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Beides macht Freude

in KULTUR von

Kunst statt Kaufen: Das Projekt „Shops of stories“ verwandelte am ersten Einkaufssamstag 14 Geschäfte in der Annenstraße in temporäre Inseln der Kultur.

Ausgerichtet vom Afro-Asiatischen Institut in Kooperation mit Uni T, steht das Projekt „Shops of Stories“ unter dem Motto „Kaufen. Tauschen. Schenken.“ Im Grunde geht es nur um eins: Geld. Künstler haben sich für einige Stunden in Geschäften der Annenstraße niedergelassen und präsentieren ihre Kunst im Zusammenhang mit Geld – und das alles am ersten Einkaufssamstag im Advent.

Zwischen Südtirolerplatz und Roseggerhaus haben sich 14 Künstler ein Geschäft ausgesucht, das am besten zu ihnen und ihrer Kunst passt. Im Innenhof des ehemaligen Bürgerspitals verwandelte der in Bosnien geborene Künstler Mirko Maric die frühere Buchdruckerei Bauer – heute Sitz des Vereins DruckZeugfür einen Tag in eine Schwarzgelddruckerei. Schon im Eingangsbereich stapelt sich das Falschgeld. Auf die Scheine hat Maric Auszüge seiner Biografie gedruckt. Da sind das Haus, das er im Krieg verloren hat oder ein Raubtier – dieses symbolisiert das Leid, welches ihm zugefügt wurde und uns alle treffen kann. „Alle sind gierig, alles dreht sich nur um Geld“, so Maric.

  Schräg gegenüber im Orient-Shop der Familie Mau koordiniert die Fotografin Maryam Mohammadi noch ein letztes Mal ihre Models, bevor die Modenschau los geht. Jedes trägt die traditionelle Kleidung des jeweiligen Heimatlandes. Den Anfang macht ein junges Mädchen aus Serbien. In dem Geschäft, das bis auf den letzten Zentimeter mit Gewand und Accessoires voll ist, läuft sie zwischen Schuhschachteln und den neugierigen Blicken des Publikums auf und ab. Ihre Tracht besteht aus einer weißen Bluse, einem schlichten roten Oberteil mit buntem Kragen und kariertem Rock. In der rechten Hand hält sie ein modernes, weißes Kleid, das es in dem kleinen Shop zu kaufen gibt. Was besonders hervorsticht, ist das Schild, welches um ihren Hals hängt: „Made in China“. Die Modenschau zeigt die Spannung zwischen Tradition und Moderne. Wer trägt heute noch traditionelle Kleidung, wenn man neue Dinge um so vieles billiger bekommt?

 Geht man die Annenstraße weiter, kommt man zu Dux Records. Dort borgt man sich einen MP3-Player aus, setzt sich in eines der umliegenden Cafés und kann die Geschichte hören, wie die Künstlerin Romana Sustar ihre Heimatstadt Ljubljana besucht – die Stadt, die sie nie richtig kennen gelernt hat. Nach einer Saisonarbeit in Griechenland, beginnt sie ihre Fahrt in Thessaloniki mit dem „Balkan Express“. Auf ihrer Reise trifft sie Menschen, die nicht verstehen, wieso eine Frau aus dem Norden Zug fährt, anstatt sich ein Flugticket zu leisten. Ein Mann zeigt ihr die Sehenswürdigkeiten des Landes, das wie er sagt, früher viel besser war. Quer durch Serbien erzählte man ihr, wie es heute ist und wie es damals war. Je näher sie ihrer Heimatstadt kommen, desto weniger Menschen wollen reden. Hier oben lebt jeder sein eigenes Leben, man interessiert sich nicht für andere.

Nächste Station: die Gelateria Italiana by Luis. Dort liest und singt Fiston Mwanza aus dem Kongo Volkslieder über Städte und Menschen – auf Suaheli und Französisch. Für Musik sorgen zwei junge Männer – sie spielen auf Bass und Saxophon Weihnachtslieder. Auch Mwanza stimmt mit ein und singt „Oh Tannenbaum“. Auf die Frage, was denn suahelische Volkslieder mit österreichischen Weihnachsliedern zu tun haben, antwortet er einfach: „Beides macht Freude.“

Raphaela Oßberger über mich:
Ruhig, introvertiert und zurückhaltend – diese Eigenschaften beschreiben wohl am besten meine Studienkollegin Sandra Reischl. Dabei hätte die gebürtige Grazerin gar keinen Grund für diese etwas schüchterne Art: Immer freundlich und gut gelaunt steht sie stets zur Verfügung, wenn mal wieder jemand im Unterricht kurz abgelenkt war. Dass sie eine gute Zuhörerin ist, gehört auch zu den klassischen Eigenschaften einer Schütze-Geborenen, wie Sandra eine ist.
Ihre braunen Haare hat sie meist zu einem Zopf zusammengebunden und wie die Laptop-Tasche gehört auch ein Becher voll Kaffee immer zur Grundausstattung von Sandras FH-Equipment. Möglicherweise liegt es an dieser Extra-Portion Koffein, dass Sandra neben der FH auch noch die Energie für einen Nebenjob bei der Holding Graz hat.

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