Verliebt in den Fünften

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Christine Lackner wohnt seit Ende 2003 im Bezirk Gries. Neben ihrer Arbeit als Religionslehrerin und Kräuterpädagogin engagiert sie sich hier ehrenamtlich als Bezirksrätin und ist außerdem Pfarrgemeinderätin in der Pfarre St. Andrä.

Im Gespräch erzählt sie, warum es um die Menschen geht, warum ihr Vielfalt und Veränderungen im Bezirk gefallen und wie ihre Liebe zum Gries entstanden ist.

 von Romana Mocnik (Interview und Text) und Monica Nadegger (Fotos)

 

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Sie wohnen schon seit Ende 2003 im Gries. Was ist für Sie das Besondere an diesem Bezirk?

Der Gries war eigentlich „Liebe auf den ersten Blick“ – ich bin damals aus einer ländlichen Gemeinde nach Graz gezogen, habe hier eine Wohnung angeschaut und sofort gewusst – das ist meins. Der Bezirk ist ständig in Veränderung, sehr vielfältig und hat sehr viel zu bieten. Da braucht man auch eine große Bereitschaft, sich wirklich darauf einzulassen. Was heuer Gültigkeit in einer Straße hat, ist nächstes Jahr ganz anders, weil ein Haus sich völlig verändert hat oder ein anderes Geschäft eingezogen ist.

Sie engagieren sich unter anderem ehrenamtlich im Bezirksrat. Warum haben Sie Sich dafür entschieden?

Das ist eigentlich sofort gekommen, so eigenartig es klingen mag. Ich habe mich tatsächlich in die Welsche Kirche am Griesplatz verliebt – und dann in den ganzen Bezirk. Die Kirche ist ein barockes  Kleinod, das es gar nicht geben würde, wenn die „Welschen“, also die Italiener, nicht zugezogen wären und sich ihre eigene Kirche gebaut hätten. So einen lupenreinen, schönen Barock findet man in der ganzen Stadt nirgends mehr. Und dann ist mir klar geworden: Ich muss mich politisch engagieren,weil ich daran  mitwirken will, dass der Griesplatz zu einer Wohn-Oase wird, einem schöneren Umfeld für die Menschen, die dort leben.

Sie sind auch in der Pfarre St. Andrä als Pfarrgemeinderätin ehrenamtlich tätig.

Ich bin jetzt erstmals Pfarrgemeinderätin, was mich sehr freut. Die Tätigkeiten gehen wirklich ineinander – ob jetzt politisch oder pfarrlich. Es geht ganz einfach um die Menschen.

Bleiben wir noch kurz bei der Religion:  Es gibt im Gries gerade Ambitionen, eine Moschee zu bauen.

Ja genau, es gab ja schon den Spatenstich für eine Moschee in der Herrgottwiesgasse. Dass andere Religionen ihre Gotteshäuser brauchen, ist vollkommen klar. Die Zeit, wo es eine einzige Religion für die ganze Bevölkerung gab, ist schon lange vorbei, und man muss schauen, dass man zu einem guten Zusammenleben findet. es ist gut, wenn man sich seiner eigenen Wurzeln besinnt, weil man dann gefestigter ist und sich nicht vor Unbekanntem fürchten muss.


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Wie wird sich der Bezirk Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren verändern?

Ich glaube, dass vermehrt Studenten herziehen werden – das hat sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet – und auch Jungfamilien. Da sehe ich auch einen notwendigen Schwerpunkt: den Bezirk lebenswert machen für Jungfamilien.

Tatsache ist – und das ist für mich als Kräuterpädagogin natürlich schade – dass es so wenig Grünraum gibt. Man muss die Grünräume für Familien attraktiv machen, erhalten. Und auch die Sauberkeit im Bezirk erhöhen. Man muss an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren, nicht alles einfach nur auf die Straße zu werfen. Auch der Griesplatz ist ein Schwerpunkt. Menschen sollen sich dort wohlfühlen können, es soll nicht nur ein Durchzugsort sein. Mein persönlicher Fokus liegt auf der Gegend südlich des Südtirolerplatzes bis hin zum Griesplatz.

Wo sehen Sie sich selbst in zehn Jahren? Noch immer in Gries?

Wenn ich eine Wohnung oder ein Häuschen finde mit ein wenig Grün, dann bleibe ich auf jeden Fall im Bezirk. Das Grün ist halt das Verlockende. Und es soll das urbane, innerstädtische Grün sein. Im Stadtzentrum werde ich aber sicher bleiben.

 

 

 

 

Geboren am 11. Mai 1988 in Wien, aber nun schon seit fast zehn Jahren in Graz fühlt sich Romana Mocnik definitiv schon als eine waschechte Steirerin. Neben dem lokalen, kulturellen Angebot wie diversen Aufführungen im Schauspielhaus Graz lernt Romana auch die Weiten der Welt bei vielen Städtereisen kennen. Was politisches Know-how betrifft, ist sie wahrscheinlich vielen von uns um einiges voraus. Immer mit ihrem iPhone bewaffnet, hat sie stets ein offenes Ohr für ihre Freunde und hin und wieder auch Zeit für einen gemütliches Kaffeekränzchen

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