Lesezeit: 2 Minuten, 19 Sekunden

“Annen – what?“

Im Studentenheim in der Ghegagasse leben viele Austauschstudenten aus aller Welt. Wie gefällt es ihnen im Annenviertel? Wir fragten Matt und Kevin aus den USA und Jaka aus Slowenien.

Von Rok Kašpar

 

„Annenviertel?“ Wer mit Austauschstudenten in Graz über das Viertel rund um die Annenstraße spricht, erntet oft nur verständnislose Blicke. „Meinst du die Annenstraße? Ich war gestern beim Friseur dort“, sagt Jaka Košir aus Slowenien, der im siebten Semester Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität studiert. Auf dem Weg zur Uni oder zur FH durchqueren zwar viele ausländische Studierende die Annenstraße mehrmals täglich mit der Straßenbahn, als besonderes Viertel ist es aber den wenigsten aufgefallen. Viele der Austauschstudenten wohnen im Heim in der Ghegagasse in der Nähe des Bahnhofs, es gibt im Annenviertel aber noch eine ganze Reihe weitere Heime – in der Neubaugasse, in der Eggenberger Allee (Greenbox West), am Lindweg (Greenbox Nord) oder in der Fröbelgasse (Greenbox Mitte). „Im Vergleich zu anderen Studentenheimen ist das in der Ghegagasse ganz neu und ordentlich“, fügte Jaka hinzu.

Das Studentenheim an der Ghegagasse
Das Studentenheim an der Ghegagasse

 

Kevin Raisch, er studiert an der FH Joanneum internationale Wirtschaft, bemerkte immerhin, dass es in der Annenstraße viele kleine Geschäfte gibt. „Aber ich gehe selbst lieber in den Supermarkt oder ins Einkaufszentrum City Park. Und sein Freund Matt Trueblood, der ebenfalls internationale Wirtschaft studiert, erzählt: „Ich wollte einmal in der Annenstraße eine Fotokamera kaufen. Aber im Geschäft gab es ein Problem mit meiner Kreditkarte, deshalb habe ich sie doch nicht gekauft.“

Ein paar positive Seiten können die Studierenden dem Viertel dann doch abgewinnen. Kevin liebt es zu reisen und schätzt daher die Bahnhofsnähe. Jaka und Matt besuchen oft das Fitnessstudio McFit, das unweit vom Hauptbahnhof liegt. „Es ist 24 Stunden am Tag geöffnet, einmal war ich um 4 Uhr morgens dort!“ sagte Matt.

Die US-Amerikaner Matt Trueblood und Kevin Raisch vor dem Studentenheim
Die US-Amerikaner Matt Trueblood und Kevin Raisch vor dem Studentenheim

 

Mit dem Leben im Studentenheim sind Jaka, Kevin und Matt insgesamt ganz zufrieden. Die Lage sei einfach gut, sagen sie, weil es in der Gegend sehr ruhig ist. Und weil das Heim in der Nähe des Bahnhofs liege und der Spar dort täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet habe. Die Amerikaner hat überrascht, dass das für andere Geschäfte nicht auch gilt, in den USA ist es selbstverständlich, dass Geschäfte auch sonntags offen sind.

Auch gefeiert wird nicht im Annenviertel. Es gebe hier zu wenig Angebot für junge Leute, da sind sich alle drei einig. Wenn sie am Wochenende auf eine Party gehen wollen, machen sie sich normalerweise in einen der Clubs in der Elisabetstraße auf die andere Seite der Mur auf. „Der Nachteil ist, dass wir von dort zu Fuß nach Hause gehen müssen“, sagt Matt. Еs gibt keine Busse oder Straßenbahnen in der Nacht. Und in der Regel ist es zu spät, um mit den Nachtlinien zu fahren.“ Ein paar Mal war er auch in der Postgarage, findet aber, dass der Eintritt dort teurer als anderswo ist.

Der Eingang
Der Eingang

 

Einen Lieblingsplatz hat Matt aber doch im Viertel. Der Lendplatz ist für ihn der beste Ort von Graz. „Dort gibt es die besten Käsekrainer-Hot-Dogs. Ich mag österreichisches Essen, Würstel und Wienerschnitzel.“ Jaka empfiehlt zwei Gasthäuser im Annenviertel: „Ich war im ,Zu den drei goldenen Kugeln, am Bahnhofgürtel und im ,Landsknecht in der Keplerstraße. Das Essen war lecker.“

Loading Facebook Comments ...

Kommentar hinterlassen on "“Annen – what?“"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


4 × 3 =