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Ein Nachmittag für Nachbarschaft

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Am 24. Oktober 2012 wurde der Platz neben der Pfarrkirche St. Andrä im Bezirk Gries zum Zentrum der Nachbarschaft. Beim Genuss von Gemüsesuppe, Maroni und Straßenmusik wurde der Auftakt zur Workshopreihe „Nachbarn für Nachbarn“ begangen.

14:40, der Platz ist noch leer. Nur die Organisatorin der Veranstaltung, Gunda Bachan, und die erste freiwillige Helferin, Eva Granitz, stecken schon in den Vorbereitungen. Innerhalb kürzester Zeit trudeln immer mehr unterstützende Kräfte ein, eine Gruppe Kinder aus der Nachbarschaft hilft spontan beim Kochen der Suppe und beim Anschneiden der Maroni mit.

DSC_5171Eva Granitz beim Kochen der Gemüsesuppe
 

Das verkochte Gemüse stammt vom „Gottesacker“ neben der Kirche. Dieser Gemeinschaftsgarten entwickelte sich quasi von selbst: Auf Brachland wurden im ersten Jahr noch vorwiegend Blumen zur optischen Aufbesserung eingepflanzt, heuer machten schon viele Nachbarn mit und bewirtschafteten kleine Teile.

Der Garten ist nicht die einzige optische Veränderung am Andrä Platz. Auf Initiative von Gunda Bachan wurde ein Schranken vor dem Parkplatz errichtet und ein Dixi-WC aufgestellt. „Jeden Nachmittag wartet eine Gruppe Roma darauf, dass das Vinzinest in der Kernstockgasse aufsperrt. Der Platz war deshalb früher immer zugeparkt. Und früher benutzten all diese Personen das WC in der Pfarre, das entsprechend ausgeschaut hat. Über das Dixi-Klo sind sie richtig glücklich.“

DSC_5290Gunda Bachan verteilte geduldig Maroni
 

Laut Bachan gebe es um die Pfarre St. Andrä viele „Parallelwelten“,  die das „Büro der Nachbarschaften“ in Kontakt bringen möchte. Mit der aktuellen Aktion, der Workshopreihe „Nachbarn für Nachbarn“, bringen Personen aus der Umgebung ihre Fähigkeiten anderen bei. Im Zentrum steht dabei das Erlebnis, ungewöhnliches Wissen direkt vor der Haustür erwerben zu können. So kann man in den nächsten Wochen selbst Brustbalsam herstellen oder von einer 8-jährigen das Schachspielen lernen.

All diese Maßnahmen tragen zu einem besseren Klima in der Nachbarschaft bei, ist Bachan überzeugt: „Durch die gezielte Stadtteilentwicklung kommt frischer Wind auf den Andrä Platz. Konflikte werden abgefangen und mit fremden Gegenübern wird kommuniziert anstatt über sie geurteilt.“

Die künftige Entwicklung ist aber ungewiss, da die finanziellen Mittel von der Stadt Graz noch nicht zugesagt wurden. Gunda Bachan ist optimistisch: „Wir haben zwar kein Geld, aber wir werden es schaffen weiterzumachen.“

DSC_5246Auch für musikalische Umrahmung war gesorgt
 

15:30, das Fest ist in vollem Gang. Zwei Straßenmusiker und ein kurzentschlossener Mitspieler improvisieren gemeinsam stimmige Stücke und werden von den gebannten Kindern belagert. Gleich daneben verteilt Gunda Bachan Maroni und plaudert mit ihren Gästen. Und beim Beobachten des Getümmels, des Sprachengewirrs und der allgemein guten Laune lässt sich erahnen, was sie mit ihren Helfern in der Nachbarschaft bewirkt.

 

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Kommende Workshops:
24.11.2012: Brustbalsam selbst gemacht
25.11.2012: Gebackenes aus dem Lehmofen
8.12.2012: Herstellen von Weihnachts-Schokoplätzchen
15.12.2012: Schachspielen lernen von einer 8-jährigen

Nähere Infos und Anmeldung
- im Büro der Nachbarschaften, Kernstockgasse 20, 8010 Graz
- unter nachbarschaften@mur.at
- oder unter 0676/87426146
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Anna Felbers größtes Hobby lag einmal unterm Weihnachtsbaum. Die Gitarre hat sechs Saiten, eine Ukulele nur vier. Wieso kompliziert, wenn es einfach geht? Musikalisches Interesse entstand in einer Musikschule. Die Ukulele lernte sie im Selbststudium.
Die 19 jährige träumt, nach der Ausbildung in der PR-Abteilung einer Firma zu arbeiten. Dass sie nun an der FH studiert, hat sie dem Zufall zu verdanken. Und einer Schulfreundin. Dankbar ist sie ihr in jedem Fall.

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2 Comments

  1. Es wäre schade, wenn es das Büro der nachbarschaften nicht mehr gäbe …leider scheint es zu wenig Unterstützung zu geben …es wäre schade darum

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