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Nachgefragt: Gibt es ein Kussverbot auch bald im Annenviertel?

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Wer schmust, fliegt raus – so lautet die Hausordnung in einem Innsbrucker Lokal, die Anfang der Woche für Gesprächsstoff sorgte. „Aus Respekt vor unseren Mitarbeitern und internationalen Gästen bitten wir Sie, Zärtlichkeiten in unseren Räumlichkeiten zu unterlassen“, heißt es auf dem Hinweisschild. Zu diesen Zärtlichkeiten gehört auch einfaches Händchenhalten. Zum Start der Serie „Nachgefragt“ erkundigten wir uns, was Gastronome aus dem Annenviertel zu einem Kussverbot in ihrem Lokal sagen?

„Zärtlichkeiten sind auf jeden Fall erlaubt“

Denis Reischl, aus dem Gasthaus „Zur alten Press„, sieht kein Problem bei der Zurschaustellung von Gefühlen: „Solange sich andere Gäste nicht vor den Kopf gestoßen fühlen, ist alles okay.“ Zu weit gehe es nur, wenn jemand anfängt, sich zu entblößen oder es sich zwei „zu bequem machen“, verrät er mit einem kleinen Schmunzler. Nachgehakt, wie man diesen interpretieren kann, erinnert sich der Kellner: „Es gab schon einige bizarre Momente zu späterer Stunde. Erst letztens wurden zwei am Klo beim innigen Küssen ertappt. Wer weiß, wie weit das noch gegangen wäre.“

„Küssen ist das Schönste auf der Welt, das darf man nicht verbieten“

Der Besitzer des Restaurants „Bosporus„, Ali Kurt, sieht ebenfalls keinen Bedarf an einem Kussverbot. Für ihn ist Küssen die schönste Sache der Welt. Zusätzlich zu seinem Motto „Make Love not War“ betont er: „Die Gäste müssen wissen, wo ihre Freiheiten aufhören.“ Ähnlich verhielte es sich auch bei Gästen, die durch den Raum schreien, während andere in Ruhe ihre Zeitung lesen wollen. „Wenn jeder auf seine Mitmenschen achtet, braucht man so ein Verbot nicht“, so Kurt.

„Für einige Gäste sollte man ein extremes Kussverbot einführen“

Persönlich findet es Leyla Cokowic, Kellnerin im „Coffee & Kitchen„, übertrieben, wenn sich Gäste in der Öffentlichkeit zu heftig küssen.  Zu weit gehe alles, was mit körperlicher Nähe und Berührungen unter Kleidungsstücken zu tun habe. Auf die Frage, ob so etwas schon einmal vorgekommen sei, erzählt sie: „Es gibt schon einen Gast, der sich einmal im Monat mit seiner Frau oder Geliebten hier trifft …“ Wie sie damit umgehen soll, wisse sie aber nicht. Bis jetzt habe sie immer ein Auge zugedrückt. „Es muss ohnehin jeder für sich wissen, was für ihn passt. Ich bin vielleicht zu altmodisch. Ich denke, wenn ein Pärchen essen geht, müssen sie sich gegenübersitzen.“

Christian Dobnik

„So ausgereizt hat es bis jetzt noch keiner“

Keinen Grund zu einer solchen Einführung sieht auch der Chef des „Foyer„, Christian Dobnik: „Die meisten Leute wissen, wie man sich benimmt und respektieren die anderen Gäste.“ Wenn es nach einem Kuss intimer werden sollte, könne man die Verliebten darauf aufmerksam machen. Ein generelles Verbot sei dafür aber nicht nötig.

Bei der Frage nach einem Kussverbot in Bars, Restaurants oder Pubs sind sich die Besitzer und Kellner also einig: Alles was in der Vertikalen und über der Gürtellinie passiert, ist erlaubt. Bei  einem Besuch soll sich schließlich jeder Gast wie zuhause fühlen – jedoch nicht so benehmen.

Daniel Rebernegg, oft einfach nur „Reber“ genannt, ist gebürtiger Grazer. Seit Herbst 2012 studiert er Journalismus und Public Relations an der FH Joanneum. Nebenbei arbeitet Daniel als Resident-DJ in Fürstenfeld und führt für die JCL Giants Graz die Post-Game Interviews.

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