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Galerientanz durchs Annenviertel

Drei Tage, fünf Locations und hunderte Kunstwerke – von 3. bis 5. Mai war Graz Schauplatz der Galerientage. Auch im Annenviertel fanden Kunstinteressierte einige Ausstellungen. Die Annenpost-Redaktion begab sich auf einen Rundgang.

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Die Galerientage im Überblick: Ganz schön viel zum Entdecken!

Station 1: Kulturzentrum der Minoriten
Zeit für eine „Seelenwäsche“. Das ist der Name der aktuellen Ausstellung im Kulturzentrum der Minoriten,  die Werke von fünf Künstlern vereint. Im Rahmen der Galerientage führt der Kurator Johannes Rauschenberger durch die Ausstellung und tritt mit den Künstlerinnen Lena Knilli und Madeleine Dietz ins Gespräch. Dietz hat für die Ausstellung ein Foto ihrer Nichte in Szene gesetzt. Eine Projektion des Bildes wandert wie ein Geist durch den Raum. Das Werk soll die menschliche  Vergänglichkeit symbolisieren.

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Gespenstisch: Die Kunstinszenierung von Madleine Dietz

Station 2: <rotor>
Draußen tummeln sich die Annenstraßenflohmarkt-Besucher, drinnen herrscht Ruhe. Unter dem Titel „Maßnahmen zur Rettung der Welt_Teil 1“ stellen Künstler ihre Werke in den <rotor>-Räumen aus und wollen auf die Verantwortung jedes/r einzelnen hinweisen.

Mitten im ersten Ausstellungsraum thront ein Paar Kopfhörer und wartet darauf, von den Besuchern aufgesetzt zu werden.  Aus den Hörern ertönt schauriger Gesang. Legt man den Kopf in den Nacken, erblickt man den Sänger: In dem Video, das auf die Decke projiziert wird, singt ein Junge voller Inbrunst in einer Kirche. Es klingt wie ein Hilferuf.

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„Bitte, Bitte“: Ton und Bild zusammen getrennt

In einem anderen Raum wurde ein Fenster von Künstler Michael Heindl verdunkelt. Er verwendete dafür Tapete und Verputz. Draußen wartet die Welt – der Raum wirkt düster und rau. Das Blickfeld ist eingeschränkt.

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Blickdicht: Das verdunkelte Fenster

Station 3: Atelier Contemporary
Wir spazieren die Annenstraße hinunter. Im Atelier Contemporary in der Griesgasse findet eine Ausstellung von Hans Weigand statt. Seine Werke mit dem Titel „Hotel Bates“ werden, in Anlehnung an Hitchcocks „Psycho“, zur Schau gestellt. Anlässlich der Galerientage wurde der Künstler zu einem Gespräch geladen. Etliche Kunstfans drängen sich in das kleine Atelier, um Weigands Erzählungen zu lauschen. Nachdenklich spricht  der Künstler von seiner düsteren Inspiration und dem Einsatz der verschiedensten Medientechniken.

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Künstler-Gespräch im Atelier Contemporary: Hans Weigand erzählt von seiner Inspiration

Station 4 & 5: Kunsthaus Graz & Camera Austria
Auch im Kunsthaus Graz und  in der Camera Austria finden anlässlich der Galerientage Ausstellungen statt. Das Grazer Kunsthaus zeigt die Werksammlung „Leibhaftig,“ bestehend aus Skulpturen und Aquarellen, der belgischen Bildhauerin und Malerin Berlinde De Bruyckere. Zusätzlich zu sehen ist die Sammlung „medien.kunst.sammeln“, welche die kontinuierliche Sammlung der Neuen Galerie Graz in den letzten 40 jahren dokumentiert. Im gleichen Gebäude, in der Camera Austria, werden unter dem Titel „Zero Point of Meaning“ fotografische Werke kroatischer Künstler ausgestellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Mai zu besichtigen.

Vollgepackt mit neuen Eindrücken heißt es auch für die Annenpostredakteurinnen: ab nach Hause. Was bleibt ist viel Stoff zum Nachdenken.

Von Ines Abraham & Sarah Matiasek

Über den Autor

Sarah Matiasek
Sarah Matiasek
Ursprünglich aus Kärnten, lebt die 23-jährige schon seit fünf Jahren in Graz. Nach Abschluss ihres BA in Anglistik & Amerikanistik zog es die Kaffeeliebhaberin an die FH Joanneum um dort Journalismus & PR zu studieren. Auf annenpost.at schreibt sie für das Ressort Kunst & Kultur. Heute Graz - morgen die ganze Welt!
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