suche nach der „perfekten Story“ – im Auftrag der Menschheit scheut er keine Risiken und Kosten, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

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