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Völkerverbindende Vibes bei der Afro-Nacht

Bierblond, Aperolgold, Cappygelb, Spritzerblass oder Weinrot – wer will, kann im Grazer Annenviertel mit jedem Achtel die Farbe wechseln. Bei der ISOP-“Afro-Nacht“ geht es aber nicht nur auf der Getränkekarte bunt zu.


Von Nina Bedlivy, Christoph Berger-Schauer, Moritz Dietrich, Thomas Edlinger, Nino Groß

Fred Ohenhen

Fred Ohenhens ansteckendes Lachen ...

Fred Ohenhen

... und Lachen ...

Fred Ohenhen

... und noch mehr Lachen.

Zwischen Hauptbahnhof und Murinsel wird das gesellige Wörtchen „Prost“ in mindestens siebzig verschiedenen Sprachen gesprochen, türkische, afrikanische oder asiatische Lokale koexistieren zahlreich mit den urösterreichischen Tür an Tür. Doch die Vielfalt endet auf der Straße. Beim abendlichen Feiern bleiben Österreicher, Türken und Ghanaer oft lieber unter sich.

 

Auf den ersten Blick zumindest. Bei genauerem Hinschauen wird schnell klar, dass das Fernbleiben vom steirischen Kulturtreiben gerade für Menschen afrikanischer Abstammung nicht immer ganz freiwillig passiert. Fred Ohenhen, seit rund 15 Jahren Österreicher, hat reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet und hat als gebürtiger Nigerianer in dieser Zeit mehr als nur einen ablehnenden Türsteherspruch gehört.

 

Grund genug für den ausgebildeten Lehrer, der seit 1998 bei ISOP tätig ist, eine Veranstaltungsreihe zu initiieren, die dem entgegenwirken soll. Bei den sogenannten „Afro-Nächten“ haben Menschen jeglicher Couleur, Religion und ungeachtet des Alters oder Geschlechts bei Trommelklängen und Tanzdarbietungen die Möglichkeit, sich gemeinsam und ohne Vorbehalte zu amüsieren. Seit ihrer Premiere 1999 findet die „Afro-Nacht„   regelmäßig statt – aufgrund diverser Subventionskürzungen mittlerweile jedoch seltener als früher.
Fred Ohenhen

Fred Ohenhen veranstaltet Afro-Nächte seit 1999

Ohenhen, ein großgewachsener Mittvierziger, der so gerne und so offen lacht, dass man sich dem unmöglich entziehen kann, möchte diese Nächte als Signal gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit verstanden wissen. „Die Idee dahinter war, ein Fest zu veranstalten, bei dem sich alle willkommen fühlen.“ Damit bildet die „Afro-Nacht“, die auch schon in den Versionen einer „Afro-Balkan-Nacht“, „Afro-Latino-Nacht“ oder auch „Afro-Steirer-Nacht“ über die Bühne gegangen ist, einen weiteren wichtigen Baustein im weitgefächerten ISOP-Tätigkeitsfeld.

 

Die 1987 gegründete NGO “Innovative SozialProjekte GmbH“ zählt heute rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine wichtige Rolle spielte ISOP Anfang der Neunziger, als auch infolge des Jugoslawienkrieges Tausende Flüchtlinge in Österreich ankamen. Zuerst wurden diesen Schlafmöglichkeiten, Deutschkurse, Rechtsberatung und Kinderbetreuung angeboten, heute liegt der Schwerpunkt vor allem in der Ausbildung. Neben der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten betreut ISOP auch sozial Schwache und Menschen mit Bildungsdefiziten: “Eine solide Grundbildung ist sehr wichtig, um den Alltag meistern zu können“, erklärt ISOP-Geschäftsführer Robert Reithofer. Weitere wichtige Ziele seien, präventiv gegen Rassismus vorzugehen und Gleichheit zu garantieren.
Robert Reithofer in seinem Büro

Robert Reithofer erklärt die Welt in vier Bildern

Genau dort setzt Fred Ohenhen mit seinen Afro-Nächten an. Zum nächsten Event dieser Art laden er und sein Team am 15. Oktober 2011 ins ISOP-Hauptquartier. Somit kehrt die Veranstaltung nach zahlreichen Gastspielen in den verschiedensten Locations in Graz wieder an ihren „Geburtsort“ zurück. Tanzperformances von Elvis Ayuketang und die musikalische Untermalung von den DJs Dawit & Kelvin bringen internationales Flair in den Veranstaltungssaal.

 

Das äußerlich unscheinbare Gebäude in der Dreihackengasse dürfte an diesem Abend übrigens leicht zu finden sein: afrikanische Rhythmen und das unverkennbare Lachen von Fred Ohenhen werden den Weg weisen.

 

Was? Afro-Nacht
Wann? 15. Oktober 2011, ab 21 Uhr
Wo? ISOP, Dreihackengasse 2, 8020 Graz
Eintritt: € 8,- (Studierende € 6,-); VVK € 6,-
Info & VVK: Projekt IKU, Annenstraße 27, 8020 Graz
E-Mail: iku@isop.at; Tel.: 0316/721053; Mobil: 0664/5137644, 0676/3166278

Über den Autor

Nina Bedlivy
JPR11. Langjährige Annenviertlerin. Musikfreak. DJane. Moderatorin.
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