„Hier muss Leben stattfinden, hier muss etwas passieren“

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In der ehemaligen Druckerei Alexander Bauer in der Annenstraße 19 entsteht in den nächsten Monaten eine besondere Form eines Druckmuseums, eine Druckwerkstätte, die nicht nur Drucktechnik oder Druckgeschichte vermitteln soll. Groß und Klein, Alt und Jung sollen an diesem Ort  lernen und Spaß haben.

Von Carina Nistl

 

Die Räume der Druckerei Alexander Bauer, die 1867 gegründet wurde, vermitteln eine urige Atmosphäre. Enge Treppenaufgänge, dunkle Holzverkleidungen und kleine Türen sind Zeitzeugen der österreichischen Druckgeschichte. Riesige Mengen an bedrucktem Papier, darunter Einiges aus dem 19.Jahrhundert, stapeln sich in den Regalen. In einer Halle sind Oldtimer-Druckmaschinen zu bewundern, teilweise aus den Fünfzigerjahren, die noch immer einwandfrei funktionieren. Diese Objekte waren für den Drucker Wolfgang Khil, der die Druckerei Alexander Bauer 1998 gekauft hat, Grund für die Überlegung, hier ein Druckmuseum entstehen zu lassen.

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Druckerei Alexander Bauer

 

Doch es fehlte an Geld. Tamara Rosner, Geschäftsführerin des Vereins „Druckzeug“ sagt, dass der Betrieb eines Museums aus Eintritten allein, nicht zu finanzieren wäre. Deswegen arbeiten die Vereinsmitglieder zurzeit an der Verwirklichung des Projekts „Druckwerkstätte“. Was die Druckwerkstätte von einem Museum unterscheidet? „Die Leute sollen Teil des Projekts werden, durch das Experimentieren können sie etwas lernen und das Erlernte bewahren“, sagt Rosner. Im Mai wird die Werkstätte ihre Türen für Künstler, Schüler, Studenten und Unternehmen öffnen. „Es muss einfach explodieren, Leben muss stattfinden.“

Die Druckwerkstätte will allgemein über Druckgeschichte und -techniken informieren, aber auch über das Gebäude selbst.

Außerdem sollen Kunstschaffende die Möglichkeit bekommen, in den Räumlichkeiten der Druckerei Bauer ein Atelier einzurichten. Durch Mitgliedsbeiträge der Künstler, Mieten und auch Förderungen soll das Projekt auch  finanziert werden.  „Die Maschinen sind zwar intakt, müssen aber gewartet werden“, meint Rosner. Im September 2012 finden weiterProjekte für Schüler und Student statt. Tamara Rosner denkt da an die Produktion einer Ferienzeitung oder das Arbeiten in einer Probefirma.

Die Druckerei Alexander Bauer ist mit ihrem Inventar, ihrer Atmosphäre und ihrer Geschichte  kein schlechter Ort für eine „Druckwerkstätte“. August Wagner hatte  die Druckerei 1867 im Herzen des Annenviertels gegründet. Damals arbeitete Alexander Bauer dort als Setzer. Er kaufte 1914 die Druckerei und nach seinem Tod ging sie an seinen Sohn über. Von 1971 bis 1998 leitete Frau Bauer das Unternehmen bis sie es schließlich verkaufen musste.

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Alter Setzkasten in der Druckerei Alexander Bauer

 

Wieso es die alten Maschinen noch gibt? Der Vater von Wolfgang Khil war leidenschaftlicher Sammler alter Druckmaschinen. Diese Liebe zu alten Setzkästen, Lettern und urigen Druckern steckte auch seinen Sohn an, deswegen sind Einrichtung  und Dokumente über die Jahre erhalten geblieben.

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