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Fleischweihe in St.Andrä

in VIERTEL(ER)LEBEN von

Es ist ein großes Kuriosum der katholischen Kirche in Österreich. Die eigentlich völlig banale Fleischweihe, die in weiten Teilen der Welt unbekannt ist, zieht am meisten Menschen in die Kirche. Keine Osterprozession, Mitternachtsmette oder sonstige Messe im Jahreskreis, kann sich damit messen. In der Steiermark spricht man scherzhaft auch oft vom 8. Sakrament.

2In der Pfarrkirche St.Andrä war heute um 14 Uhr dichtes Gedränge. Hunderte Menschen und dementsprechend viele Körbe mit Osterspeisen, füllten das Gotteshaus. Der Pfarrer der Basilika Mariatrost sagt gerne „Bei der Fleischweihe, erwisch ich sie alle“. – Auch die Nicht-Kirchgänger. Ähnlich verhält es sich in St.Andrä, wo in der Kirche heute auch die eine oder andere Jogginghose zu sehen war.

1Ein Osterfest ohne, dass sich jemand aus der Familie zur Speisensegnung begibt, ist nunmal kein Osterfest, ohne die Fleischweihe ist das Osterfleisch nunmal ein einfacher Schinken. Irgendwie gehört die Kirche doch für jeden noch zu Ostern dazu. Passend zum Publikum sprach der Pfarrer Glettler in der Predigt heute weniger über theologische Dinge, sondern weshalb die Kirche und der Glaube wichtig sind und ihren Platz in der Öffentlichkeit verdient. Die wenigsten wissen, dass eine Predigt eigentlich gar nicht zur Fleischweihe gehört, doch angesichts des guten Besuchs, hat sich auch dieser Teil bei Fleischweihen eingebürgert.

Enthüllung des KreuzesNach der Speisensegnung stand ein ganz neuer Programmpunkt an. Da die Pfarren der Diözese Graz-Seckau dieses Jahr zur Fastenzeit zahlreiche Symbole des Glaubens verhüllt hatten, lud der Pfarrer Glettler noch zur gemeinsamen Enthüllung des großen Kreuzes am Kirchplatz. Obwohl jeder wusste, was sich unter dem gelben Stoff verbarg, war das Interesse groß. Das Interesse daran, ein Stück Stoff mitzunehmen, wie der Pfarrer vorschlug, hielt sich hingegen in Grenzen.

Frohe Ostern!

Geboren, aufgewachsen und wohnhaft in Graz. Seit jeher Sturmfan, seit Jahren in der Kurve, erste Reihe, 90 Minuten mit der Fahne. Zwischen den Spieltagen schreibt er für den großen Fußballblog Sturm12.at. Seine zweite große Leidenschaft neben Fußball ist, klar ersichtlich an seinem vielbehangenen Handgelenk, die Rockmusik. So sicher wie bei ihm die Festivals im Sommer sind, sind im Unterricht die frechen Kommentare.

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